Kleinwagen galten lange als der günstigste und unkomplizierteste Einstieg in die eigene Mobilität. Wer wenig Budget zur Verfügung hatte, griff in dieser Klasse zu, ohne lange nach Alternativen suchen zu müssen. Aktuelle Zahlen des ADAC zeigen jedoch, dass sich dieses Bild je nach Antriebsart inzwischen deutlich auseinanderentwickelt. Während Elektro-Kleinwagen zuletzt spürbar günstiger wurden und ihre Auswahl wächst, ziehen die Preise für Modelle mit Verbrennungsmotor in derselben Klasse weiter an. Der Kleinwagen ist damit längst nicht mehr automatisch die bezahlbare Einstiegsvariante, die viele Verbraucher:innen in ihm sehen.
Im Elektrosegment fällt die Entwicklung zunächst positiv aus. Ein E-Kleinwagen kostet in diesem Jahr im Schnitt weniger als 30.000 Euro, ein Rückgang von über neun Prozent gegenüber 2024. Der Rückgang steht damit im Gegensatz zum allgemeinen Preistrend im Kleinwagensegment. Gleichzeitig wächst das Angebot spürbar: Der ADAC Autokatalog listet inzwischen fast 40 Modelle in dieser Kategorie, deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Trotz des Preisrückgangs bewertet der Automobilclub elektrische Kleinwagen weiterhin als zu teuer.
Vor zehn Jahren lag der Durchschnittspreis für ein neues Elektroauto zwar noch knapp 5000 Euro niedriger, allerdings bei einer sehr überschaubaren Auswahl von nicht einmal zehn Fahrzeugen. Der langfristige Preisanstieg im Elektrosegment geht damit vor allem auf die frühen Jahre zurück, in denen kleine Stückzahlen und ein enges Angebot die Preise trieben. Der aktuelle Trend zeigt dagegen in die andere Richtung: Mit wachsendem Modellangebot sinken die Durchschnittspreise wieder.

Verbrenner-Kleinwagen werden zum Luxusgut
Ein anderes Bild zeichnet sich bei den Verbrennern ab. Ein neuer Kleinwagen mit Benzinmotor kostet aktuell im Durchschnitt fast 24.000 Euro, knapp 80 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Dieselvarianten werden in dieser Klasse laut ADAC inzwischen gar nicht mehr angeboten, die Auswahl beschränkt sich vollständig auf Benziner.
Auch die Modellauswahl schrumpft kontinuierlich: Mit nur noch 46 verfügbaren Verbrenner-Kleinwagen erreicht das Angebot in diesem Jahr einen neuen Tiefstand. Wer sich für einen klassischen Antrieb entscheidet, zahlt demnach nicht nur deutlich mehr als früher, sondern hat gleichzeitig auch weniger Auswahl als noch vor wenigen Jahren zur Verfügung. Die Entwicklung in beiden Antriebsarten verläuft damit in nahezu entgegengesetzte Richtungen.

Über alle Antriebsarten hinweg bleibt das Preisniveau im Kleinwagensegment insgesamt hoch, teils steigt es sogar noch leicht an. Zumindest beim Angebot zeigt sich eine gewisse Erholung: Käufer:innen konnten zuletzt aus über 80 Modellen wählen, so viele wie zuletzt im Jahr 2017. Der Durchschnittspreis eines Kleinwagens über alle Antriebsarten hinweg legte im gleichen Zeitraum jedoch um mehr als 10.000 Euro zu.
Größere Auswahl und steigende Durchschnittspreise entwickeln sich damit parallel zueinander, was die Kaufentscheidung für viele Haushalte nicht einfacher macht. Für zahlreiche Verbraucher:innen rückt der klassische Kleinwagen dadurch aus der finanziellen Reichweite, obwohl das Segment eigentlich für preisbewusste Mobilität stehen sollte.
Der ADAC sieht die Automobilhersteller in der Pflicht, das Kleinwagensegment nicht weiter zu vernachlässigen. Viele Verbraucher:innen benötigten aus Sicht des Automobilclubs kein Überangebot an Komfort- und Unterhaltungsfunktionen, die inzwischen in zahlreichen Kleinwagen serienmäßig verbaut sind. Genau hier sieht der ADAC ungenutztes Sparpotenzial, das bei einer schlankeren Ausstattung wieder zu günstigeren Einstiegspreisen führen könnte. Angesichts der finanziellen Belastungen der vergangenen Jahre seien viele Verbraucher:innen auf günstige und verlässliche Mobilität angewiesen, wofür der Kleinwagen ursprünglich stehen sollte.
Quelle: ADAC – Pressemitteilung









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