Warum sich BMW mit Brennstoffzellenautos Zeit lässt

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Nach einer mehr als 25 Jahre langen Reise steigt auch BMW bald in das Rennen um die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Produktion ein: Zunächst soll im kommenden Jahr eine Kleinserie eines Brennstoffzellen-SUV X5 auf den Markt kommen. Eine Serienproduktion mit der alternativen Antriebsart ist jedoch erst ab 2025 geplant. Bis jetzt steht noch nicht fest, welches Modell mit dieser Technologie in Serie geht. BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich bestätigte gegenüber Journalisten nur, dass dieses Fahrzeug gemeinsam mit dem japanischen Autohersteller Toyota entwickelt wird.

Nachdem Honda, Hyundai, Mercedes und eben auch Toyota bereits Fahrzeuge auf die Straße gebracht haben, die mit Wasserstoff Strom produzieren, bestätigte nun also auch BMW die Weiterentwicklung dieser Technologie. Und kommt damit etwas später, als noch vor einigen Jahren geplant. Im Jahr 2015 sprach der Hersteller bei einem Test eines Wasserstoff-Brennstoffzellen-Prototyps auf der französischen Teststrecke Miramas noch davon, dass in 2019 der erste Brennstoffzellen-BMW auf den Markt kommen soll.

In einem Gespräch mit der Finanzzeitung Forbes sagte Fröhlich vor wenigen Tagen, dass es bei Stackpreisen von 80.000 Euro noch nicht sinnvoll sei, Wasserstoffautos in Serie zu produzieren. Erst wenn die Preise bei 10.000 Euro liegen, lohnt sich eine Massenproduktion. BMW besteht Forbes zufolge darauf hinzuweisen, dass der Hersteller auch schon heute ein Brennstoffzellenauto in Produktion bringen könnte. Man habe es lediglich aus Kostengründen zurückgehalten.

Die Kleinserie der wasserstoffbefeuerten X5-Modelle werde sehr teuer werden, so Forbes, und es sei noch nicht bekannt, ob die Fahrzeuge verleast oder verkauft werden, und in welchen Ländern sie erhältlich sein werden. Die Zusammenarbeit mit Toyota bei Brennstoffzellenantrieben sei fruchtbar. Doch während Toyota „den Standard-Performance-Stack“ produziere, wolle BMW einen „High-Performance-Stack“ liefern, sagte Fröhlich.

BMW arbeitet bereits seit Mitte der 1990er Jahre an Wasserstoff-Brennstoffzellen-Autos, die als langfristige Lösung für emissionsfreie Mobilität angesehen werden, die batterieelektrische Autos sogar überleben könnte. Wasserstoff-Brennstoffzellen kombinieren Sauerstoff, der in das Auto gelangt, mit Wasserstoff aus Tanks an Bord, um Elektrizität für den Elektroantrieb zu erzeugen. Dabei bleiben nur Wärme und Wasserdampf übrig. Es handelt sich grob vereinfacht um ein Elektroauto, bei dem sich die Wasserstoff-Brennstoffzelle wie eine aktive Batterie verhält.

Quelle: Forbes – BMW Promises To Join The Hydrogen Fuel Cell Party

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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