VW: Joint Venture für Kathodenmaterial kann starten

VW: Joint Venture für Kathodenmaterial kann starten
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Daumen hoch für Kathodenmaterialien, v.l.: Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik der Volkswagen AG und Aufsichtsratsvorsitzender der PowerCo SE, Jörg Teichmann, Chief Procurement Officer der PowerCo, Ralph Kiessling, EVP Energy & Surface Technologies bei Umicore, Mathias Miedreich, CEO von Umicore / Bild: Volkswagen

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

PowerCo, das neue Batterieunternehmen des Volkswagen-Konzerns, und der belgische Materialtechnologie-Konzern Umicore haben nun sämtliche behördlichen Genehmigungen für ihr im September 2022 angekündigtes Joint Venture beisammen. Die Partner können jetzt also wie geplant mit den Vorbereitungen für die industrielle Großserienfertigung von Kathodenmaterialien (CAM) und Vorläufermaterialien (PCAM) in Europa beginnen.

Das Kathodenmaterial ist nicht nur der wichtigste technologische Hebel für die Batterieleistung – es ist auch der größte Einzelfaktor bei den Gesamtkosten der Batterie. Damit habe die Großserienfertigung von Kathodenmaterialien eine strategisch zentrale Bedeutung für die Batteriewertschöpfung und für eine erfolgreiche Energiewende in Richtung E-Mobilität, so der Volkswagen-Konzern in einer aktuellen Mitteilung.

Ab 2025 will das Joint Venture von PowerCo und Umicore die europäischen Batteriezellfabriken von PowerCo bzw. des VW-Konzerns mit Schlüsselmaterialien für die Produktion beliefern. Das Joint Venture mit Sitz in Brüssel soll einen großen Teil des EU-Bedarfs von PowerCo abdecken – Umicore wiederum erhält gesicherten Zugang zu einem wichtigen Teil der europäischen Nachfrage nach Kathodenmaterialien für Elektroautos.

Das Joint Venture sei damit im Zeitplan, bis Ende des Jahrzehnts Kathodenmaterialien und ihre Vorläufer für 160 Gigawattstunden Zellkapazität pro Jahr zu produzieren. Das entspricht einer jährlichen Produktionskapazität, die für rund 2,2 Millionen vollelektrische Fahrzeuge ausreichen würde.

Beide Partner wollen damit einen wichtigen Beitrag zur grünen Mobilitätswende und zur Weiterentwicklung einer lokalen, nachhaltigen und vollständig integrierten europäischen Batterielieferkette leisten. Die Suche nach einem Produktionsstandort indes ist noch nicht abgeschlossen. Der Standort und auch der noch ausstehende Name des Joint Ventures soll zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 23.03.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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