Volvo bringt mit dem EX50 einen neuen kompakten Elektro-Crossover auf den Markt, der ab Herbst 2027 in den USA erhältlich sein soll und dort den bisherigen Einstiegs-Stromer EX40 ablösen wird. Für Käufer:innen verspricht das Modell vor allem ein besseres Verhältnis von Größe und Preis, ein Kritikpunkt, der bislang häufig gegen den EX40 vorgebracht wurde.
Der EX50 fällt größer und länger aus als sein Vorgänger, der derzeit ab rund 48.600 Euro inklusive Lieferung startet. Der neue Wagen soll laut mit der Planung vertrauten Personen im oberen 40.000 Euro-Bereich starten. Volvo plant für das erste Verkaufsjahr in den USA bis zu 10.000 Einheiten, könnte diese Zahl aber senken, sollte die Produktion stärker auf Europa ausgerichtet werden.
Neue Plattform soll technische Basis liefern für Volvo EX50
Technisch basiert der EX50 auf der neuen, kostengünstigeren und modularen SPA3-Architektur, die zuvor bereits im größeren EX60 zum Einsatz kam. Ein 800-Volt-System soll für schnelleres Laden, höhere Effizienz und mehr Flexibilität bei Batteriepaketen und Motoren sorgen. Volvo-Vertriebschef Erik Severinson beschrieb die Plattform als Basis, mit der sich „große Autos, mittelgroße Autos und Fahrzeuge mit hoher wie niedriger Bodenfreiheit“ realisieren ließen.
Die Produktion des EX50 startet im Frühjahr 2027 im neuen, etwa 1,12 Milliarden Euro teuren Werk in Kosice in der Slowakei, das über eine Jahreskapazität von 250.000 Fahrzeugen verfügt. AutoForecast Solutions rechnet für den EX50 mit einer Jahresproduktion von rund 90.000 Einheiten. Auch der Polestar 7, der ebenfalls in Kosice gefertigt wird, soll technische Ähnlichkeiten zum EX50 aufweisen.
Der EX50 trifft auf ein umkämpftes Segment, das derzeit vom Tesla Model Y angeführt wird. Nach Daten des Automotive News Research & Data Centers lag der Anteil vollelektrischer Antriebe an allen Verkäufen kompakter Premium-Crossover im ersten Halbjahr 2026 bei 48 Prozent, nach 45 Prozent im Vorjahreszeitraum.
BMW bringt im September seinen neuen iX3 mit einer Reichweite von mindestens 611 Kilometern in die US-Showrooms, Mercedes-Benz folgt im vierten Quartal mit einer vollelektrischen Variante des volumenstarken GLC. Edmunds-Analyst Ivan Drury sieht im EX50 zudem eine engere Positionierung zu Modellen wie dem Hyundai Ioniq 5, dem Toyota bZ4X und dem Ford Mustang Mach-E, die Interessent:innen häufig mit dem EX40 vergleichen. Mit größeren Proportionen räume Volvo „einen der häufigsten Einwände von Kaufinteressierten aus, das Verhältnis von Größe zu Preis“, so Drury.
Rückzug des EX40 folgt schwächelnden Verkaufszahlen
Der EX40 basiert auf der fast zehn Jahre alten CMA-Plattform und konnte sich am Markt zuletzt nur schwer behaupten. Die kombinierten Auslieferungen der elektrischen und Mild-Hybrid-Varianten der 40er-Baureihe brachen in den ersten sechs Monaten 2026 um mehr als ein Drittel ein. AutoForecast-Vizepräsident Sam Fiorani ordnete dies als Zeichen wachsenden Wettbewerbsdrucks ein: Der EX40 habe Volvo im Premium-EV-Markt etabliert, doch das heutige Marktumfeld verlange mehr als schrittweise Aktualisierungen.
Parallel dazu hat Volvo sein US-Angebot bereits verschlankt und den EX30 sowie den EX30 Cross Country nach dem Modelljahr 2026 aus dem US-Programm genommen, nachdem Zölle und der Wegfall der Steuergutschrift für E-Autos die Profitabilität des größtenteils importierten Portfolios belastet hatten. Ein Volvo-Sprecher erklärte, das Unternehmen sehe im wachsenden Elektrosegment weiterhin Potenzial und wolle die Modellpalette entsprechend ausbauen. Volvo-Chef Håkan Samuelsson setzt zudem verstärkt auf Zusammenarbeit mit den Geely-Schwestermarken Polestar, Zeekr und Lynk & Co, um Reichweite ohne zusätzliche Produktinvestitionen zu erzielen.
Quelle: Automotive News Europe – Volvo EX50 — a bigger, cheaper entry-level EV — to replace EX40 in U.S. for 2027









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