Volvo hat seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei ein zentrales Sparziel bereits sechs Monate früher als geplant erreicht. Der schwedisch-chinesische Automobilhersteller senkte seine Kosten um 166 Millionen Euro und lag damit deutlich vor dem eigenen Zeitplan. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich im Quartal auf 26,6 Millionen Euro, die EBIT-Marge lag bei 1,1 Prozent. Gleichzeitig verweist der Automobilhersteller auf ein anspruchsvolles Marktumfeld, das Umsatz und Profitabilität belastet hat.
Verantwortlich dafür waren vor allem Effekte aus Absatzmix und Preisgestaltung. Hinzu kommt eine spürbare Abschwächung des chinesischen Marktes, von der nicht nur Volvo, sondern die gesamte Automobilbranche betroffen war. Auch die globale Unsicherheit durch den andauernden Nahostkonflikt trug laut Unternehmensangaben zur angespannten Lage bei. Vorstandsvorsitzender Håkan Samuelsson ordnete die Entwicklung dennoch verhalten optimistisch ein: „In diesem sehr herausfordernden Umfeld haben wir Fortschritte bei unseren strategischen Maßnahmen gemacht.“ Er ergänzte, dies verschaffe dem Unternehmen die Zuversicht, dass sich die zweite Jahreshälfte im Vergleich zu den ersten sechs Monaten verbessern werde.
Erholung in den USA, starke Elektroauto-Zahlen in Europa
Nach mehreren Monaten rückläufiger Verkäufe zeigt der US-Markt erste Erholungstendenzen. Volvo verzeichnete im Mai und Juni zwei aufeinanderfolgende Monate mit Wachstum. Der Automobilhersteller rechnet damit, dass sich dieser Trend in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt, da die negativen Effekte durch den Wegfall von Förderungen für elektrifizierte Autos allmählich nachlassen.
In Europa, dem größten Absatzmarkt des Unternehmens, zeigte sich die Geschäftsentwicklung trotz verschärftem Wettbewerb und schwächerem Preisumfeld robust. Bei Elektroautos legte Volvo Cars um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, die Türkei eingerechnet. Auch die Nachfrage nach dem mittlerweile vollständig in Belgien produzierten EX30 entwickelte sich gut. Für den EX90 meldete der Automobilhersteller ein Rekordniveau bei den Bestellungen. Die Produktion des neuen EX60 startete im April in Schweden, die ersten Kund:innenauslieferungen erfolgten Anfang dieses Monats.
Neben dem operativen Geschäft machte Volvo auch bei Kosten und Liquidität Fortschritte. Trotz steigender Rohstoffpreise wurden im laufenden Jahr bereits 166 Millionen Euro an indirekten und variablen Kosteneinsparungen realisiert, sechs Monate früher als ursprünglich vorgesehen. Damit baut der Automobilhersteller auf den bereits 2025 erzielten Einsparungen von 265,6 Millionen Euro auf. Möglich wurden diese Effekte durch strukturelle Veränderungen im Unternehmen, darunter ein im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um rund 3000 Stellen reduzierter Personalbestand.
Volvo bekennt sich zu belgischem Produktionsstandort in Gent
Erst in dieser Woche hatte Volvo eine Absichtserklärung mit der belgischen und flämischen Regierung bekannt gegeben, um den Produktionsstandort in Gent wettbewerbsfähiger zu machen. Dadurch soll die Auslastung des Werks steigen, unter anderem durch mögliche Fertigungsaufträge für Autos anderer Marken. Die Absatzzahlen sanken im zweiten Quartal zwar um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verbesserten sich aber im Vergleich zum ersten Quartal 2026.
Der freie Cashflow des Quartals fiel erwartungsgemäß mit minus 172,6 Millionen Euro aus, was vor allem auf den Lageraufbau im Zusammenhang mit dem Produktionsstart des EX60 zurückzuführen ist. Für die zweite Jahreshälfte rechnet Volvo mit einem deutlich stärkeren Absatz, getragen von Wachstum in Europa, einer fortschreitenden Erholung in den USA und einem weiterhin herausfordernden China-Geschäft.
Quelle: Volvo – Pressemitteilung









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