Der Autohersteller Volvo hat im dritten Quartal einen bereinigten operativen Verlust von 3,7 Milliarden schwedischen Kronen eingefahren – umgerechnet rund 332,7 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Autobauer, der mehrheitlich dem chinesischen Geely-Konzern gehört, noch einen Gewinn von 5,8 Milliarden Kronen oder rund 521,4 Millionen Euro gemeldet. Nun hat Volvo Cars die nächste Sparrunde angekündigt: weltweit sollen 2500 Stellen wegfallen, davon 2000 in Schweden. Schon Anfang Oktober hatte das Unternehmen einen weltweiten Einstellungsstopp für Büroarbeitsplätze verhängt.
Volvo hat derzeit an mehreren Stellen mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Der Umsatz sank im dritten Quartal um 22,6 Prozent, die Bruttomarge fiel von 20,4 auf 14,7 Prozent. In China brach der Umsatz um knapp 50 Prozent ein. Gleichzeitig belasten US-Zölle, hohe Entwicklungskosten und Verzögerungen beim Produktionshochlauf des neuen Elektro-SUV EX60 den Autobauer. Volvo setzt große Hoffnungen auf den E-SUV: Inzwischen liegen über 50.000 Vorbestellungen vor, der EX60 soll zudem eines der profitabelsten Fahrzeugmodelle für den Hersteller werden, heißt es in einer Pressemitteilung.
Volvo-Chef Samuelsson: 2026 „weitaus schwieriger“ als erwartet
„Das dritte Quartal 2026 war sehr enttäuschend und spiegelt ein Jahr wider, das sich als weitaus schwieriger erwiesen hat als ursprünglich erwartet. Unser laufender Sanierungsplan muss daher entschlossen verstärkt werden“, sagte Volvo-CEO Hakan Samuelsson anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen.
Schon Anfang Oktober hatte Volvo seine Absatz- und Cashflowprognose für das laufende Gesamtjahr zurückgezogen. Der Aktienkurs erreichte in dieser Woche ein Rekordtief, seit Jahresanfang hat die Aktie 54 Prozent an Wert verloren.
Die nun angekündigte Streichung von 2500 Stellen ist nicht die erste Sparmaßnahme seit Volvo-Chef Samuelssons Rückkehr auf den Chefposten im Frühjahr 2025: Damals hatte Volvo Cars ein Kosteneinsparungspaket in Höhe von 18 Milliarden Kronen (rund 1,6 Milliarden Euro) und den Abbau von 3000 Arbeitsplätzen angekündigt. Nun sollen weitere 5 Milliarden Kronen (knapp 450 Millionen Euro) an indirekten Ausgaben und variablen Kosten eingespart werden, die Umsetzung ist bis Ende 2027 geplant. Von den 2500 nun betroffenen Stellen entfallen 2000 auf Schweden. Volvo will den Abbau über auslaufende Verträge, natürliche Fluktuation und Abfindungsangebote realisieren.
Mit seiner strategischen Ausrichtung auf die Elektrifizierung der Modellpalette scheint Volvo indes Erfolg zu haben: Der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge am Absatz stieg im dritten Quartal auf 32 Prozent, im Vorjahresquartal lag er noch bei 22 Prozent. Einschließlich Plug-in-Hybriden hatten elektrifizierte Fahrzeuge einen Anteil von 53 Prozent am Gesamtabsatz. Trotz des steigenden E-Anteils kämpft Volvo aber mit dem Konkurrenz- und Preisdruck auf dem chinesischen Markt, den US-Zöllen und den hohen Transformationskosten.
Quellen: Volvo Cars – Pressemitteilung vom 23.10.2026 / Reuters – Volvo Cars to cut 2,500 jobs as third quarter swings to loss







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