Der schwedische Automobilhersteller Volvo in chinesischer Geely-Hand bereitet einer Pressemitteilung zufolge die größte Produktoffensive seiner fast 100-jährigen Geschichte vor. Bis Ende 2030 will Volvo insgesamt 13 komplett neue Modelle auf den Markt bringen. Sieben davon sind für Europa, die USA und weitere westliche Märkte vorgesehen, sechs speziell für China. Für Elektroautofahrer (und solche, die es werden wollen) besonders interessant: Volvo will sein Angebot an reinen E-Autos deutlich verbreitern und dabei künftig nicht mehr fast ausschließlich auf SUVs setzen, berichtet Autonews.
Volvo selbst nennt bislang noch keine vollständige Modellliste. Die sieben für westliche Märkte geplanten Neuheiten sollen jedoch auf den bereits entwickelten Architekturen SPA2 und SPA3 aufbauen und die HuginCore-Rechnerarchitektur nutzen. SPA2 bildet bereits die technische Grundlage von EX90 und ES90, während mit dem EX60 die neue Generation auf SPA3 gestartet ist.
Volvo EX50 für USA angekündigt
Gerade SPA3 dürfte für Volvos weitere Elektropläne entscheidend werden. Die Architektur ist laut Unternehmen von der B- bis zur F-Klasse skalierbar und setzt unter anderem auf Cell-to-Body-Technik sowie große Gussteile. Gleichzeitig soll ein sehr hoher Anteil der Software zwischen unterschiedlichen Modellen identisch bleiben. Nach Angaben von Volvo sollen sich dadurch die Investitionen für das zweite SPA3-Modell gegenüber dem EX60 um rund 60 Prozent verringern, beim dritten sogar um rund 80 Prozent.
Ein Kandidat dafür dürfte der bereits seit einiger Zeit erwartete Volvo EX50 sein. Wie Automotive News Europe bereits berichtete, soll der elektrische Crossover im Herbst 2027 zunächst in den USA starten und dort den EX40 ablösen. Der EX50 soll größer als der bisherige EX40 ausfallen, auf SPA3 basieren und zugleich günstiger angeboten werden. Offiziell bestätigt hat Volvo den Namen im aktuellen Strategie-Update allerdings noch nicht.
Noch spannender ist der Blick auf weitere Karosserieformen. Volvo-Designchef Thomas Ingenlath erklärte bei der Präsentation, dass klassische Skateboard-Plattformen für Elektroautos zwar sehr gut für SUVs geeignet seien, bei niedrigeren Fahrzeugen aber Grenzen hätten. SPA3 sei deshalb von Beginn an so ausgelegt worden, dass sich auch entsprechend flache Fahrzeuge mit attraktiven Proportionen realisieren lassen. Diese Möglichkeit wolle Volvo ausdrücklich nutzen.
Chancen auf neue E-Kombis steigen
Damit steigen die Chancen auf neue elektrische Limousinen und insbesondere Kombis. Konkrete Modellnamen wie ES60 oder EV60 sind bislang allerdings nicht offiziell bestätigt. Für Europa stellt Volvo bis 2030 eine breitere Elektroauto-Palette mit sowohl hohen als auch niedrigen Karosserieformen in Aussicht. Ein erstes Konzeptfahrzeug, das einen Ausblick auf die kommende Modellgeneration geben soll, will Volvo im Frühjahr 2027 zum 100-jährigen Bestehen der Marke präsentieren.
Auch größere Elektroautos bleiben Teil der Planung. Für die USA ist unter anderem ein weiteres elektrisches SUV im D-Segment vorgesehen. Zugleich deutete Ingenlath an, dass Volvo perspektivisch auch ein Fahrzeug im besonders großen F-Segment für passend zur Marke hält.
Ganz auf Verbrennungstechnik verzichtet Volvo bis 2030 allerdings nicht. Neben den reinen Elektroautos sollen auch neue Hybridantriebe entstehen, vor allem für Regionen mit langsamerem Elektrohochlauf. Für Europa sieht das Unternehmen den Trend dagegen klar in Richtung E-Auto. Nach eigenen Angaben erzielt der neue EX60 inzwischen sogar eine höhere Profitabilität als der vergleichbare XC60 – ein durchaus wichtiger Hinweis darauf, warum Volvo trotz seiner flexibleren Antriebsstrategie weiter stark in reine Elektroautos investiert.
Quelle: Volvo – Pressemitteilung vom 17. September 2026; Auto News – Volvo plans 13 all-new models by 2030, split between Western markets and China









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