Das Abfindungsprogramm von BMW lief gerade einmal zwei Wochen und wurde nun bereits wieder geschlossen. Der Andrang auf das vorgelegte Angebot einzugehen war offenbar größer als erwartet, und das Unternehmen bestätigte am Dienstag, die angepeilte Marke „frühzeitig“ erreicht zu haben. Die genaue Zahl wurde nicht genannt, aber es dürfte sich um mehrere Tausend Beschäftigte handeln.
Dem Handelsblatt zufolge war das Personalportal zusammengebrochen, kurz nachdem das Angebot an Zehntausende BMW-Mitarbeitende geschickt worden war. Das Interesse daran zu erfahren, wie viel dem Unternehmen der Abgang des Einzelnen wert ist, war also groß. Aus Industriekreisen heißt es dazu, die Abfindungen würden in Einzelfällen mehr als 650.000 Euro betragen und in vielen Fällen liegen sie wohl im sechsstelligen Bereich.
Dabei gibt es offenbar keine transparente Formel, welche die individuelle Höhe der Abfindungen berechnet, doch BMW sagt, die Konditionen seien nach einheitlichen Grundsätzen ermittelt worden. In einem Muster-Aufhebungsvertrag wird unter anderem die Übernahme von Dienstwagen geregelt und älteren Beschäftigten sollen Privilegien zugesichert worden sein, die sonst nur „BMW-Rentnern“ zustehen.
2027 wird es zwei Stichtage geben, an denen Beschäftigte austreten können. Wer schon früher geht, kann sich dafür jedoch noch einmal einen Aufschlag sichern. Derartige Prämien hatte es auch bei den Abfindungswellen von Mercedes und VW gegeben. BMW liegt laut Handelsblatt jedoch deutlich darüber.
Das steckt hinter BMWs Sparplänen
Der Konzern plant Insidern zufolge bis Ende 2027 8000 Stellen einzusparen. Dafür wurde vom Konzernchef Milan Nedeljković bereits rund eine Milliarde Euro beiseitegelegt und ab 2028 sollen so jährlich rund eine Milliarde Euro gespart werden können. Das Abfindungsprogramm richtet sich jedoch ausschließlich an Bereiche wie Entwicklung und Verwaltung, die außerhalb der Produktion liegen. Zudem sollen auch die Stellen hochrangiger Führungskräfte um circa 20 Prozent reduziert werden.
Hintergrund des Ende Juli bei einer Betriebsversammlung in München angekündigten Abfindungsprogramms ist vor allem die Gewinnwarnung vom 16. Juni. Sie traf nur einen Monat nach Nedeljkovićs Amtsantritt ein. BMW hatte die erwartete EBIT-Marge im Automobilgeschäft daraufhin von 4 bis 6 auf 1 bis 3 Prozent gesenkt. Gründe für den Gewinneinbruch sind wohl das schwächelnde Chinageschäft, der Nahost-Konflikt und die US-Zölle.
BMW hat vor, das Programm bis Mitte November abzuschließen und bis dahin soll jeder Beschäftigte wissen, ob ein Aufhebungsvertrag unterzeichnet werden kann. Schließlich gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit und auch der Arbeitgeber muss der Abfindung noch einmal zustimmen. Die Arbeitsverhältnisse der Abgefundenen sollen dann bis spätestens Ende Oktober 2027 beendet werden.
Quellen: Handelsblatt – Tausende wollen BMW verlassen – Abfindungsprogramm geschlossen / BMW Group – Pressemitteilung







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