BMW erprobt Wasserstoff-Verbrenner in der Logistik

BMW erprobt Wasserstoff-Verbrenner in der Logistik
Copyright:

BMW

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Im BMW Group Werk Leipzig startet die Erprobung eines 18-Tonnen-Lkw mit Wasserstoffverbrennungsmotor im realen Werksverkehr. Hierbei wird Wasserstoff in einem auf Dieseltechnologie basierenden Kolbenmotor nahezu CO2-frei zu Wasserdampf verbrannt. In dem Projekt beliefert nun ein H2-Verbrenner-Lkw die Technologie Exterieur Komponenten (TEK) im Werk Leipzig mit Teilen für die Produktion von Kunststoffteilen, wie zum Beispiel Stoßfänger und Spoiler. In einer zweiten Phase versorgt der Wasserstoffverbrenner zusätzlich die Fahrzeugmontage just-in-time mit Exterieurteilen aus der TEK. Damit testet die BMW Group eine weitere Technologie, um die CO₂-Emissionen ihrer weltweiten Transporte zu senken.

Die Erprobung erfolgt sowohl auf längeren Transportstrecken als auch im Dreischichtbetrieb im Werksumfeld. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, geeignete Einsatzprofile für den Wasserstoffverbrennungsmotor in der Logistik zu identifizieren. „Die Logistik ist das Rückgrat unserer Produktion. Deshalb verfolgen wir einen technologieoffenen und datenbasierten Ansatz, um geeignete alternative Lkw-Antriebe für den jeweiligen Anwendungsfall zu identifizieren. Erstmalig in der deutschen Automobilproduktion setzen wir einen Lkw mit Wasserstoffverbrennungsmotor im Regelbetrieb ein. Mit diesem Projekt gewinnen wir wertvolle Praxiserfahrungen im realen Logistikbetrieb und leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Technologie“, erklärt Dirk Wiedmann, Leiter Produktionsnetzwerk und Logistik BMW Group.

Wasserstoff-Lkw eignen sich für Transportprofile mit hohen täglichen Fahrleistungen, im Mehrschichtbetrieb oder bei besonderen infrastrukturellen Anforderungen. Kurze Betankungszeiten verringern Standzeiten. Erforderlich ist jedoch eine geeignete und zuverlässig verfügbare Wasserstofftankstelleninfrastruktur.

Wasserstoffmotor baut auf bewährter Dieseltechnologie auf

Der Wasserstoffverbrennungsmotor basiert auf der Dieseltechnologie und ist somit in bestehende Fahrzeug- und Wartungsstrukturen leicht integrierbar. Dies erleichtert den Hochlauf der H2-Verbrenner-Technologie. Ebenso bietet der Wasserstoffverbrennungsmotor bei hohen Lasten und dynamischen Fahrprofilen vergleichbare Performance und Robustheit wie ein Dieselmotor. Insbesondere im Vergleich zur Wasserstoff-Brennstoffzelle ist der Wasserstoffmotor gegenüber unterschiedlichen Wasserstoffqualitäten deutlich weniger empfindlich und kann so eine höhere Verfügbarkeit garantieren.

Die Erprobung des Lkw mit Wasserstoffverbrennungsmotor im BMW Group Werk Leipzig ist Teil des Forschungs- und Entwicklungsprojekts HyCET – kurz für „Hydrogen Combustion Engine Trucks“. Das vom Bundesministerium für Verkehr geförderte Projekt entwickelt und erprobt Lkw mit Wasserstoffverbrennungsmotor unter realen Einsatzbedingungen.

Unter Leitung der BMW Group bündeln die Projektpartner ihre Kompetenzen in der Fahrzeugentwicklung, dem Aufbau der erforderlichen Wasserstoffinfrastruktur und dem praktischen Logistikbetrieb. So wurde der Wasserstoffmotor von Deutz entwickelt, die Rudolph Logistik Gruppe betreibt den H2-Verbrenner-Lkw und Teal Mobility errichtete die nötigen Wasserstofftankstellen. Ziel ist es, belastbare Daten für die technische, operative, ökologische und wirtschaftliche Bewertung zu gewinnen und geeignete Einsatzbereiche für Wasserstoff-Lkw zu identifizieren.

BMW Group Strategy for Reduced Logistics Emissions

HyCET ist Teil der BMW Group Strategy for Reduced Logistics Emissions. Im Rahmen dieser Strategie entwickelt die BMW Group Logistikkonzepte zur Verringerung der CO₂-Emissionen ihrer weltweiten Transporte und bewertet alternative Antriebstechnologien hinsichtlich ihrer Eignung für unterschiedliche Einsatzbereiche. Bei der technologieneutralen Bewertung alternativer Antriebslösungen ist entscheidend, wie gut eine Technologie zum jeweiligen Transportauftrag passt. Berücksichtigt werden insbesondere die technische Reife und Zuverlässigkeit, die operative Einsatzfähigkeit, die CO₂-Emissionen, die wirtschaftliche Umsetzbarkeit sowie die Verfügbarkeit der erforderlichen Energie- und Betankungsinfrastruktur.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 6.10.2026

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in BMW Elektroautos

BMW Leipzig: Wasserstoff für die Lackiererei, nicht fürs Auto

BMW Leipzig: Wasserstoff für die Lackiererei, nicht fürs Auto

Sebastian Henßler  —  

Das BMW-Werk Leipzig erhält bis 2028 eine rund zwei Kilometer lange Pipeline zum Wasserstoff-Kernnetz. Profitieren soll vor allem die Lackiererei.

Wie BMW sich gegen die Krise stemmt

Wie BMW sich gegen die Krise stemmt

Michael Neißendorfer  —  

BMW gibt einen Ausblick auf seine Zukunftsplanung. Das Ziel ist, die Resilienz des Unternehmens und die Wettbewerbsfähigkeit der Strukturen zu erhöhen

BMW i3: Elektrischer 3er mit bis zu 912 km Reichweite

BMW i3: Elektrischer 3er mit bis zu 912 km Reichweite

Sebastian Henßler  —  

Erstmals gibt es den BMW 3er als reines E-Auto. Zunächst gibt es zwei Allrad-Modelle, die günstigeren Varianten folgen später.

Made in Germany: Neuer BMW i3 samt Batterie aus Bayern

Made in Germany: Neuer BMW i3 samt Batterie aus Bayern

Sebastian Henßler  —  

BMW investiert rund zwei Milliarden Euro in den neuen 3er. Der vollelektrische i3 entsteht in München, seine Batterien kommen aus Irlbach-Straßkirchen.

BMW Gen6-Batterie erhält Technologiepreis in China

BMW Gen6-Batterie erhält Technologiepreis in China

Daniel Krenzer  —  

BMW erhält in China eine renommierte Auszeichnung für seine Gen6-Hochvoltbatterie – ein kleiner Hoffnungsschimmer in einem schwierigen Markt.

So will BMW den neuen i3 besonders nachhaltig machen

So will BMW den neuen i3 besonders nachhaltig machen

Daniel Krenzer  —  

BMW will den neuen i3 besonders nachhaltig produzieren. Recyclingmaterialien, kurze Wege und erneuerbare Energien spielen dabei eine zentrale Rolle.