Veränderungen in der Produktion werden zur Normalität

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Iris Martinz
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Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung. Was schon der griechische Philosoph Heraklit wusste, wird für Autobauer weltweit wohl zur Normalität. Die Zukunft ist unsicher, ständige Adaptierungen der Strategien wird erforderlich sein. Davon geht zumindest Marvin Cooke aus, Produktionschef von Toyota Europe, der bei einer Podiumsdiskussion beim Automotive News Europe Kongress in Prag tiefe Einblicke gab.

Kein Glied der Wertschöpfungskette bleibe von Veränderungen verschont, erklärte Cooke. „Wir sind durch eine beispiellose Periode von Herausforderungen gegangen und die frühere Normalität ist weg„, führte Cooke weiter aus. Nach seiner Ansicht wäre so eine Situation jetzt die neue Normalität, und jeder müsse sich auf diese Diskontinuität einstellen. Toyotas Strategie, diese ständigen Unterbrechungen zu managen, fuße auf zwei Säulen: Transparenz und Sichtbarkeit. Man könne transparent die gesamte Zulieferkette überblicken und Beziehungen aufbauen. So könne man frühzeitig erkennen, wenn in der Zulieferkette irgendwo Probleme entstehen. „Wir sind nicht immun gegen die Unebenheiten in der Zulieferkette„, meinte Cooke, auch wenn er davon ausgeht, dass sich nach der Halbleiterkrise wieder mehr Stabilität in den nächsten Jahren ergeben wird.

Für die nächsten Jahre investiere Toyota vor allem in die Digitalisierung, um die Produktion in Echtzeit überwachen und so deutlich schneller eingreifen zu können. Auch die vorausschauende Wartung des Equipments wird durch den flächendeckenden Einsatz von Sensorik möglich. „Im Produktionsengineering tut sich momentan sehr viel. Digitale Zwillinge und Simulationssoftware ermöglichen es uns, weniger Zeit in der physischen Welt zu verbringen und Produktionszeiten zu verkürzen„, ließ Cooke wissen.

Aufhorchen ließ Cooke mit der Aussage, Toyotas Logistik würde mehr Emissionen verursachen als seine Produktionsanlagen. Daher müsse man das erforderliche Transportvolumen reduzieren, indem Verpackungen eingespart und Routen optimiert werden. Außerdem teste man bereits Brennstoffzellen-LKWs. Was die eigenen Autos betrifft, so verfolge man weiterhin den Multi-Technologieansatz: Toyota werde auch weiterhin sowohl vollelektrische, Brennstoffzellen- als auch Hybrid-Fahrzeuge bauen. Anders als viele andere Hersteller glaube Toyota immer noch an die Brennstoffzelle im PKW, auch wenn der Marktdurchbruch von anderen Playern, beispielsweise aus der Infrastruktur, abhänge. „Brennstoffzellen bieten eine Menge Möglichkeiten – wir haben in Belgien ein eigenes Team, das Brennstoffzellen baut„, erklärte Cooke. Insgesamt kämen aus den eigenen Mitarbeiterreihen die größten Innovationen, weshalb man die Mitarbeiter „nicht fürs Arbeiten bezahle, sondern fürs Denken.“

Quelle: Automotive News Europe – Toyota Europe’s manufacturing chief sees disruption as the „new normal“ for automakers

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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