Van Hool stellt E-Bus-Reihe mit verschiedenen alternativen Antrieben vor

Van Hool stellt E-Bus-Reihe mit verschiedenen alternativen Antrieben vor
Copyright:

Van Hool

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 5 min

Van Hool, der belgische Hersteller von Omnibussen und Nutzfahrzeugen, hat den ersten Teil einer völlig neuen Palette von 100 Prozent emissionsfreien Linienbussen vorgestellt. Der Van Hool A12 Battery Electric ist das erste Fahrzeug aus einer neu entwickelten Busreihe in vier verschiedenen Längen (12 m, 13 m, 18 m und 24 m), die ausschließlich emissionsfreie Antriebssysteme haben: Batterie, Brennstoffzelle (Wasserstoff) und Oberleitung. Mit dieser neuen A-Reihe baut das Unternehmen auf die vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich umweltfreundliche Linienbusse für den öffentlichen Stadt- und Regionalverkehr auf.

Van Hool ist laut eigener Aussage bereit, auf die ständig wachsende Nachfrage öffentlicher Verkehrsbetriebe zu reagieren, die intensiv an der Umstellung ihrer Flotte auf umweltfreundliche Lösungen arbeiten. Noch vor der offiziellen Ankündigung der neuen A-Reihe konnte Van Hool bereits 13 Bestellungen über insgesamt 162 Busse verbuchen.

„Mit der neuen A-Reihe wollten wir ein umweltfreundliches, 100 Prozent emissionsfreies, komfortables, sicheres, zeitloses und nachhaltiges Busangebot entwickeln, das europaweit im Stadt- und Regionalverkehr eingesetzt werden kann.“ – Filip Van Hool, CEO Van Hool

Mit der A-Reihe will das Unternehmen eine integrierte neue Fahrzeugreihe präsentieren, die den hohen Erwartungen der Verkehrsbetriebe, der Fahrer und der Fahrgäste gerecht werden soll. Das neue Innen- und Außendesign und die Entscheidung für 3 unterschiedliche Antriebslösungen ergaben sich dem Hersteller zufolge zum einen aus den internationalen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte und andererseits aus den Herausforderungen, die in den nächsten Jahren auf die öffentlichen Verkehrsbetriebe zukommen werden: Diese setzen verstärkt voll auf die Umstellung auf eine umweltfreundliche, emissionsfreie Fahrzeugflotte.

Van Hool will mit den neuen E-Bussen Komfort und Sicherheit für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs, ein angenehmes Arbeitsumfeld für die Fahrer:innen und Gesamtkosten (total cost of ownership) sicherstellen, mit denen Busbetreiber und Verkehrsbetriebe ihre Aufgabe gewinnbringend erfüllen können. „Wir sind mehr denn je bereit, auf dem europäischen Markt für den öffentlichen Verkehr eine entscheidende Rolle zu übernehmen“, sagt Filip Van Hool.

Bei der Konzeption und Entwicklung der neuen A-Reihe wurde vor allem auf das Gewicht, die Langlebigkeit und die Modularität der Busse geachtet. Gewichtseinsparungen in der Struktur wurden unter anderem durch die Verwendung von hochfestem Edelstahl, leichten Verbundwerkstoffen und langlebigen Verbundtechniken erreicht. Computersimulations- und Optimierungstechniken wurden in der Entwicklung mit mehr als 75 Jahren Handwerkskunst und Erfahrung kombiniert, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung.

Elektro-Wasserstoff-Bus-Van-Hool-Seite
Van Hool

Auf dem selbsttragenden Sandwichdach des Busses wurde ein modulares Montagesystem für die Installation von Komponenten wie Batterien, Klimaanlagen und Steuerungssystemen angebracht. Die Nachrüstung, ein eventueller späterer Umbau und der Austausch gegen andere Komponenten werde dadurch erleichtert und garantiere eine lange Lebensdauer des Fahrzeugs. Auf diese Weise will Van Hool einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.

Noch vor der offiziellen Präsentation der A-Reihe gingen bei dem Unternehmen in Koningshooikt bereits 13 Bestellungen über insgesamt 162 Busse ein, darunter acht Brennstoffzellenbusse für den Einsatz in Deutschland:

  • 67 batterieelektrische Van Hool A13-Busse für Tide – Aalborg (DK)
  • 36 batterieelektrische Busse Van Hool A12 für De Lijn – Flandern (B)
  • 19 batterieelektrische Busse Van Hool A12 für die Pächter von De Lijn – Groep Waaslandia (B), De De Decker – Van Riet (B), Parmentier (B)
  • 2 Van Hool A12 Brennstoffzellenbusse für FAHMA – Frankfurt (D)
  • 6 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Eberswalde (D)
  • 4 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Pau (F)
  • 14 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Réseau Astuce – Rouen (F)
  • 7 Van Hool A12 Brennstoffzellenbusse für SMTC90 – Belfort (F)
  • 7 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Lorient (F)

Das Design der neuen A-Reihe zeichnet sich am Bug vor allem durch seine aerodynamische Form aus. Die große Windschutzscheibe biete eine optimale Sicht – für Fahrer:innen wie auch für die Fahrgäste. Die Busse werden mit LED-Scheinwerfern mit Tagfahrlicht ausgerüstet.

Am Fahrzeugheck sorgt eine große Heckscheibe für viel Tageslichteinfall. Auch hier kommen LED-Leuchten der neusten Generation zum Einsatz. Die große Heckklappe ermögliche einen benutzerfreundlichen Zugang zur Bustechnik. Die großen Seitenfenster verstärken den Tageslichteinfall und sorgen so für mehr Helligkeit im Bus. Die Busse haben breite Fahrgasttüren, die den Fahrgästen das Ein- und Aussteigen erleichtern sollen. Für die Fahrer:innen ist standardmäßig eine geschlossene Kabine mit viel Stauraum vorgesehen. In der ergonomischen Kabine (die den Normen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) entspricht) können die Fahrer:innen mit einem Blick alle Fahrzeugfunktionen erfassen, was der allgemeinen Sicherheit zugutekomme.

Das Klima im Fahrzeuginneren wird durch ein innovatives System reguliert, bei dem klimatisierte Luft aus einem mittig angeordneten Dachluftkanal strömt. Dieses System basiert auf der Wärmepumpentechnik (mit Wasser als Kältemittel) und der Traktionswärmerückgewinnung und sei nochmals energiesparender als eine herkömmliche Wärmepumpe.

Zur Maximierung der Fahrzeugreichweite war eine Minimierung des Leergewichts der Busse unabdingbar. Durch Berechnungen nach der Finite-Elemente-Methode und die Verwendung hochfester, korrosionsbeständiger (Duplex-)Stahlsorten gelang es, die Stahlstruktur sowohl des Fahrgestells als auch des Seitenrahmens zu optimieren. Komplettiert werde die Gewichtsoptimierung durch das leichte State-of-the-Art-Sandwichdach.

Auf dem Weg in eine CO2-freie Zukunft

Die neue A-Reihe wurde speziell zur Unterstützung einer kohlenstofffreien Zukunft ohne Abstriche bei Fahreigenschaften, Fahrgastkomfort oder Fahrzeugleistungen entwickelt. Um dieses Ziel zu erreichen, verarbeitet Van Hool als 100 Prozent unabhängiger Fahrzeugintegrator Komponenten und Technologien unterschiedlicher Zulieferer und Projektpartner. Im Vorgriff auf sein 75. Unternehmensjubiläum (1947-2022) will Van Hool damit seine Innovationsstärke beweisen, die sich auf langjährige Erfahrung stützt. Van Hool baute bereits mehr als 1400 elektrisch angetriebene Linien- und Reisebusse in verschiedenen komplexen Ausführungen: mit Batterie-, Hybrid-, Wasserstoff- und Oberleitungsantrieb. Ende 2020 lieferte Van Hool den ersten von zehn vollständig batteriebetriebenen Elektro-Reisebussen vom Typ CX45E mit Ladeinfrastruktur in die USA aus. Inzwischen wurden von diesem Bustyp 22 Exemplare verkauft und jüngst wurde der TDX25E lanciert: der weltweit erste Doppeldecker-Reisebus mit 100 Prozent Batterieantrieb.

Van Hool ist ein unabhängiger belgischer Hersteller von Linienbussen, Reisebussen und Nutzfahrzeugen mit Sitz in Koningshooikt. Der überwiegende Teil der Produktion ist für Europa und Nordamerika bestimmt. Van Hool beschäftigt weltweit mehr als 3500 Mitarbeiter, die meisten davon an den Produktionsstandorten in Koningshooikt (Belgien) und Skopje (Nordmazedonien).

Quelle: Van Hool – Pressemitteilung vom 07.06.2022

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Green NCAP: Was hinter dem Sterne-Rating wirklich steckt

Green NCAP: Was hinter dem Sterne-Rating wirklich steckt

Sebastian Henßler  —  

Green NCAP bewertet Neuwagen nach Schadstoffausstoß, Energieeffizienz und Treibhausgasen – seit 2025 auf Basis einer vollständigen Lebenszyklusanalyse.

Citroën 2CV: Die „Ente“ kommt als Elektroauto zurück

Citroën 2CV: Die „Ente“ kommt als Elektroauto zurück

Sebastian Henßler  —  

Citroën positioniert den neuen 2CV als erschwingliches Stadtauto – passend zu Stellantis‘ Ankündigung einer neuen Klasse günstiger Elektroautos für Europa.

Audi: Drei Krisen, ein Chef, kein Ausweg in Sicht

Audi: Drei Krisen, ein Chef, kein Ausweg in Sicht

Sebastian Henßler  —  

Audis Elektrowerk in China läuft mit fünf Prozent Auslastung, der A4 steckt im Projektstopp – Döllner kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig.

Angriff auf Tesla? Robotaxi von Xpeng ist serienreif

Angriff auf Tesla? Robotaxi von Xpeng ist serienreif

Daniel Krenzer  —  

Xpeng startet mit einem serienreifen Robotaxi in den Markt für autonomes Fahren. Damit fordert der chinesische Hersteller unter anderem Tesla heraus.

Solarzellen im Auto: Studie zeigt enormes Einsparpotenzial

Solarzellen im Auto: Studie zeigt enormes Einsparpotenzial

Sebastian Henßler  —  

Forscher:innen haben 1,3 Millionen Fahrkilometer ausgewertet. Ihr Ergebnis: Solarmodule im Fahrzeug senken den externen Strombedarf pro Kilometer deutlich.

Neuer EnBW-Tarif für E-Autos ohne Smart Meter

Neuer EnBW-Tarif für E-Autos ohne Smart Meter

Sebastian Henßler  —  

EnBW führt den Stromtarif FlexBonus ein: E-Auto-Besitzer:innen ohne Smart Meter können bis zu 100 Euro im Jahr sparen, wenn sie automatisch laden.

MG will Italiens E-Auto-Markt mit Preisdruck erobern

MG will Italiens E-Auto-Markt mit Preisdruck erobern

Sebastian Henßler  —  

MG drückt den Preis des MG4 Urban unter 20.000 Euro – und reagiert damit direkt auf BYD, das seinen Rückstand in Europa binnen eines Jahres fast aufgeholt hat.