E-Auto-Fahrer trotz Fehlern zufrieden mit Ladeinfrastruktur

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Die aktuelle „Public Charging Study 2025“ von Uscale, einem Beratungs- und Marktforschungsunternehmen zur Elektromobilität, liefert ein ambivalentes Bild über den Zustand des öffentlichen Ladens von Elektroautos in Deutschland. Zwar ist die große Mehrheit zufrieden, doch Ladefehler spielen weiter eine große Rolle. Befragt wurden im September und Oktober 2025 insgesamt fast 3000 Fahrende, davon 1599 speziell zu Erfahrungen an öffentlichen Ladepunkten. Obwohl neun von zehn Nutzerinnen und Nutzern bereits Ladefehler erlebt haben – bei 30 Prozent sogar häufig – geben 85 Prozent an, dass das öffentliche Laden ihre Erwartungen „erfüllt oder übertrifft“.

Dennoch zeigen sich Schwächen bei der Verfügbarkeit von öffentlicher Ladeinfrastruktur: 76 Prozent der Befragten berichten, bereits auf eine defekte Ladesäule gestoßen zu sein. 63 Prozent konnten mindestens einmal den Ladevorgang nicht starten, 58 Prozent hatten Probleme mit Authentifizierung oder Bezahlung. Besonders störend sind Ladeabbrüche, vor allem wenn weder App noch Fahrzeug über den Fehler informieren. Trotz dieser Defizite bleibt die Gesamtbewertung positiv, nicht zuletzt dank des Kundensupports: Jede dritte Person kontaktierte bei Problemen eine Hotline – in 75 Prozent der Fälle konnte das Anliegen gelöst werden, in 55 Prozent sogar „besser als erwartet“.

Erwartungen an die Ladequalität steigen

Dr. Axel Sprenger, Geschäftsführer von Uscale, sagte laut Pressemitteilung: „Mit dem Marktwachstum steigen auch die Erwartungen an die Ladequalität. Alle Akteure im Lade-Ökosystem müssen gezielter in die Fehlervermeidung investieren. Viele Probleme entstehen im Zusammenspiel technischer Komponenten, daher kann eine Lösung nur durch engere Zusammenarbeit gelingen.“

Für Betreiber, Netzwerke und Politik steckt in den Ergebnissen indes eine klare Botschaft: Es reicht nicht, lediglich die Zahl der Ladepunkte zu erhöhen. Entscheidend ist die Qualität der Ladeerfahrung – dazu zählen stabile Technik, reibungslose Prozesse beim Starten, Beenden und Bezahlen sowie eine hohe Verfügbarkeit. Nur so kann Vertrauen entstehen und die Akzeptanz für öffentliches Laden langfristig gestärkt werden.

Die Studie bestätigt, dass Deutschland im Bereich öffentliches Laden – anders als an manchen Stammtischen diskutiert – auf einer soliden Basis steht, gleichzeitig aber noch erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Nutzungsqualität besteht. Betreiber und Hersteller sind laut Uscale gefordert, die zahlreichen kleinen, aber spürbaren Ärgernisse zu beseitigen, damit die Nutzerinnen und Nutzer auch in Zukunft zuverlässig laden können.

Quelle: Uscale – Pressemitteilung im November 2025

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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