USA bleiben für Volvo trotz Zoll-Risiken wichtig

USA bleiben für Volvo trotz Zoll-Risiken wichtig
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Volvo hat den Produktionsstart seines kleinen Elektro-SUV EX30 in Gent, Belgien begonnen. Bisher kam das Modell ausschließlich aus China, was in den USA wegen hoher Zölle Probleme verursacht hat. Mit der Fertigung in Europa entfallen diese Hürden teilweise, doch die Herausforderungen für Volvo bleiben groß. Damit auseinandersetzen muss sich seit April Hakan Samuelsson, der 74-Jährige soll den angeschlagenen Automobilhersteller neu ausrichten. Seit dem Börsengang 2021 hat Volvo rund zwei Drittel seines Marktwerts verloren. Verzögerungen bei neuen Modellen und schwache Verkaufszahlen belasten das Unternehmen zusätzlich, wie Automotive News Europe berichtet.

Samuelsson reagierte schnell: Er tauschte den Finanzchef aus, verschärfte die Rückkehrregeln ins Büro und prüft eine Ausweitung der Produktion in den USA. Und dennoch bleibt die Lage auf dem US-amerikanischen Markt schwierig. Wegen der Mehrheitseigentümerschaft durch den chinesischen Konzern Geely droht Volvo ein mögliches Verkaufsverbot. Neue US-Regeln könnten Autos mit chinesischer Software oder chinesischen Bauteilen sogar vollständig vom Markt ausschließen. Analysten warnen bereits, dass ein solches Szenario für Volvo erhebliche Folgen hätte.

Obwohl Volvo in Europa mit dem EX30 Erfolge feiert, rutschte der Marktanteil im ersten Quartal leicht ab – von 2,7 auf 2,4 Prozent. Damit bleibt noch Luft nach oben. In China gestaltet sich die Situation komplizierter. Lokale Anbieter wie BYD bieten schneller ladende E-Autos mit modernerer Technik an und setzen damit europäische Hersteller unter Druck. Samuelsson will die engen Verbindungen zu anderen Marken im Geely-Verbund stärker nutzen. Auf der Hauptversammlung Anfang April betonte er, dass sich daraus Chancen ergeben könnten, etwa durch die Zusammenarbeit mit Zeekr oder Lynk & Co. In China will Volvo so wettbewerbsfähiger werden.

In den USA feiert Volvo in diesem Jahr sein 70. Jubiläum. Der Markt ist für den Hersteller besonders wichtig, jeder Sechste aller Volvos wird dort verkauft. Das Werk in South Carolina spielt dabei eine zentrale Rolle. Dort wird der große Elektro-SUV EX90 gebaut, der für Volvo in den USA eine Schlüsselrolle übernehmen soll. Ein weiteres Modell für das Werk ist bereits in Planung. Die Einführung des EX90 verlief jedoch holprig. Probleme bei der Software verzögerten den Marktstart. Währenddessen bringen Wettbewerber neue Modelle mit 800-Volt-Technik und kürzeren Ladezeiten auf den Markt. Volvo geriet dadurch ins Hintertreffen. Wobei hier zumindest noch vor dem Facelift mit Umstellung ebenfalls auf eine 800-Volt-Architektur Abhilfe geschafft werden soll.

Auch der kleinere EX30 kam später als geplant in die USA. Als im Sommer neue Strafzölle auf chinesische Elektroautos verhängt wurden, musste Volvo reagieren. Der Produktionsausbau in Belgien kostete rund 200 Millionen Euro. Gleichzeitig bleibt der US-Markt eine Baustelle. Volvo exportiert weiterhin etwa 90 Prozent seiner Autos aus Europa in die USA. Damit ist der Konzern besonders anfällig für Handelskonflikte und neue Zölle. Experten sehen das Unternehmen unter den großen Autobauern als einen der verwundbarsten Player in diesem Bereich. Allerdings steht noch nicht fest, wie genau die neuen US-Regeln aussehen werden.

Quelle: Automotive News Europe – New Volvo CEO faces multiple tariff-related challenges

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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