USA erheben 93,5 Prozent Zoll auf chinesischen Graphit

USA erheben 93,5 Prozent Zoll auf chinesischen Graphit
Copyright:

Shutterstock / 2246363813

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 2 min

Das US-amerikanische Handelsministerium gab vor wenigen Tagen vorläufige Zölle in Höhe von 93,5 Prozent auf Einfuhren von Graphit aus China bekannt. Bei Graphit handelt es sich unter anderem um ein wichtiges Material für die Herstellung von Elektroauto-Batterien. Außerdem sei es, so die Internationale Energieagentur, eines der am stärksten von potenziellen Versorgungsrisiken bedrohten Materialien und bleibe voraussichtlich bis mindestens 2030 das gebräuchlichste Anodenmaterial. In Sachen Verarbeitungskapazität dominiert China den globalen Markt. Im vergangenen Jahr kamen somit etwa zwei Drittel der fast 180.000 in die USA importierten Tonnen Graphit aus China.

Mit den Untersuchungen folgte das Handelsministerium zwei Petitionen des Handelsverbandes American Active Anode Material Producers, der US-Graphitproduzenten vertritt. Diese wurden im vergangenen Dezember eingereicht. Dabei kam die Behörde zu dem Schluss, dass das Material in unfairer Weise subventioniert worden sei und gegen Antidumpinggesetze verstoße. Die neuen Zölle kommen dann zu den bestehenden Zöllen hinzu, sodass sich der effektive Zollsatz auf insgesamt 160 Prozent erhöht.

Mit den neuen Zöllen verschärft sich die ohnehin bereits angespannte, globale Situation der Elektroauto- und Batteriebranche mehr, denn die Kosten für Hersteller, die auf Graphit angewiesen sind, steigen immer weiter. So versuchen einige Unternehmen in den USA, die Zölle zu verhindern, beispielsweise Tesla sowie das japanische Unternehmen Panasonic, das Batterien an Tesla liefert. Sie seien auf chinesische Graphitimporte angewiesen, weil die US-Industrie weder eine ausreichende Qualität noch Quantität liefern kann.

Der Zoll wäre also ein Schlag für die Batteriehersteller. Dem Leiter des Bereichs Batteriematerialien bei der Beratungsfirma CRU Group, Sam Adham, zufolge entspreche ein 160-prozentiger Zoll zusätzlichen Kosten in Höhe von 7 US-Dollar pro Kilowattstunde für eine durchschnittliche EV-Batteriezelle. Das wiederum sei ein Fünftel der Steuergutschriften für die Batterieherstellung, die aus dem Inflation Reduction Act stammen und den Haushaltsentwurf von Präsident Trump überlebt haben, sagte er gegenüber Automotive News. Die endgültige Entscheidung über die zusätzlichen Zölle soll bis zum 5. Dezember bekannt gegeben werden.

Quelle: Automotive News – U.S. set to impose 93.5% tariff on Chinese graphite, a key EV battery material

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

Porsche treibt Kreislaufwirtschaft bei Batterien voran

Porsche treibt Kreislaufwirtschaft bei Batterien voran

Sebastian Henßler  —  

Porsche hat gemeinsam mit Cylib erstmals Batteriezellen hergestellt, deren Kathodenmaterial zu 100 Prozent aus recycelten Rohstoffen besteht.

CATL Tectrans II: Bis zu 1000 Kilometer Reichweite für E-Lkw

CATL Tectrans II: Bis zu 1000 Kilometer Reichweite für E-Lkw

Sebastian Henßler  —  

Bis zu 1000 Kilometer Reichweite und 80 Prozent Ladestand in 25 Minuten: Tectrans II setzt auf Megawatt-Laden für lange Strecken im Fernverkehr.

BYD will 2027 erstes Auto mit Festkörperbatterie ausstatten

BYD will 2027 erstes Auto mit Festkörperbatterie ausstatten

Daniel Krenzer  —  

BYD will 2027 erstmals ein Fahrzeug mit Festkörperbatterie ausstatten. Für die breite Masse der E-Autos dürfte die Technik aber vorerst kaum sinnvoll sein.

Mehr Energie, geringere Kosten: Fraunhofer ISE optimiert Batteriezellen

Mehr Energie, geringere Kosten: Fraunhofer ISE optimiert Batteriezellen

Michael Neißendorfer  —  

Zehn bis 15 Prozent mehr Kapazität durch eine höhere Beschichtungsdicke der Batterieelektroden stellen die Forscher in Aussicht – und deutlich geringere Kosten.

Speicher-Hochzeit: So verbindet BMW Akku und Karosserie

Speicher-Hochzeit: So verbindet BMW Akku und Karosserie

Sebastian Henßler  —  

Bei der sogenannten Speicher-Hochzeit verbinden Roboter künftig Hochvoltbatterie und Karosserie bereits am Anfang der Fahrzeugmontage in Regensburg.

LG Energy Solution sichert sich US-Lithium aus Arkansas

LG Energy Solution sichert sich US-Lithium aus Arkansas

Arun Niemann  —  

Ein Zehnjahresvertrag mit Smackover Lithium soll LG Energy Solution unabhängiger von Importen machen und die US-Lieferkette für Batterien stärken.

Aviloo-Studie: Batteriezustand bei E-Autos schwankt stark

Aviloo-Studie: Batteriezustand bei E-Autos schwankt stark

Sebastian Henßler  —  

Der neue Aviloo Report wertet über 500.000 unabhängige Batterietests an 20 E-Auto-Modellen aus und zeigt, wie stark sich einzelne Fahrzeuge unterscheiden.