Türkischer Autohersteller TOGG: Große Pläne – 1 Millionen E-Autos bis 2030

Türkischer Autohersteller TOGG: Große Pläne – 1 Millionen E-Autos bis 2030
Copyright:

TOGG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der türkische Automobilhersteller TOGG plant sein Angebot an E-Modellen weiter auszubauen. Bisher war nur bekannt, dass man einen Elektro-SUV auf die Straße bringen wolle, welcher im C-Segment unterwegs sei. Mittlerweile wurde bekannt, dass vier weitere Fahrzeuge folgen sollen. Unter anderem eine Elektro-Limousine, welche auf der CES 2022 zu sehen war. Jedoch verspätet sich die Markteinführung gegenüber erster Pläne.

Im ersten Quartal 2023 soll der E-SUV auf die Straße kommen. Dieser baut ebenso wie die folgenden Modelle auf einer eigens entwickelten Plattform auf. Neben dem E-SUV habe man eine Limousine und ein Fließheckmodell im C-Segment sowie ein B-SUV und ein Van geplant. Passt ganz gut zu der Aussage des Unternehmens, dass man sich als Schaffer einer „globalen Technologie-Marke, deren geistiges und gewerbliches Eigentum zu 100 % der Türkei gehört und die den Kern des türkischen Mobilitätsökosystems bilden wird“ sieht.

Bereits gegen Ende 2017 hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, das Land wolle bis zum Jahr 2021 eine neue Automarke zum Leben erwecken. TOGGs Pläne wurden im Juni 2018 konkreter und erfuhren im April 2019 bereits eine Schärfung, nachdem zuvor nur wage Informationen bekannt waren. Zuletzt standen äußerst leistungsstarke, günstige Hanf-Batterie zur Debatte, welche im Stromer zum Einsatz kommen sollenDoch es kommt anders und das E-Auto von TOGG bezieht seine Energie aus Batterien aus Deutschland. Besser gesagt aus chinesischen Batterien, welche in Deutschland gefertigt werden. Denn der chinesische Batteriehersteller Farasis, der derzeit Kunden für sein zukünftiges Werk in Bitterfeld-Wolfen sammelt, wird die Lithium-Ionen-Akkus für das türkische Elektroauto liefern. Allerdings ist Farasis nicht nur Zelllieferant von TOGG, sondern auch Partner für die Montage der Batterien. Nahe des TOGG-Werks errichtet Farasis derzeit die dafür notwendige Batteriemontage.

Ab 2022 soll das E-Auto offiziell in den Verkauf gehen. Nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Deutschland. Nun wird es eben doch ein wenig später. Statt im vierten Quartal 2022 soll der TOGG E-SUV ab dem ersten Quartal 2023 auf der Straße zu sehen sein. Unternehmenschef Gürcan Karakas äußerte sich gegenüber der Automobilwoche, dass das Fahrzeug in zwei Designvarianten gefertigt werden soll. Die Rede ist hiervon von einer „westlichen“ und eine für den „eher orientalischen Geschmack“.

Ob ein ähnlicher Ansatz bei der E-Limousine gewählt wird, wird sich zeigen müssen. Grundsätzlich ging es bei der Premiere auf der CES hauptsächlich um das Design des Stromers. Gestaltet wurde dies vom italienischen Spezialisten Pininfarina. Muskulöses Heckdesign und eine Schulterlinie hervor, die sich von den Scheinwerfern bis zum Heck erstreckt, gelten als prägende Elemente der Studie. Zudem sind Kameras anstatt Rückspiegel verbaut – kennt man so spätestens seit dem Audi e-tron.

Neben den fünf Modellen gab Unternehmenschef Gürcan Karakaş zu verstehen, dass TOGG bis 2030 eine Million Fahrzeuge der fünf genannten Modelle produzieren wolle. Natürlich in der eigens dafür errichteten Fabrik im türkischen Gemlik. 175.000 Fahrzeugen pro Jahr sollen dort vom Band fahren.

Quelle: electrive.net – Togg präzisiert E-Roadmap und zeigt Limousinen-Studie

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.