Bosch-Manager soll türkisches Elektroauto Wirklichkeit werden lassen

Bosch-Manager soll türkisches Elektroauto Wirklichkeit werden lassen
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Die Türkei plant ihren eigenen „Elektroauto fürs Volk“. Bereits gegen Ende des vergangenen Jahres hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, das Land wolle bis zum Jahr 2021 eine neue Automarke zum Leben erwecken. Diese Pläne wurden dem Manager Magazin zufolge nun konkreter.

Demnach haben die fünf an dem Prestigeprojekt beteiligten türkischen Unternehmen eine gemeinsame Firma mit dem Namen Turkey’s Automobile Initiative Group gegründet – und die Führungskraft als Chef für das Nationalauto-Projekt in Deutschland gefunden: Bosch-Manager Mehmet Gürcan Karakas, ein gebürtiger Türke und bei dem Zulieferer als Bereichsvorstand für den Geschäftsbereich Elektroantriebe am Standort Bühlertal tätig, soll das Konsortium ab September leiten. Die Personalie verkündete Erdogan in einem TV-Interview.

Karakas freue sich sehr darüber, sein Wissen und seine langjährige Erfahrung – er ist seit mehr als zwölf Jahren in der Automobilindustrie tätig – in sein Heimatland zu transferieren. In einer ersten Stellungnahme sagte er, man könne sich sicher sein, „dass die Türkei eine im globalen Umfeld wettbewerbsfähige Marke produzieren wird.“

Drei Modelle in Planung

Das erste Modell des neuen Herstellers soll ein reines Elektroauto werden, wie der Chef eines der an dem Konsortium beteiligten Unternehmens im März sagte. Die Präsentation eines Prototypen ist für 2019 vorgesehen, zwei Jahre später soll der Stromer aus der Türkei auf die Straße kommen. Bekannt ist auch, dass auf der geplanten Plattform drei verschiedene Modelle entstehen sollen. Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die Türkei sei ebenfalls auf der Agenda.

Die fünf am türkischen Auto-Projekt beteiligten Unternehmen halten jeweils 19 Prozent an der Turkey’s Automotive Initiative Group. Zwei von ihnen haben bereits langjährige Erfahrung im Fahrzeugbau, so das Manager Magazin: Die Anadolu-Gruppe stellt seit Jahrzehnten in einer Kooperation mit Isuzu Lieferwagen, Leicht-Lkw, Pickups und Busse her. Und das türkisch-katarische Unternehmen BMC ist einer der größten Nutzfahrzeughersteller im Land. Komplettiert wird das Konsortium mit dem größten türkischen Mobilfunkanbieter Turkcell, der Zorlu Holding, die unter anderem im Bereich der Elektronik aktiv ist, sowie der Kök Group.

Eine erste Vorbestellung gibt es auch bereits: Durch den Staatspräsidenten Erdogan, der bereits im November sagte: „Ich will das erste dieser Autos besitzen, und natürlich werde ich es bezahlen“. Und er ist sich sicher: „Wir werden das türkische Auto mit dem besten Design und der besten Technologie produzieren, sowohl für unser Land als auch für die Welt“.

Quelle: Manager Magazin – Bosch-Manager soll türkisches Elektro-Volksauto auf die Straße bringen

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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