Toyota erweitert seine Aktivitäten im Bereich Kreislaufwirtschaft und kündigt den Bau einer weiteren Anlage in Europa an. In Wałbrzych in Polen entsteht eine Fabrik mit einer Fläche von 25.000 Quadratmetern, die auf die Verarbeitung von Autos am Ende ihres Lebenszyklus ausgerichtet ist. Nach Unternehmensangaben soll das Werk jährlich rund 20.000 sogenannte End-of-Life-Autos behandeln.
Mit dem Projekt verfolgt der Hersteller das Ziel, Wertstoffe systematisch zurückzugewinnen und erneut in die eigene Produktion einzubringen. Grundlage bilden die Prinzipien Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln. Ausgediente Autos werden dabei nicht nur zerlegt, sondern gezielt analysiert. Komponenten wie Batterien, Räder oder weitere Bauteile prüft das Unternehmen auf ihr Potenzial zur Wiederaufbereitung oder Weiterverwendung. Materialien, die sich nicht direkt erneut einsetzen lassen, gelangen in Recyclingprozesse.
Kupfer, Stahl, Aluminium sowie Kunststoffe sollen aufbereitet und in die Fertigung neuer Toyota-Modelle zurückgeführt werden. Der Ansatz umfasst damit sowohl die Rückgewinnung einzelner Bauteile als auch die stoffliche Verwertung von Rohstoffen. Ziel ist es, ökologische Vorteile zu realisieren und Ressourcen effizienter zu nutzen.
Der Standort in Wałbrzych ergänzt bestehende Aktivitäten des Konzerns in Polen. Dort produziert Toyota bereits Schlüsselkomponenten für hybride und konventionelle Antriebe. Die neue Kreislauffabrik wird in diese Struktur eingebettet und erweitert das industrielle Spektrum vor Ort um die systematische Verwertung ausgedienter Autos.
Toyota Kreislaufwerk in Polen das zweite seiner Art in Europa
Innerhalb Europas handelt es sich um das zweite Werk dieser Art. 2025 eröffnete Toyota bereits eine Kreislaufanlage im britischen Burnaston. Leon van der Merwe, Vice President Circular Economy bei Toyota Motor Europe, verweist auf diese Erfahrung: „Dies ist unser zweites Werk für Kreislaufwirtschaft in Europa. Das erste wurde 2025 in Burnaston, Großbritannien, eröffnet und dient uns als Benchmark für den Aufbau kreislauforientierter Geschäftsprozesse.“
Zur Entscheidung für Polen erklärt van der Merwe: „Wir haben uns für Polen entschieden, da es ein großes Marktpotenzial für die Beschaffung von Altfahrzeugen sowie für das Recycling entlang der gesamten Wertschöpfungskette bietet. Darüber hinaus verfügen wir bereits über eine gut etablierte Produktionsinfrastruktur.“ In den kommenden Jahren plant das Unternehmen ähnliche Investitionen in weiteren europäischen Märkten.
Die strategische Ausrichtung ist eng mit dem Anspruch verbunden, CO₂-Neutralität zu erreichen. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft kann dazu beitragen, den Bedarf an CO₂-intensiven Primärrohstoffen zu senken. Wenn Materialien aus bestehenden Autos erneut genutzt werden, verringert sich die Notwendigkeit, neue Rohstoffe zu gewinnen. Gleichzeitig stärkt dieser Ansatz die Lieferketten, da wiederverwertete Materialien innerhalb des eigenen Netzwerks verfügbar bleiben.
Bereits bei der Entwicklung neuer Modelle berücksichtigt Toyota Aspekte wie Wiederverwendung, Wiederaufarbeitung und Recyclingfähigkeit. Konstruktion und Materialwahl sollen so gestaltet sein, dass sich Bauteile am Ende des Lebenszyklus möglichst effizient demontieren und trennen lassen.
Quelle: Toyota – Pressemitteilung








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