Toyota plant Kreislauffabrik in Polen

Toyota plant Kreislauffabrik in Polen
Copyright:

Toyota

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Toyota erweitert seine Aktivitäten im Bereich Kreislaufwirtschaft und kündigt den Bau einer weiteren Anlage in Europa an. In Wałbrzych in Polen entsteht eine Fabrik mit einer Fläche von 25.000 Quadratmetern, die auf die Verarbeitung von Autos am Ende ihres Lebenszyklus ausgerichtet ist. Nach Unternehmensangaben soll das Werk jährlich rund 20.000 sogenannte End-of-Life-Autos behandeln.

Mit dem Projekt verfolgt der Hersteller das Ziel, Wertstoffe systematisch zurückzugewinnen und erneut in die eigene Produktion einzubringen. Grundlage bilden die Prinzipien Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln. Ausgediente Autos werden dabei nicht nur zerlegt, sondern gezielt analysiert. Komponenten wie Batterien, Räder oder weitere Bauteile prüft das Unternehmen auf ihr Potenzial zur Wiederaufbereitung oder Weiterverwendung. Materialien, die sich nicht direkt erneut einsetzen lassen, gelangen in Recyclingprozesse.

Kupfer, Stahl, Aluminium sowie Kunststoffe sollen aufbereitet und in die Fertigung neuer Toyota-Modelle zurückgeführt werden. Der Ansatz umfasst damit sowohl die Rückgewinnung einzelner Bauteile als auch die stoffliche Verwertung von Rohstoffen. Ziel ist es, ökologische Vorteile zu realisieren und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Der Standort in Wałbrzych ergänzt bestehende Aktivitäten des Konzerns in Polen. Dort produziert Toyota bereits Schlüsselkomponenten für hybride und konventionelle Antriebe. Die neue Kreislauffabrik wird in diese Struktur eingebettet und erweitert das industrielle Spektrum vor Ort um die systematische Verwertung ausgedienter Autos.

Toyota Kreislaufwerk in Polen das zweite seiner Art in Europa

Innerhalb Europas handelt es sich um das zweite Werk dieser Art. 2025 eröffnete Toyota bereits eine Kreislaufanlage im britischen Burnaston. Leon van der Merwe, Vice President Circular Economy bei Toyota Motor Europe, verweist auf diese Erfahrung: „Dies ist unser zweites Werk für Kreislaufwirtschaft in Europa. Das erste wurde 2025 in Burnaston, Großbritannien, eröffnet und dient uns als Benchmark für den Aufbau kreislauforientierter Geschäftsprozesse.“

Zur Entscheidung für Polen erklärt van der Merwe: „Wir haben uns für Polen entschieden, da es ein großes Marktpotenzial für die Beschaffung von Altfahrzeugen sowie für das Recycling entlang der gesamten Wertschöpfungskette bietet. Darüber hinaus verfügen wir bereits über eine gut etablierte Produktionsinfrastruktur.“ In den kommenden Jahren plant das Unternehmen ähnliche Investitionen in weiteren europäischen Märkten.

Die strategische Ausrichtung ist eng mit dem Anspruch verbunden, CO₂-Neutralität zu erreichen. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft kann dazu beitragen, den Bedarf an CO₂-intensiven Primärrohstoffen zu senken. Wenn Materialien aus bestehenden Autos erneut genutzt werden, verringert sich die Notwendigkeit, neue Rohstoffe zu gewinnen. Gleichzeitig stärkt dieser Ansatz die Lieferketten, da wiederverwertete Materialien innerhalb des eigenen Netzwerks verfügbar bleiben.

Bereits bei der Entwicklung neuer Modelle berücksichtigt Toyota Aspekte wie Wiederverwendung, Wiederaufarbeitung und Recyclingfähigkeit. Konstruktion und Materialwahl sollen so gestaltet sein, dass sich Bauteile am Ende des Lebenszyklus möglichst effizient demontieren und trennen lassen.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Toyota Elektroautos

Kommt der Toyota Yaris nächstes Jahr als E-Auto?

Kommt der Toyota Yaris nächstes Jahr als E-Auto?

Daniel Krenzer  —  

Eine Elektro-Version des Kleinwagens werde sich wohl nicht vermeiden lassen, stellt man bei Toyota fest. Auch andere Modelle sollen als E-Auto kommen.

2027: Toyota Highlander wird zum Elektroauto

2027: Toyota Highlander wird zum Elektroauto

Sebastian Henßler  —  

Toyota macht den Highlander ab 2027 zum Elektroauto mit bis zu 515 Kilometern Reichweite und drei Sitzreihen für den US-Markt.

Toyota startet Bestellungen für bZ4X Touring ab 49.990 Euro

Toyota startet Bestellungen für bZ4X Touring ab 49.990 Euro

Sebastian Henßler  —  

Toyota öffnet die Bestellbücher für den bZ4X Touring. Das neue Elektroauto bietet mehr Platz, bis zu 669 Liter Kofferraum und startet ab 49.990 Euro.

Toyota-Partner Idemitsu baut Anlage für Festelektrolyte

Toyota-Partner Idemitsu baut Anlage für Festelektrolyte

Maria Glaser  —  

Der Energiekonzern Idemitsu Kosan hat in Zusammenarbeit mit Toyota den Bau einer Pilotanlage zur Herstellung von Elektrolyten für Feststoffbatterien begonnen.

Toyota Elektro-Hilux feiert Europapremiere in Brüssel

Toyota Elektro-Hilux feiert Europapremiere in Brüssel

Michael Neißendorfer  —  

Die Einführung des ersten batterieelektrischen Hilux schafft ein neues Angebot: eine Version des „unverwüstlichen“ Pick-ups ohne lokale Emissionen.

Warum der Toyota Urban Cruiser mehr Urban als Cruiser ist

Warum der Toyota Urban Cruiser mehr Urban als Cruiser ist

Wolfgang Plank  —  

Der Urban Cruiser von Toyota bietet drei Akku-Optionen, bis zu 426 km Reichweite und viel Flexibilität im Innenraum mit verschiebbarer Rückbank.