Auf der IAA Transportation 2026 rückt Toyota den Schwerlastverkehr in den Mittelpunkt seiner Wasserstoffstrategie. Mit zwei parallelen Kooperationen, einer mit Scania und einer mit Iveco, bringt der Automobilhersteller seine Brennstoffzellentechnologie der dritten Generation in reale Logistikprozesse. Für Speditionen und Flottenbetreiber:innen, die einen Umstieg auf emissionsärmere Antriebe im Fernverkehr prüfen, liefern beide Projekte konkrete Eckdaten zu Reichweite, Lebensdauer und Zeitplan. Beiden gemeinsam ist das kompakt bauende Brennstoffzellensystem, das eine Leistung von 300 kW für Schwerlastanwendungen bereitstellt.
Am weitesten reichen die technischen Angaben aus der Zusammenarbeit mit Iveco. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts EMPOWER entwickeln beide Unternehmen eine neue Generation von Brennstoffzellen-Lkw für den schweren Straßengüterverkehr. Toyota bringt dabei seine Erfahrung in der Entwicklung und Industrialisierung von Brennstoffzellensystemen ein, Iveco steuert seine Kompetenz in der Fahrzeugentwicklung und Validierung für den gewerblichen Einsatz bei. Das gemeinsame Fahrzeugkonzept soll Reichweiten von mehr als 900 Kilometern ermöglichen, bei einer auf mehr als 25.000 Betriebsstunden erhöhten Lebensdauer. Die Validierungs- und Testphase beginnt noch in diesem Jahr, erste Erprobungen unter realen Einsatzbedingungen sind für 2027 vorgesehen.
Shinichi Yasui, Executive Vice President R&D bei Toyota Motor Europe, ordnet die Kooperation in den größeren Wandel der Branche ein: Der Übergang zum emissionsreduzierten Güterverkehr erfordere Technologien, die den Anforderungen des gewerblichen Verkehrs gerecht werden. Gerade im Schwerlastbetrieb mit hohen Laufleistungen biete die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie durch die Kombination aus Reichweite, Verfügbarkeit und Effizienz großes Potenzial. Marco Liccardo, Chief Technology & Digital Officer der Iveco Group, sieht in EMPOWER eine langfristige Investition, die Energiesicherheit und Betriebsleistung miteinander verbinden soll. Führendes Fachwissen im Bereich Brennstoffzellen treffe dabei auf fortschrittliche Fahrzeugtechnik, mit dem Ziel, die Einführung emissionsfreier Lösungen im Güterverkehr zu beschleunigen.
40 Lkw sollen ab 2027 im Alltag laufen
Konkreter im Zeitplan ist die Partnerschaft mit Scania, die bereits am 7. September bekannt gegeben wurde. Toyota liefert Brennstoffzellensysteme für 40 Schwerlastfahrzeuge, die im Rahmen von Scanias „Pilot Partner“-Programm bei ausgewählten Kunden unter realen Betriebsbedingungen getestet werden. Untersucht werden dabei technische Leistung, operative Effizienz und die Gesamtbetriebskosten der Fahrzeuge. Die ersten wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Lkw von Scania sollen im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen und damit noch vor den Iveco-Erprobungen im Alltagseinsatz stehen.
Hiroki Nakajima, Executive Vice President bei Toyota Motor Corporation, sieht im Schwerlastverkehr einen entscheidenden Hebel für den Aufbau von Wasserstoffnachfrage und Infrastruktur. Große Reichweite, hohe Auslastung und betriebliche Effizienz machten Wasserstoff zur passenden Lösung für anspruchsvolle Schwerlastanwendungen. Sara Forsberg, Chief Technology Officer bei Scania, erwartet aus der Zusammenarbeit wertvolle Einblicke in Chancen und Herausforderungen der Brennstoffzellentechnologie im realen Transportbetrieb. Beide Unternehmen wollen die gewonnenen Erfahrungen nutzen, um ihre Lösungen weiterzuentwickeln.
Für Toyota reihen sich beide Kooperationen in einen technologieoffenen Ansatz bei der Weiterentwicklung von Antriebssystemen ein. Im schweren Güterverkehr sieht das Unternehmen für Brennstoffzellenantriebe besondere Vorteile: hohe Reichweiten, kurze Betankungszeiten und eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge im Flottenbetrieb. Mit Scania und Iveco stehen nun zwei etablierte Nutzfahrzeughersteller bereit, diese Eigenschaften unter Alltagsbedingungen zu überprüfen. Die Ergebnisse aus beiden Projekten sollen zeigen, wie tragfähig Wasserstoff als Ergänzung zur batterieelektrischen Antriebstechnik im Schwerlastsegment tatsächlich ist.
Quelle: Toyota – Pressemitteilung









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