Der Druck auf den städtischen Nahverkehr in Europa wächst. Verpflichtende EU-Vorgaben verlangen, die CO2-Emissionen von Stadtbussen bis 2030 deutlich zu senken, weshalb Verkehrsbetriebe verstärkt nach zuverlässigen, emissionsfreien Antriebslösungen suchen. In Madrid hat dazu nun ein erster Testbetrieb begonnen: Ein Bus des Herstellers Irizar, ausgerüstet mit einem Brennstoffzellen-Antriebssystem (Fuel Cell Power Module, FCPM) von Bosch, befördert mehrere Wochen lang Passagiere durch die spanische Hauptstadt, so das deutsche Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung. Das Fahrzeug kommt insbesondere auf Strecken zum Einsatz, auf denen seine hohe Reichweite Vorteile bringt. Betreiber des Testbusses ist die spanische Busgesellschaft Alsa.
Die Brennstoffzelle biete sich vor allem für Busse an, die täglich lange Strecken zurücklegen und unterwegs kaum Lademöglichkeiten hätten, heißt es von Bosch. Der Testbetrieb soll zeigen, dass die Brennstoffzellentechnik des Unternehmens bereit für den anspruchsvollen Serieneinsatz im Personenverkehr sei. In den vergangenen Wochen hat das Testfahrzeug bereits umfassende Erprobungen sowie die nötige Homologation durchlaufen. Nun soll der alltägliche Realbetrieb Robustheit und Stärken des Antriebs im täglichen Einsatz bestätigen.
Im Testbus kommt das Brennstoffzellensystem FCPM C190 von Bosch zum Einsatz. Das kompakte System basiert auf einem horizontalen Doppelstack und liefert eine Dauerleistung von 190 Kilowatt. Mit dem verfügbaren Wasserstofftankvolumen sollen Reichweiten von mehr als 1000 Kilometern möglich sein, während Tankzeiten von nur zehn bis 15 Minuten den Einsatz kaum verzögern sollen. Damit eignet sich der Bus auch für den Überlandverkehr, wo lange Standzeiten zum Laden praktisch ausgeschlossen sind.
Neben dem FCPM C190 bietet Bosch mit dem FCPM C300 ein System für schwere Reisebusse und Lkw an. Ergänzt wird das Portfolio durch das FCPM C100, das mit 100 Kilowatt Dauerleistung und einer flachen Bauform speziell für den städtischen Busbetrieb konzipiert ist. Auf diese Weise deckt der Zulieferer verschiedene Anforderungen im Nutzfahrzeugsegment ab, von der innerstädtischen Linie bis zur Langstrecke.
EU-Vorschriften beschleunigen den Wandel im Busverkehr
Busbetreiber und städtische Verkehrsbetriebe setzen aufgrund der EU-Vorgaben zunehmend auf Alternativen zum Dieselantrieb. Neben Regelungen zur Verbesserung der Luftqualität in Städten verlangen zusätzlich Klimaschutzvorgaben umweltfreundlichere Antriebskonzepte. So müssen die CO2-Emissionen neu zugelassener Stadtbusse bis 2030 um 90 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 sinken, für alle anderen Bustypen gilt diese Vorgabe ab 2040.
Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antriebssystem, die von der EU als Zero-Emission-Fahrzeuge anerkannt werden, können hierzu einen Beitrag leisten. Laut dem europäischen Fahrzeugherstellerverband ACEA wurden 2025 in der EU gut 38.000 Busse neu zugelassen.
Quelle: Bosch – Wasserstoff: Neues Brennstoffzellensystem von Bosch geht in Madrid in Testbetrieb









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