THG-Prämie 2025 steigt – Umweltbundesamt veröffentlicht neuen Strommix

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Das Umweltbundesamt hat die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen (THG) pro Energieeinheit des Stroms in Deutschland für das Verpflichtungsjahr 2025 bekannt gegeben. Der veröffentlichte Wert beläuft sich auf 124 Kilogramm CO₂-Äquivalent pro Gigajoule und stellt eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Vorjahr dar (knapp 20 Prozent sauberer).

Die Bekanntmachung des Umweltbundesamts basiert auf der Verordnung zur Festlegung weiterer Bestimmungen zur Treibhausgasminderung bei Kraftstoffen vom 8. Dezember 2017. Diese Verordnung zielt darauf ab, die CO₂-Emissionen von Kraftstoffen und Energiequellen zu regulieren, um die Klimaziele Deutschlands zu unterstützen. Regelmäßige Anpassungen ermöglichen es, den Markt für Strom aus erneuerbaren Quellen weiter zu fördern und Anreize zur Nutzung von umweltfreundlicheren Energiequellen zu schaffen. So etwa die Nutzung eines Elektroautos. Die Verordnung wurde zuletzt im Juli 2023 angepasst, um den dynamischen Entwicklungen im Energiemarkt gerecht zu werden.

CO₂-Äquivalent pro Gigajoule: Ein zentraler Indikator für Fortschritt

Der neu veröffentlichte THG-Wert für das kommende Kalenderjahr beträgt 124 kg CO₂-Äquivalent pro Gigajoule. Im Vergleich hierzu: Im laufenden Kalenderjahr 2024 beträgt dieser Wert noch 138 kg CO₂-Äquivalent pro Gigajoule. Vereinfacht ausgedrückt: Der Strommix in Deutschland ist sauberer geworden. Die verbesserte Umweltbilanz ist nicht nur für Umweltpolitik und Klimaziele von Bedeutung, sondern hat auch konkrete Auswirkungen auf den Markt für Elektromobilität und die Berechnung der THG-Quote.

Ein niedrigerer THG-Wert im deutschen Strommix bedeutet, dass Betreiber von E-Autos nun noch weniger Emissionen bei der Nutzung des Strommixes ausstoßen. Weniger Ausstoß bei der Fahrt mit dem Elektroauto bedeutet eine noch höhere Einsparung gegenüber einem Verbrenner. Eine noch höhere Einsparung gegenüber einem Verbrenner bedeutet eine höhere THG-Prämie. Dies trägt direkt dazu bei, die Akzeptanz für Elektromobilität zu steigern und die Attraktivität emissionsfreier Antriebe zu erhöhen.

Einzelwerte der erneuerbaren Energien: Unterschiede zwischen den Technologien

Neben dem allgemeinen THG-Wert des Stroms hat das Umweltbundesamt auch die spezifischen Emissionswerte pro Gigajoule für verschiedene erneuerbare Energien veröffentlicht. Diese Werte geben einen Einblick in die Nachhaltigkeit der einzelnen Technologien und deren Beitrag zur Emissionsminderung:

  • Photovoltaik: 15,7 kg CO₂-Äquivalent pro Gigajoule
  • Windenergie an Land: 4,9 kg CO₂-Äquivalent pro Gigajoule
  • Windenergie auf See: 2,7 kg CO₂-Äquivalent pro Gigajoule

Die Unterschiede zwischen den Technologien zeigen, dass die Offshore-Windenergie die niedrigsten Emissionen verursacht, gefolgt von der Onshore-Windenergie und Photovoltaik. Dies liegt unter anderem an den spezifischen Anforderungen der Stromerzeugung sowie der eingesetzten Technik und der Infrastruktur. Diese detaillierten THG-Werte verdeutlichen, wie bedeutend ein sinnvoller Mix bei der Stromerzeugung ist, um die Klimaziele bestmöglich zu erreichen.

Erhöhung der THG-Prämie für Elektroautos im Jahr 2025

Eine direkte Folge des gesunkenen THG-Werts ist, dass die THG-Quote und die Prämie für E-Autos angepasst werden. Ab 2025 wird vom Umweltbundesamt für jedes Fahrzeug 0,746 Tonnen CO₂-Äquivalent zertifiziert, was eine Steigerung gegenüber den 0,650 Tonnen CO₂-Äquivalent im Jahr 2024 darstellt. Diese Änderung führt dazu, dass private Elektroauto-Fahrer, aber auch Betreiber von Fuhrparks und Ladeinfrastruktur nun eine höhere Prämie für die anrechenbaren zwei Megawattstunden (2 MWh) erhalten.

Für Elektroautos bedeutet diese Anpassung, dass ihre Einsparungen an CO₂-Äquivalenten rein rechnerisch um gut 19 Prozent im Vergleich zu 2024 steigen. Maximilian Stein, Gründer der Plattform wirkaufendeinethg.de* zeigt anhand von konkreten Handelszahlen auf, was dies für ein E-Auto bedeutet:

„Während die THG-Quoten 2024 No-Cap derzeit bei 87 Euro je Tonne handeln, sehen wir für THG-Quoten 2025 No-Cap bereits Preise um die 115 Euro die Tonne. Der veränderte Strommix bedeutet hier für den einzelnen E-Fahrer also eine Prämie von knapp 86 Euro netto, statt etwa 75 Euro netto. Das ist eine Entwicklung in die richtige Richtung!“

Positive Auswirkungen für die Elektromobilität und die Energiewende

Die Anpassung des Emissionswertes und der THG-Quote bringt wichtige Impulse für den Markt der Elektromobilität. Die gestiegene Attraktivität von Elektroautos durch eine höhere THG-Prämie ist ein Schritt in Richtung einer breiteren Akzeptanz emissionsfreier Fahrzeuge.

Auch für die Betreiber von Ladeinfrastruktur hat diese Änderung Vorteile, da die gestiegene THG-Quote ihren wirtschaftlichen Anreiz erhöht. Je mehr Fahrzeuge und Ladepunkte klimaneutral betrieben werden, desto schneller kann die Energiewende im Verkehrssektor vorangetrieben werden.

Die neuen THG-Werte des Umweltbundesamts für das Jahr 2025 sind ein klares Signal für den Fortschritt in Richtung einer emissionsärmeren Gesellschaft. Die Senkung der Emissionen im Stromsektor und die daraus resultierende Anhebung der THG-Prämie für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur fördern sowohl die Umwelt als auch die Wirtschaft. Mit einer gezielten Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien und einer steigenden Zahl von Elektroautos bewegt sich Deutschland auf den richtigen Kurs, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.


Über den Autor: Maximilian Stein, Gründer der Plattform wirkaufendeinethg.de

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