Test mit 100 Quadratmeter Solarzellen auf Scania-Lkw

Test mit 100 Quadratmeter Solarzellen auf Scania-Lkw
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Scania

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 4 min

Nach zweijähriger Forschungszusammenarbeit zwischen Lkw-Hersteller Scania, der Universität Uppsala, Eksjö Maskin & Truck, Midsummer, Ernsts Express und Dalakraft wird nun erstmals ein Hybrid-Lkw mit einem mit Solarzellen bedeckten Anhänger auf öffentlichen Straßen getestet, berichtet Scania in einer Pressemitteilung. Die Solarenergie senke die Betriebskosten und die lokalen Emissionen erheblich, da der Lkw einen Teil der von ihm benötigten Energie selbst produziert.

„Scania hat sich zum Ziel gesetzt, den Wandel hin zu einem nachhaltigen Transportsystem voranzutreiben. Noch nie zuvor wurden Sonnenkollektoren zur Energieerzeugung für den Antriebsstrang eines Lkw eingesetzt, wie wir es in dieser Zusammenarbeit tun. Diese natürliche Energiequelle kann die Emissionen im Transportsektor erheblich verringern. Es ist großartig, bei der Entwicklung der nächsten Lkw-Generation an vorderster Front dabei zu sein“, sagt Stas Krupenia, Leiter des Forschungsbüros bei Scania.

Der Lkw werde innerhalb eines Forschungsprojekts eingesetzt, um zu untersuchen, wie viel Solarenergie erzeugt wird und wie stark die Kohlenstoffemissionen durch die Solarpaneele sinken. Die Forscher hätten neue, effiziente und leichte Solarpaneele für Lkw entwickelt. Sie untersuchten auch, wie Lastwagen mit dem Stromnetz interagieren können, und entwickelten neue Modelle dafür, was passiert, wenn mehrere Lastwagen wie dieser an das Stromnetz angeschlossen werden.
„Dies ist ein spannendes Projekt, bei dem Wissenschaft und Industrie gemeinsam versuchen, die Klimaauswirkungen von Lkw-Transporten zu verringern. Die Ergebnisse dieses einzigartigen Lkw werden sehr interessant sein“, sagt Erik Johansson, Projektleiter und Professor für physikalische Chemie an der Universität Uppsala.

5.000 Extra-Kilometer pro Jahr

Der 18 Meter lange Anhänger des Lastwagens ist demnach fast vollständig mit Sonnenkollektoren bedeckt. Die Solarenergie verschaffe dem Hybrid-Lkw in Schweden eine verlängerte Reichweite von bis zu 5.000 Kilometern pro Jahr. In Ländern wie Spanien mit mehr Sonnenstunden könne das Fahrzeug die Menge an Solarenergie und damit die Reichweite im Vergleich zu schwedischen Verhältnissen sogar verdoppeln.

Innerhalb des Projekts werde auch an neuen, leichten Tandem-Solarzellen geforscht, die auf einer Kombination von Midsummer-Solarzellen und neuen Perowskit-Solarzellen beruhten. Diese sollen einen höheren Wirkungsgrad ermöglichen bei der Umwandlung von Sonnenlicht in Strom. Eine solche Lösung könnte die Erzeugung von Solarenergie verdoppeln, verglichen mit der Energie, die derzeit von den Paneelen erzeugt wird, heißt es in der Pressemitteilung.

„Unsere Forschungen im Hinblick auf effiziente und leichte Solarzellen werden wirklich wichtig sein, vor allem wenn es darum geht, sie in zukünftigen Lastwagen einzusetzen“, sagte Johansson weiter. „Unsere Solarzellen eignen sich hervorragend für Anwendungen, die Nutzfahrzeuge nachhaltig machen. Wir sehen ein großes Potenzial, die Emissionen von schweren Fahrzeugen durch Elektrifizierung zu verringern. Mit Solarmodulen erzeugter Strom spart Kraftstoff und Kohlenstoffemissionen. Wir wollen ein Partner sein, auf den man sich verlassen kann, und das wird durch dieses bahnbrechende Projekt ermöglicht“, sagt Erik Olsson, Head of Corporate Development, Midsummer.

400 kWh Akkukapazität

Daniel Sandh, CEO von Eksjö Maskin & Truck, stimmt dem zu: „Der Kraftstoff ist derzeit ein steigender Kostenfaktor für Transportunternehmen, und alles, was wir dazu beitragen können, diese Kosten zu senken, kommt langfristig der Gesellschaft zugute.“ Ein Teil des Projekts habe darin bestanden, die Auswirkungen der Aufladung auf das Stromnetz zu bewerten und zu prüfen, ob es möglich wäre, den Überschuss zu verkaufen. Die Möglichkeit des bidirektionalen Ladens sei nicht ganz einfach und die Gesetzgebung ist unklar.

„Wir dachten, wir könnten die Überschüsse der Lkw kaufen, aber leider ist das im Moment nicht möglich. Aber dass die Solarzellen Teil der Energieversorgung des Lkw werden, ist fantastisch. Als Stromhandelsunternehmen sehen wir, dass alle erneuerbaren Energiequellen benötigt werden, um die Energiewende zu bewältigen“, sagt Sverker Ericsson, Elektrohandelsingenieur bei Dalakraft. Der Hybrid-Lkw werde nun von der Speditionsfirma Ernsts Express AB im öffentlichen Straßenverkehr getestet. „Die gesamte Branche steht vor großen Herausforderungen im Allgemeinen und beim Kraftstoff im Besonderen. Die Elektrifizierung mit erneuerbarem Strom ist die Zukunft. Umso wichtiger ist dieses Projekt für das grüne Transportunternehmen“, sagt Lars Evertsson, CEO von Ernsts Express.

Der solar-unterstützte Lkw wurde demnach innerhalb eines Forschungsprojekts entwickelt, das von der staatlichen Innovationsagentur Vinnova finanziert wurde, um Lkw zu entwickeln, die dank Solarenergie das Klima schonen. Beim Lkw handelt es sich um einen 560 PS starken Plug-in-Hybrid. Auf dem 18 Meter langen Anhänger sei eine Fläche von 100 Quadratmetern mit dünnen, leichten und flexiblen Solarmodulen mit einer maximalen Leistung von 13,2 kWp (Kilowatt peak) bedeckt. Sie lieferten beim Betrieb in Schweden schätzungsweise 8000 kWh pro Jahr. Die Batterien haben eine Gesamtkapazität von 300 kWh, davon 100 kWh auf dem Lkw und 200 kWh auf dem Anhänger.

Quelle: Scania – Pressemitteilung vom 31.08.2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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