Daimler Truck und Partner wollen Wasserstoff-Lkw gemeinsam voranbringen

Daimler Truck und Partner wollen Wasserstoff-Lkw gemeinsam voranbringen
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Mercedes-Benz

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Mehrere große Unternehmen aus der Nutzfahrzeug-, Energie- und Zulieferbranche wollen beim Aufbau eines europäischen Wasserstoff-Ökosystems für schwere Lkw enger zusammenarbeiten. Beteiligt sind unter anderem Daimler Truck, die Volvo Group, Toyota, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, Teal Mobility und MB Energy. Weitere Unternehmen sollen hinzukommen. Deutschland soll dabei eine zentrale Rolle als Ausgangspunkt für die Initiative spielen, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.

Das Ziel der Kooperation ist es demnach, die bislang weitgehend getrennt voneinander vorangetriebenen Bereiche Fahrzeugentwicklung, Wasserstoffversorgung und Tankstelleninfrastruktur stärker aufeinander abzustimmen. Gemeinsam mit politischen Entscheidungsträgern wollen die Unternehmen eine Art Blaupause für ein integriertes Wasserstoff-Ökosystem im schweren Straßengüterverkehr schaffen. Bis 2030 soll damit die Kommerzialisierung von Wasserstoff-Lkw beschleunigt werden.

Henne-Ei-Problem soll gelöst werden

Dabei sehen die Partner vor allem drei Stellschrauben: wettbewerbsfähige Fahrzeuge, ausreichend Wasserstofftankstellen an für den Güterverkehr wichtigen Standorten sowie Wasserstoff zu Preisen, mit denen sich entsprechende Lkw wirtschaftlich betreiben lassen. Die Infrastruktur soll entlang wichtiger europäischer Transportkorridore entstehen und möglichst passend zum Hochlauf der Fahrzeugflotten ausgebaut werden.

Damit adressiert die Initiative eines der klassischen Henne-Ei-Probleme des Wasserstoffantriebs. Transportunternehmen werden kaum größere Flotten anschaffen, solange Tankstellen fehlen und die künftigen Kraftstoffkosten schwer kalkulierbar sind. Gleichzeitig lohnt sich der Aufbau einer teuren Wasserstoffinfrastruktur nur, wenn genügend Fahrzeuge sie tatsächlich nutzen.

Die beteiligten Unternehmen wollen deshalb die gesamte Wertschöpfungskette gemeinsam entwickeln. Daimler Truck bezeichnet Wasserstoff dabei ausdrücklich als Ergänzung zu batterieelektrischen Lösungen. Weitere Einzelheiten zur Zusammenarbeit, den geplanten Projekten und dem Zeitplan sollen am 15. September auf der IAA Transportation in Hannover vorgestellt werden.

E-Lkw meist die bessere Lösung

Wie groß diese Ergänzung tatsächlich ausfallen wird, bleibt allerdings offen. Stand heute spricht einiges dafür, dass Wasserstoff auch im schweren Straßengüterverkehr eher eine vergleichsweise kleine Nische besetzen dürfte. Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff und anschließend zurück in elektrische Energie verursacht erhebliche Effizienzverluste, hinzu kommen die Kosten und der Aufwand für Produktion, Transport, Speicherung und eine eigene Tankstelleninfrastruktur.

Batterieelektrische Lkw sind dagegen für immer mehr Einsatzprofile bereits heute die technisch einfachere und energetisch effizientere Lösung. Gerade Depot- und planbares Zwischenladen passen gut zu vielen Logistikabläufen. Entscheidend bleibt allerdings auch hier die Infrastruktur: Ohne einen deutlich schnelleren Ausbau leistungsfähiger Netzanschlüsse sowie öffentlicher und betrieblicher Ladepunkte kann auch die batterieelektrische Mobilität im schweren Nutzfahrzeugverkehr ihr Potenzial nicht vollständig ausspielen.

Quelle: Daimler Truck – Pressemitteilung vom 3. September 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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