Der US-amerikanische Elektroautohersteller Tesla will kurzfristig bis Ende Juni 1000 neue Stellen in seinem Werk in Grünheide bei Berlin schaffen, um ab den dritten Quartal die Produktion um 20 Prozent zu erhöhen. Wie Heise berichtet, sollen die ersten neuen Mitarbeitenden bereits ab Mai eingestellt werden. Damit würde die Zahl der Beschäftigten auf 11.700 steigen, bliebe aber damit weiterhin hinter den 12.400 Beschäftigten von vor zwei Jahren zurück.
Zusätzlich sollen 500 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in feste Vertragsverhältnisse überführt werden, heißt es weiter. Ab dem kommenden Jahr soll zudem die Batteriezellproduktion in Grünheide beginnen, wofür ebenfalls mehrere Hundert neue Mitarbeitende gesucht werden. Mit Grünheide verfolgt Tesla-Chef Elon Musk trotz zwischenzeitlich schwächelndem Absatz große Ziele und plant nicht weniger als den „wahrscheinlich größten Fabrikkomplex in Europa“ aufzubauen. Flächenmäßig wird diese Position aktuell dem Werk von Volkswagen in Wolfsburg mit 6,5 Quadratkilometern zugeschrieben.
Ständiges Auf und Ab
Ein Blick zurück zeigt, wie dynamisch sich der Standort in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Tesla hatte den Bau der sogenannten Gigafactory in Grünheide Anfang 2020 angekündigt und früh deutlich gemacht, dass Deutschland eine Schlüsselrolle in der europäischen Wachstumsstrategie spielen soll. Schon die Bauphase verlief mit hohem Tempo, war allerdings auch von Genehmigungsverfahren, Umweltdebatten und juristischen Auseinandersetzungen begleitet. Und obwohl Tesla in der Region ein bedeutsamer Arbeitgeber ist, stößt das Unternehmen bei der Bevölkerung bei Weitem nicht nur auf Gegenliebe.
Mit der offiziellen Eröffnung im März 2022 startete zunächst die Produktion des Model Y für den europäischen Markt. In den folgenden Monaten wurde die Fertigung schrittweise hochgefahren, parallel investierte Tesla in den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie in zusätzliche Fertigungsschritte. Zwischenzeitlich erreichte das Werk eine Beschäftigtenzahl von mehr als 12.000 Personen und entwickelte sich zu einem der wichtigsten industriellen Arbeitgeber in Brandenburg. Gleichzeitig gab es immer wieder Phasen der Anpassung – etwa durch schwankende Nachfrage, temporäre Produktionspausen oder Optimierungen in den Abläufen.
Tesla zuletzt wieder absatzstark
Auch strategisch blieb Grünheide ein zentrales Element für Tesla in Europa. Neben der Fahrzeugproduktion rückte zunehmend die geplante Batteriezellfertigung in den Fokus, die als nächster großer Ausbauschritt gilt. Damit folgt der Standort dem bekannten Tesla-Ansatz, möglichst viele Wertschöpfungsschritte zu integrieren und unabhängiger von externen Zulieferern zu werden.
Vor diesem Hintergrund ordnen sich auch die nun angekündigten Neueinstellungen ein: Sie sind weniger ein kurzfristiger Impuls, sondern vielmehr Teil einer längerfristigen Entwicklung, in der Grünheide vom reinen Fahrzeugwerk hin zu einem umfassenden Produktionsstandort ausgebaut werden soll. Ob Tesla damit tatsächlich den von Elon Musk skizzierten „größten Fabrikkomplex Europas“ realisieren kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie stabil sich Nachfrage, Produktion und politische Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren entwickeln. Im März waren die Neuzulassungszahlen von Tesla aber wieder raketenhaft angestiegen.
Quelle: Heise – Gestiegene Nachfrage: Tesla will Personaldecke im Werk Brandenburg verstärken








Wird geladen...