Hohe Nachfrage: Tesla will 1000 neue Mitarbeitende für Grünheide

Hohe Nachfrage: Tesla will 1000 neue Mitarbeitende für Grünheide
Copyright:

Kittyfly / Shutterstock.com

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der US-amerikanische Elektroautohersteller Tesla will kurzfristig bis Ende Juni 1000 neue Stellen in seinem Werk in Grünheide bei Berlin schaffen, um ab den dritten Quartal die Produktion um 20 Prozent zu erhöhen. Wie Heise berichtet, sollen die ersten neuen Mitarbeitenden bereits ab Mai eingestellt werden. Damit würde die Zahl der Beschäftigten auf 11.700 steigen, bliebe aber damit weiterhin hinter den 12.400 Beschäftigten von vor zwei Jahren zurück.

Zusätzlich sollen 500 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in feste Vertragsverhältnisse überführt werden, heißt es weiter. Ab dem kommenden Jahr soll zudem die Batteriezellproduktion in Grünheide beginnen, wofür ebenfalls mehrere Hundert neue Mitarbeitende gesucht werden. Mit Grünheide verfolgt Tesla-Chef Elon Musk trotz zwischenzeitlich schwächelndem Absatz große Ziele und plant nicht weniger als den „wahrscheinlich größten Fabrikkomplex in Europa“ aufzubauen. Flächenmäßig wird diese Position aktuell dem Werk von Volkswagen in Wolfsburg mit 6,5 Quadratkilometern zugeschrieben.

Ständiges Auf und Ab

Ein Blick zurück zeigt, wie dynamisch sich der Standort in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Tesla hatte den Bau der sogenannten Gigafactory in Grünheide Anfang 2020 angekündigt und früh deutlich gemacht, dass Deutschland eine Schlüsselrolle in der europäischen Wachstumsstrategie spielen soll. Schon die Bauphase verlief mit hohem Tempo, war allerdings auch von Genehmigungsverfahren, Umweltdebatten und juristischen Auseinandersetzungen begleitet. Und obwohl Tesla in der Region ein bedeutsamer Arbeitgeber ist, stößt das Unternehmen bei der Bevölkerung bei Weitem nicht nur auf Gegenliebe.

Mit der offiziellen Eröffnung im März 2022 startete zunächst die Produktion des Model Y für den europäischen Markt. In den folgenden Monaten wurde die Fertigung schrittweise hochgefahren, parallel investierte Tesla in den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie in zusätzliche Fertigungsschritte. Zwischenzeitlich erreichte das Werk eine Beschäftigtenzahl von mehr als 12.000 Personen und entwickelte sich zu einem der wichtigsten industriellen Arbeitgeber in Brandenburg. Gleichzeitig gab es immer wieder Phasen der Anpassung – etwa durch schwankende Nachfrage, temporäre Produktionspausen oder Optimierungen in den Abläufen.

Tesla zuletzt wieder absatzstark

Auch strategisch blieb Grünheide ein zentrales Element für Tesla in Europa. Neben der Fahrzeugproduktion rückte zunehmend die geplante Batteriezellfertigung in den Fokus, die als nächster großer Ausbauschritt gilt. Damit folgt der Standort dem bekannten Tesla-Ansatz, möglichst viele Wertschöpfungsschritte zu integrieren und unabhängiger von externen Zulieferern zu werden.

Vor diesem Hintergrund ordnen sich auch die nun angekündigten Neueinstellungen ein: Sie sind weniger ein kurzfristiger Impuls, sondern vielmehr Teil einer längerfristigen Entwicklung, in der Grünheide vom reinen Fahrzeugwerk hin zu einem umfassenden Produktionsstandort ausgebaut werden soll. Ob Tesla damit tatsächlich den von Elon Musk skizzierten „größten Fabrikkomplex Europas“ realisieren kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie stabil sich Nachfrage, Produktion und politische Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren entwickeln. Im März waren die Neuzulassungszahlen von Tesla aber wieder raketenhaft angestiegen.

Quelle: Heise – Gestiegene Nachfrage: Tesla will Personaldecke im Werk Brandenburg verstärken

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Tesla News

Tesla Gigafactory Berlin: Strategie, Zellen und neue Modelle

Tesla Gigafactory Berlin: Strategie, Zellen und neue Modelle

Sebastian Henßler  —  

Kein Legacy, flache Hierarchien und Genehmigung für eine Million Autos: Werksleiter Thierig gibt Einblicke in die Strategie der Gigafactory Berlin.

Tesla bestätigt Roadster-Fertigung in Texas – nur wann?

Tesla bestätigt Roadster-Fertigung in Texas – nur wann?

Sebastian Henßler  —  

Tesla-Ingenieur Lars Moravy bestätigt: Der Roadster wird in der Gigafactory Texas gebaut. Der Enthüllungstermin rückt allerdings wieder in weite Ferne.

Tesla rollt FSD in Europa weiter aus – Litauen folgt

Tesla rollt FSD in Europa weiter aus – Litauen folgt

Sebastian Henßler  —  

Litauen hat die niederländische FSD-Zulassung als zweites EU-Land anerkannt. Belgien und Griechenland könnten bald folgen.

PR-Fauxpas: Tesla verschiebt Signature-Event kurzfristig

PR-Fauxpas: Tesla verschiebt Signature-Event kurzfristig

Maria Glaser  —  

Tesla verschiebt kurzfristig einen exklusiven Event für die Signature-Versionen des Model S und X – Eingeladene sprechen von Tausenden Dollarn an Schaden.

36 Jahre Mercedes, dann Tesla – ein Insider packt aus

36 Jahre Mercedes, dann Tesla – ein Insider packt aus

Sebastian Henßler  —  

Harald Schlarb arbeitete 36 Jahre bei Mercedes, baute dann Grünheide mit auf. Exklusiv erklärt er, warum Technologieoffenheit zur Kostenfalle wird.

Grünheide wird Teslas erste Komplett-Fabrik in Europa

Grünheide wird Teslas erste Komplett-Fabrik in Europa

Sebastian Henßler  —  

Tesla investiert 213 Millionen Euro in die Batteriezellfertigung in Grünheide und plant ab 2027 die komplette E-Auto-Produktion unter einem Dach in Europa.

Teslas Full Self-Driving nicht gut genug für Europa?

Teslas Full Self-Driving nicht gut genug für Europa?

Daniel Krenzer  —  

EU-Behörden prüfen Teslas Fahrassistenzsysteme kritisch und zweifeln die Tauglichkeit für Europa offenbar an.