Tesla FSD kommt nach Europa – Start in den Niederlanden

Tesla FSD kommt nach Europa – Start in den Niederlanden
Copyright:

Tesla

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Tesla bringt sein Fahrassistenzsystem Full Self-Driving (Supervised) erstmals auf europäische Straßen. Wie der Automobilhersteller heute bekannt gab, haben die Niederlande als erstes Land in der EU die regulatorische Zulassung für die Funktion erteilt. Die Installation in berechtigte Kundenfahrzeuge soll in den kommenden Tagen per Over-the-Air-Update beginnen.

FSD (Supervised) – auf Deutsch als „FSD (Überwacht)“ bezeichnet – ist ein erweitertes Fahrerassistenzpaket, das Fahrzeuge unter aktiver Aufsicht der Fahrerin bzw. des Fahrers durch den Stadtverkehr navigieren, Kreuzungen passieren und Spurwechsel durchführen lassen kann. Autonomes Fahren ist damit ausdrücklich nicht gemeint, wie der amerikanische Automobilhersteller explizit in seiner Mitteilung zu verstehen gibt.

Tesla FSD: Mehr als 1,6 Millionen Kilometer intern in Europa getestet

Der Markteinführung gingen nach Unternehmensangaben intensive Vorbereitungen voraus. Tesla hat FSD (Supervised) in ganz Europa intern erprobt und dabei mehr als 1,6 Millionen Kilometer mit aktiviertem System zurückgelegt. Ende vergangenen Jahres startete zudem eine öffentliche Demo-Kampagne in neun europäischen Ländern – darunter Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande –, bei der mehr als 13.000 Menschen die Funktion auf europäischen Straßen testen konnten.

Für die behördliche Zulassung legte Tesla nach eigenen Angaben Tausende Seiten Dokumentation, Tausende Streckentest-Szenarien sowie Dutzende Forschungsstudien zur Sicherheitsleistung vor und führte Regulierungsbehörden in fast jedem EU-Land Demonstrationen durch. Der Prozess hat dem Unternehmen zufolge rund 18 Monate in Anspruch genommen.

Technisch basiert FSD (Supervised) auf einem End-to-End-neuronalen Netzwerk, das mit realen, anonymisierten Fahrdaten trainiert wird. Anstelle handcodierter Regeln interpretiert das System seine Umgebung – von Fahrbahnmarkierungen und Ampeln bis zu Fußgänger:innen und anderen Fahrzeugen – und gibt Steuerbefehle direkt an das Fahrzeug aus. Die gesamte Echtzeitverarbeitung findet auf dem fahrzeugeigenen KI-Computer statt. Für das sogenannte Fleet Learning, bei dem anonymisierte Daten zur Weiterentwicklung des Systems genutzt werden, ist eine ausdrückliche Zustimmung der Kund:innen erforderlich.

Weltweite Flotte liefert täglich Fahrdaten aus 500 Jahren

Das Training des Systems speist sich aus der globalen Tesla-Flotte, die laut Unternehmensangaben täglich kollektiv Fahrdaten aus mehr als 500 Jahren Fahrzeit sammelt. Weltweit wurden mit FSD (Supervised) bislang über 14 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Tesla gibt an, dass bei aktiviertem System Kollisionen pro gefahrenem Kilometer bis zu siebenmal unwahrscheinlicher seien als bei rein manuellem Fahren – verweist dabei allerdings auf eigene Sicherheitsdaten.

Verfügbar ist FSD (Supervised) für die Modelle S, 3, X und Y als optionales Zusatzpaket. Weitere Funktionen sollen freigeschaltet werden, sobald die jeweiligen nationalen Zulassungen vorliegen. Tesla hat nach eigenen Angaben entsprechende Anträge in weiteren europäischen Ländern gestellt.

Quelle: Tesla – Pressemitteilung

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Tesla News

Tesla plant nun offenbar doch ein kleines E-SUV

Tesla plant nun offenbar doch ein kleines E-SUV

Daniel Krenzer  —  

Noch vor zwei Jahren hatte Elon Musk ein Modell unterhalb von Model 3 und Model Y verworfen, doch nun gibt es eine abermalige Wendung.

408.000 Teslas produziert – 50.000 Autos auf Halde?

408.000 Teslas produziert – 50.000 Autos auf Halde?

Sebastian Henßler  —  

Tesla hat im ersten Quartal 2026 über 408.000 Autos produziert und rund 358.000 ausgeliefert. Die Lücke von 50.000 Einheiten fällt dabei auf.

Warum die Türkei zum E-Auto-Boom-Markt wird

Warum die Türkei zum E-Auto-Boom-Markt wird

Sebastian Henßler  —  

Die Türkei verzeichnet einen Anstieg der E-Auto-Zulassungen um 82 Prozent. Tesla verdreifacht seinen Absatz, doch der Boom bleibt fragil.

Tesla Grünheide: Gewerkschaft will Betriebsratwahl kippen

Tesla Grünheide: Gewerkschaft will Betriebsratwahl kippen

Sebastian Henßler  —  

Die IG Metall ficht die Betriebsratswahl im Tesla-Werk Grünheide an. Die Gewerkschaft wirft dem Automobilhersteller Einschüchterung im Wahlkampf vor.

Tesla eröffnet ersten öffentlichen Megacharger in den USA

Tesla eröffnet ersten öffentlichen Megacharger in den USA

Tobias Stahl  —  

Tesla hat in Kalifornien seine erste öffentliche Megacharger-Ladesäule für E-Lkw eröffnet. Der Ladepunkt erreicht allerdings noch nicht die anvisierte Leistung.

IG Metall verliert bei Tesla-Wahl in Giga Berlin an Einfluss

IG Metall verliert bei Tesla-Wahl in Giga Berlin an Einfluss

Sebastian Henßler  —  

Bei der Betriebsratswahl im Tesla-Werk Grünheide setzt sich Giga United durch. Die IG Metall verliert deutlich an Einfluss – und spricht von unfairen Methoden.