Der US-Elektroautohersteller Tesla stellt seine Strategie für das Assistenzsystem Full Self-Driving grundlegend um. Konzernchef Elon Musk kündigte an, dass die Software künftig ausschließlich im Abonnement angeboten wird. Ab dem 14. Februar soll damit die Möglichkeit entfallen, das System gegen eine einmalige Zahlung freizuschalten. Bislang konnten Kund:innen zwischen einem Kaufpreis von umgerechnet rund 6800 Euro oder einem monatlichen Abo für etwa 84 Euro wählen.
Mit dieser Entscheidung verschiebt Tesla den Zugang zu einem seiner zentralen Softwareangebote stärker in Richtung wiederkehrender Einnahmen. Für Bestandskunden bedeutet das eine klare Zäsur, für Neukäufer eine neue Kalkulationsgrundlage. Während der Einmalkauf vor allem für Langzeitnutzer attraktiv war, richtet sich das Abomodell stärker an Fahrer:innen, die flexibel bleiben oder die Funktionen zeitweise nutzen möchten. Tesla selbst äußerte sich nicht dazu, ob bestehende Kaufoptionen für aktuelle Nutzer langfristig bestehen bleiben.
Das sogenannte Full Self-Driving ist dabei, anders als der Begriff suggeriert, kein autonomes Fahrsystem im klassischen Sinn. Die Software gilt als Fahrerassistenz und verlangt, dass die Person am Steuer das Verkehrsgeschehen permanent überwacht und jederzeit eingreifen kann. Tesla betont diesen Punkt seit einiger Zeit und mehr als 50 Todesfällen in den USA, die mit dem System in Verbindung stehen, deutlicher und ergänzt den Produktnamen bei Serienautos um den Zusatz „Supervised“. Damit soll klargestellt werden, dass die Verantwortung weiterhin beim Menschen liegt, auch wenn das System zahlreiche Fahraufgaben übernimmt.
Inhaltlich baut Full Self-Driving auf den Funktionen des bekannten Autopilot-Systems auf. Während Autopilot vor allem auf Autobahnen unterstützt, indem er beschleunigt, bremst und die Spur hält, erweitert FSD den Einsatzbereich auf den Stadtverkehr. Dazu zählen automatisierte Spurwechsel, das Abbiegen an Kreuzungen sowie das Reagieren auf Ampeln und Verkehrsschilder. Der Funktionsumfang wird schrittweise per Software-Update ausgerollt und unterscheidet sich je nach Region und regulatorischem Rahmen.
Behörden untersuchen Sicherheit von Full Self-Driving im Alltag
Parallel zur strategischen Neuausrichtung steht Teslas Assistenztechnik weiterhin unter genauer Beobachtung der Behörden. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration leitete im vergangenen Jahr eine Untersuchung ein, die sich auf rund 2,88 Millionen Autos bezieht, die mit Full Self-Driving ausgestattet sind. Auslöser waren Dutzende gemeldete Vorfälle, bei denen es zu möglichen Verkehrsverstößen kam, sowie zahlreiche Unfälle, bei denen das System aktiviert gewesen sein soll.
Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, ob die Software in bestimmten Situationen angemessen reagiert und ob die Benennung sowie Vermarktung der Funktionen zu Missverständnissen führen könnten. Tesla hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die Systeme nicht autonom fahren und die Aufmerksamkeit der Fahrer:innen zwingend erforderlich bleibt. Mit der klareren Bezeichnung „Supervised“ reagierte der Hersteller sichtbar auf diese Kritikpunkte.
Die Umstellung auf ein reines Abonnement kann auch als Signal verstanden werden, wie Tesla die Weiterentwicklung seiner Software bewertet. Regelmäßige Einnahmen erleichtern es, kontinuierliche Updates zu finanzieren und neue Funktionen schneller bereitzustellen. Gleichzeitig bindet das Modell Nutzer stärker an das Ökosystem des Herstellers, da der Zugang zu erweiterten Assistenzfunktionen laufend bezahlt werden muss.
Quelle: Reuters – Tesla to offer self-driving software only on monthly basis from Feb 14, Musk says








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