Technik-Update für Audi e-tron: 25 Kilometer mehr Reichweite

Technik-Update für Audi e-tron: 25 Kilometer mehr Reichweite
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Zeitgleich mit der Premiere des e-tron Sportback bringt Audi ein Technik-Update für seine erste elektrische Baureihe in die Serie. Neben Softwareanpassungen trägt vor allem eine optimierte Hardware im Antrieb zu Effizienzsteigerungen bei. So profitieren alle Varianten des e-tron SUV, die künftig vom Band laufen, von rund 25 Kilometer mehr Reichweite. Für europäische Kunden sind die neuen Modelle ab sofort bestellbar.

Jedes Detail zählt – unter dieser Devise haben die Ingenieure die Effizienz des Audi e-tron weiter gesteigert. Der Audi e-tron 55 quattro fährt künftig mit einer Batterieladung laut WLTP-Messung bis zu 436 Kilo­meter weit und steigert damit seine Reichweite um rund 25 Kilometer. Durch eine neue Radbremse konnten die Entwickler auch das so genannte Restbremsmoment – Verluste, die durch die Nähe der Bremssättel zur Bremsscheibe entstehen – weiter verringern.

Effizienter wird auch das Antriebssystem: Im normalen Fahrbetrieb sorgt standardmäßig der Motor an der Hinterachse für Vortrieb. Nun wird dank einiger Optimierungen der vordere Elektromotor nahezu vollständig abgekoppelt und stromlos geschaltet – erst wenn der Fahrer mehr Leistung anfordert, kommen beide Motoren zum Einsatz. Das stromlose Mitlaufen ohne elektrische Schleppverluste, der große Konzeptvorteil des Asynchronmotors, kommt somit noch besser zur Wirkung. Darüber hinaus ist der nutzbare Bereich der Hochvolt-Batterie größer geworden. Die 95 kWh fassende Batterie des Audi e-tron 55 quattro stellt dem Kunden nun 86,5 kWh Energie netto zur Verfügung. Vom Technik-Upgrade profitieren alle neu produzierten Modelle. Mit einem Einstieg ab 80.900 Euro bleibt der Preis des Audi e-tron 55 quattro unverändert.

Effizienteres Thermomanagement

Auch die Kühlung haben die Ingenieure weiter verbessert. Das flexible Thermomanagement, das aus vier separaten Kreisläufen besteht, wurde überarbeitet und temperiert die Hochvolt-Komponenten noch effizienter. So konnten im Kühlmittelkreislauf die Volumenströme verringert werden, so dass die Pumpe weniger Strom verbraucht. Das ausgeklügelte Kühlsystem bleibt der Garant für schnelles Gleichstromladen, eine hohe Lebensdauer der Batterie und reproduzierbare Fahrleistungen auch bei hoher Belastung.

Dabei nutzt die serienmäßige Wärmepumpe die Abwärme der Hochvolt-Bauteile zum Aufheizen des Innenraums. Je nach Außentemperatur erzielt der Audi e-tron im Kundenbetrieb so Reichweitenvorteile von bis zu zehn Prozent.

Gesteigerte Schubrekuperation

Das Rekuperationssystem trägt aktuell bereits bis zu 30 Prozent zur Gesamtreichweite bei. Der Audi e-tron kann auf zwei Arten Energie zurückgewinnen: über die Schubrekuperation, wenn der Fahrer vom Fahrpedal geht, oder über die Bremsrekuperation, wenn er aufs Bremspedal tritt. In beiden Fällen arbeiten die Elektromotoren als Generator und wandeln die Bewegungsenergie in elektrische Energie um. Bei Verzögerungen bis 0,3 g – das ist im Alltagsbetrieb zu mehr als 90 Prozent der Fall – wird die Hochvolt-Batterie von den Elektromotoren geladen, die als Generator fungieren.

Das Rekuperationssystem regelt die Energierückgewinnung zwischen den beiden E-Motoren variabel – sowohl im Schub, als auch beim Bremsen. Der Grad der Schubrekuperation lässt sich über Wippen am Lenkrad in drei Stufen wählen und ist nun deutlicher ausgeprägter, was auf Wunsch ein noch stärkeres One-Pedal-Feeling erzeugt. Bei einer Bremsung aus 100 km/h kann der Audi e-tron mit bis zu 300 Nm und 220 kW rekuperieren. Das sind mehr als 70 Prozent seiner Antriebsleistung.

Sportliche S line

Mit dem neuen S line Exterieurpaket sollen die sportlichen Gene des Audi e-tron besonders hervortreten. Die neue Ausstattungsvariante ist ab sofort bestellbar und beinhaltet neben 20-Zoll-Rädern auch eine Sport-Luftfederung. Den stärker konturierten Stoßfänger flankieren expressivere und größere Air Curtains, die den Luftstrom verbessern sollen. Sie reichen bis unter die Scheinwerfer und erzeugen so bereits aus der Ferne ein dynamisches Bild. Ein S line-Emblem ziert den Kühlergrill, die beleuchteten Einstiegsleisten aus Aluminium tragen ein S-Logo.

Beim e-tron Sportback leisten der serienmäßige Spoiler sowie ein markanter Diffusor am Heck ihren Beitrag zur effizienten Aerodynamik des Fahrzeugs. Im Gegensatz zur Basis sind die Anbauteile beim S line Exterieur in Wagenfarbe lackiert – darunter Radlaufblenden, Schweller, Stoßfänger und Außenspiegel. Ergänzend setzt das optionale Optikpaket schwarz Akzente im Bereich des Singleframe, an den Seitenscheiben und dem Stoßfänger. Auch die Außenspiegel-Kappen sind optional in Schwarz erhältlich.

Zweite Leistungsstufe

Zum Marktstart des e-tron Sportback bietet Audi eine zweite Motorisierung an. Der e-tron 50 quattro, erhältlich als SUV oder Sportback Coupé-Variante, hat eine Leistung von 230 kW und 540 Nm Drehmoment. Das Modell beschleunigt in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und wird 190 km/h schnell.

Die Batterie besteht aus 27 Modulen mit jeweils zwölf prismatischen Zellen. Das System ist etwa 120 Kilogramm leichter als das des Schwestermodells und hält brutto 71 kWh Energie (64,7 kWh netto) bereit. Damit legt der Audi e-tron 50 im WLTP-Zyklus mit einer Vollladung bis zu 336 Kilometer zurück, als Sportback-Variante sind es dank strömungsgünstiger Karosserie sogar bis zu 347 Kilometer. Der Audi e-tron 50 quattro ist ab sofort zu einem Preis ab 69.100 Euro bestellbar, der Audi e-tron Sportback 50 quattro kostet ab 71.350 Euro. Damit erfüllen beide Modelle die Voraussetzungen für den Umweltbonus in Deutschland.

Quelle: Audi – Pressemitteilung vom 28.11.2019

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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