Subaru will neue Modelle künftig deutlich schneller zur Marktreife bringen. Rund 40 Prozent kürzer soll die Entwicklungszeit eines Autos ausfallen, wie der japanische Automobilhersteller bei einem Strategiebriefing in einem Forschungszentrum in Sano bekannt gab, einer Stadt nördlich von Tokio. Parallel dazu plant das Unternehmen, in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts softwaredefinierte Autos auf den Markt zu bringen, international als Software-Defined Vehicles (SDV) bezeichnet. Beide Vorhaben verfolgen dasselbe Ziel: Modellstarts sollen in kürzeren Abständen erfolgen.
Erreichen will der Hersteller die Zeitersparnis über eine veränderte Arbeitsweise in der Entwicklung. Beim Bau von Prototypen setzt Subaru verstärkt auf digitale Simulationen. Zugleich sollen Design, Tests und die Vorbereitung der Produktion künftig parallel laufen, statt nacheinander abgearbeitet zu werden. Wie stark jeder dieser Schritte zur angepeilten Verkürzung beiträgt, schlüsselte das Unternehmen nicht auf.
Für Käufer:innen rückt ein anderer Teil der Strategie in den Vordergrund. Die künftigen SDV sollen Over-the-Air-Updates erhalten, also Software-Aktualisierungen, die drahtlos auf das Auto übertragen werden. Betreffen soll das Funktionen der Fahrassistenz, des automatisierten Fahrens sowie der Fahrleistung. Wesentliche Eigenschaften eines Modells ließen sich so auch nach der Auslieferung noch verändern.
Technische Grundlage dafür ist ein neu entwickeltes, integriertes elektronisches Steuergerät, im Fachjargon ECU (Electronic Control Unit) genannt. Eingeführt werden soll es schrittweise in der gesamten Modellpalette. Den Chip, der das Herzstück dieser Einheit bildet, hat der Hersteller gemeinsam mit dem US-Halbleiterkonzern AMD (Advanced Micro Devices) entwickelt. Einen Zeitplan für die einzelnen Baureihen nannte Subaru dazu nicht.
Gemeinsame Elektronik für Stromer und Benziner
Hinzu kommt eine Vereinheitlichung auf Plattformebene. Das Unternehmen plant, seine elektronischen Plattformen über alle Antriebsarten hinweg zu standardisieren. Elektroautos, Hybride und Benziner sollen demnach auf eine gemeinsame elektronische Basis zurückgreifen, unabhängig davon, welcher Antrieb unter der Haube arbeitet. Damit verknüpft Subaru die Softwarestrategie nicht ausschließlich mit dem E-Auto, sondern bezieht das gesamte Angebot ein.
Ein Blick auf die einzelnen Bausteine zeigt, wie eng sie zusammenhängen. Das integrierte Steuergerät bildet die Hardware, die standardisierte Plattform den gemeinsamen Rahmen, die drahtlosen Updates den laufenden Nutzen nach dem Kauf. Die verkürzte Entwicklung wiederum soll dafür sorgen, dass entsprechende Modelle früher beim Handel stehen als bisher.
Auffällig ist in diesem Zusammenhang die Haltung gegenüber dem eigenen Anteilseigner. Toyota hält 21 Prozent an Subaru und treibt mit Arene eine eigene Softwareplattform voran. Pläne, diese zu übernehmen, gibt es bei Subaru nach eigenen Angaben derzeit allerdings nicht.
Welche Größenordnung Toyota für Arene anstrebt, hatte der Konzern erst zwei Tage vor Subarus Briefing deutlich gemacht. Das Unternehmen teilte mit, die Plattform solle bis 2030 jährlich in zehn Millionen Neuwagen zum Einsatz kommen. Bis 2035 ist zudem vorgesehen, sie auch auf Modelle von Allianzpartnern auszuweiten. Mit Arene verfolgt Toyota demnach einen Ansatz, der über die eigenen Marken hinausreicht.
Subaru setzt mit dem gemeinsam mit AMD entwickelten Chip damit vorerst auf einen eigenen Weg, während Toyota seine Lösung ausdrücklich auch für verbundene Hersteller vorsieht. Zeitlich laufen beide Pläne parallel: Die ersten softwaredefinierten Subaru-Modelle sollen in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts starten, die Öffnung von Arene für Partner ist bis Mitte der 2030er-Jahre angesetzt.
Quelle: Reuters – Subaru targets software-defined vehicle launch for late 2020s, plans to cut development times by 40%







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