Standardisierte Traktionsbatterie soll E-Mobility-Entwicklung beschleunigen

Standardisierte Traktionsbatterie soll E-Mobility-Entwicklung beschleunigen
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Ecovolta

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Schweizer Batteriesystem-Hersteller Ecovolta hat eine standardisierte Lithium-Ionen- Traktionsbatterie entwickelt, mit der Elektrofahrzeuge deutlich kostengünstiger und schneller zur Serienreife gelangen sollen. Damit könnten Hersteller auch bestehende oder kleinere Fahrzeugserien zügig auf Elektromobilität umstellen und innerhalb weniger Wochen Prototypen realisieren, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Bisher mussten die Akkupacks für jeden Fahrzeugtyp individuell entwickelt werden. Der damit verbundene Zeitbedarf bedeutete zusätzliche Risiken und machte die Elektroauto-Produktion erst ab höheren Stückzahlen wirtschaftlich. Dagegen ist die evoTractionBattery von Ecovolta bereits als Gesamtlösung zertifiziert und soll innerhalb kürzester Zeit eingesetzt werden können.

„Wir schätzen, dass Fahrzeughersteller bei einer beispielhaften Batterie mit einer Betriebsspannung von 48 Volt und einer Kapazität von zehn Kilowattstunden insgesamt 250.000 bis 500.000 Euro Entwicklungs- und Zertifizierungskosten sparen können. Und deutlich schneller geht es auch: Unsere Kunden rechnen für ein Akkupack sowie das passende Batteriemanagementsystem üblicherweise mit einer Entwicklungszeit von bis zu zwei Jahren. Die evoTractionBattery kann dagegen innerhalb einiger Stunden konfiguriert werden, unabhängig davon, ob sie in einem Golfkart oder einem LkW Eingesetzt wird.“ – Paul Hauser, CTO Ecovolta

Standardisierung und Zertifizierung ermöglichen direkten Einstieg in die E-Mobilität

Die Standardisierung senkt die Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde Strom und senkt damit die Hürden für den Einstieg in die Elektromobilität. Sie umfasst einen Teil der Abmessungen, die Leistungsstufen und die Elektronik. Anwender der evoTractionBattery erhalten für alle Batteriepacks eine vollständig dokumentierte Zertifizierung inklusive beispielsweise der elementaren Zertifizierung UN 38.3 zur Transportsicherheit.

Das integrierte Batteriemanagementsystem ermöglicht einen Master-Slave-Betrieb und die Anbindung der Batterien an einen CAN-Bus. Dadurch können die Akkus mit der übergeordneten Steuerung Daten austauschen, was für einen effizienten und sicheren Betrieb von Fahrzeugen notwendig ist. Auch die Sicherheitstechnik, das Relais und die Vorladung sind integriert.

Die evoTractionBattery wird mit Spannungen von 24 Volt, 48 Volt und 400 Volt sowie Kapazitäten von 2,5 kWh bis 15 kWh angeboten. Die beliebige serielle Verschaltung bis maximal 16 Batterien und die parallele Verschaltung von bis zu 32 Strängen erlauben Batteriespannungen von 24 Volt bis 829 Volt und Gesamtkapazitäten von bis zu rund 7600 kWh.

Ein einzelnes Batteriemodul hat stets eine definierte Länge von 520 mm und eine Breite von 218 mm, die Höhe hängt von Spannung und der Kapazität ab. Dadurch werden klare Rahmenbedingungen für die Konstruktion geschaffen.

Ecovolta ist ein Schweizer Hersteller von individuell konfektionierten Hochleistungs-Batteriesystemen und eMobility-Lösungen. Das Bauprinzip von Ecovolta ermöglicht die vollautomatische Serienfertigung hochstromfähiger Akkus, die keine aktive Kühlung benötigen. Im eigenen Forschungs- und Entwicklungsbereich werden Batterie – und Antriebslösungen entwickelt und getestet. Ecovolta hat seinen Hauptsitz in Brunnen / Schwyz, wo sich auch das Fertigungswerk Ecovolta Swissfactory befindet.

Quelle: Ecovolta – Pressemeldung

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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