Stabil durch die Krise: BMW-Group bleibt auf Kurs

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Konsistenz und Resilienz: Mit diesen beiden Begriffen leitet die BMW Group ihre aktuelle Mitteilung zum Jahresergebnis 2025 ein. Trotz hoher Belastungen und der allgemein schlechten Lage in der Industrie konnte der Autohersteller erneut ein Konzernergebnis vor Steuern von mehr als 10 Milliarden Euro erzielen. Die EBT-Marge lag wie schon im vorherigen Jahr stabil bei 7,7 Prozent. Auch der Konzernüberschuss lag wie im Vorjahr bei mehr als 7 Milliarden Euro und bildet entsprechend die Grundlage für eine vorgeschlagene Ausschüttungssumme in Höhe des Vorjahreswerts.

„Strategischer Weitblick, operative Leistungsstärke und hohe Verlässlichkeit – diese Eigenschaften zeichnen die BMW Group schon immer aus. Wir haben frühzeitig die Weichen für die erfolgreiche Zukunft des Unternehmens gestellt und setzen auf drei starke Säulen: unseren technologieneutralen Ansatz, unseren starken globalen Footprint und unsere begeisternden Marken und Produkte“, sagte Oliver Zipse, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG. „Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen.“

Die Vielfalt im Produktangebot bezeichnet die BMW Group als einen zentralen Erfolgsfaktor: Mit einem breiten Antriebsportfolio, das Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybride, batterieelektrische Antriebe und ab 2028 auch die Wasserstoff-Brennstoffzelle umfasst, will das Unternehmen die Grundlage dafür schaffen, die weltweit heterogenen Anforderungen und Kundenbedürfnisse heute wie auch in Zukunft zu bedienen.

Im Antriebsmix schaffte es der Konzern im vergangenen Jahr zudem, die CO2-Ziele der Europäischen Union mit einem Flottengrenzwert von 90 Gramm pro Kilometer leicht überzuerfüllen – ohne dafür Instrumente wie Pooling oder zeitliche Streckung zu nutzen.

Elektroautos bleiben einmal mehr der Wachstumstreiber

Wachstumstreiber für die BMW Group bleiben wie schon in mehreren Jahren zuvor die batterieelektrischen Fahrzeuge. Im Geschäftsjahr 2025 konnte die BMW Group ihren globalen Elektroauto-Absatz auf mehr als 442.000 Einheiten steigern (+3,6 Prozent); dies entspricht einem Anteil von 17,9 Prozent am Gesamtabsatz. Damit war fast jedes fünfte Fahrzeug der BMW Group vollelektrisch. Bei Mini lag der Anteil noch höher: Dort war bereits jedes dritte Fahrzeug vollelektrisch.

Auch Plug-in-Hybride bleiben ein wesentlicher Baustein des technologieoffenen Ansatzes und der Elektrifizierung des Modell-Angebots: In Summe hat die BMW Group im vergangenen Jahr mehr als 642.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride ausgeliefert, d.h. eines von vier Fahrzeugen war elektrifiziert. In Europa lag der Anteil noch höher: Dort waren bereits 40 Prozent der Fahrzeuge der BMW Group entweder vollelektrisch angetrieben oder Plug-in-Hybride.

„Mit unserem breiten Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen haben wir uns eine starke Position im Wettbewerb erarbeitet. Wir bleiben unserer Pionierrolle treu und bauen unser E-Auto-Portfolio weiter aus: Ende des Jahres werden wir unseren Kunden 20 vollelektrische Automobile anbieten“, so CEO Zipse, der davon ausgeht, dass bis zum Ende des Jahrzehnts jeder zweite ausgelieferte BMW ein Elektroauto sein könnte.

Mit insgesamt 2,46 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen erreichte die BMW Group im Geschäftsjahr 2025 das Absatzniveau des Vorjahres (2024: 2,45 Millionen; +0,5 Prozent). Dank seiner ausgewogenen globalen Aufstellung konnte das Unternehmen den Absatzrückgang in China (-12,5 Prozent) durch Zuwächse in anderen Weltregionen kompensieren. So erzielte es solide Zuwächse in den Regionen Europa (+7,3 Prozent) und Amerika (+5,6 Prozent).

Zu den wesentlichen Wachstumstreibern gehörten die BMW 5er Serie, die um gut ein Viertel zulegte, und der kompakte BMW X2, der um 33 Prozent wuchs. Die Auslieferungen der Performance-Sparte BMW M erzielten mit mehr als 213.000 Einheiten (2024: 207.000 Eh.; +3,3 Prozent) zum 14. Mal in Folge einen Absatzrekord, mit dem M2 Coupé und den Fahrzeugen der M3-Familie als Bestseller. Erstmals war jeder zehnte ausgelieferte BMW ein Modell von BMW M. Auf der vollelektrischen Seite des Portfolios legten die Modelle BMW i5, BMW iX2 und BMW iX1 deutlich zu.

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Der Bestseller der dynamisch wachsenden Mini-Familie mit ihren insgesamt mehr als 288.000 Auslieferungen (2024: 245.000; +17,7 Prozent) war 2025 der Countryman. Auch der Aceman, das neue Mini-Cabrio und die vollelektrischen Mini Cooper-Modelle führten bei der Marke zu signifikanten Zuwächsen. Mit mehr als 105.000 ausgelieferten E-Autos betrug der Absatzanteil der vollelektrischen Fahrzeuge mehr als 36 Prozent.

Die Luxusmarke Rolls-Royce erzielte mit 5664 Auslieferungen (2024: 5712 Eh.; -0,8 Prozent) das Vorjahresniveau, wobei der Cullinan und die vollelektrischen Spectre Modelle am stärksten gefragt waren.

BMW Group erreicht Jahresziele 2025

Die Geschäftsziele für 2025 hat die BMW Group wie prognostiziert erfüllt und erzielte im Gesamtjahr Umsatzerlöse von 133,5 Milliarden Euro (2024: 142,4 Mrd. Euro; -6,3 Prozent; währungsbereinigt: -3,9 Prozent). Die Entwicklung spiegle die hohe Wettbewerbsintensität im Automobilgeschäft wider, insbesondere in China. Des Weiteren wirkten negative Währungseffekte, im Wesentlichen aus dem US-Dollar, dem koreanischen Won und dem chinesischen Renminbi.

Wie angekündigt hat die BMW Group bei den Zukunftsinvestitionen den Höchststand hinter sich gelassen: Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen lagen 2025 mit 8,3 Milliarden Euro moderat unter dem Vorjahresniveau (2024: 9,1 Mrd. Euro; -8,4 Prozent). Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der baureihenübergreifenden Digitalisierung und Elektrifizierung der Fahrzeugflotte. Des Weiteren enthalten sie die Leistungen für die Entwicklung von Modellen der Neuen Klasse wie dem iX3, von Nachfolgemodellen des X5 sowie des 7er. Die Forschungs- und Entwicklungsquote ging im Gesamtjahr auf 6,2 Prozent (2024: 6,4 Prozent) zurück.

„Unser diszipliniertes und aktives Kostenmanagement hat 2025 unsere Performance gestärkt: Gegenüber dem Vorjahr konnten wir wie versprochen unsere Kostenstrukturen plangemäß verschlanken und die F&E-Leistungen, die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie unsere Herstellungskosten und Materialaufwand senken. 2,5 Milliarden Euro weniger Aufwand in Summe kamen unserer Profitabilität zugute. Auch in diesem Jahr senken wir die Kosten gemäß unserer Planung weiter konsequent“, sagte Finanzvorstand Walter Mertl.

EBT-Marge im Konzern auf Vorjahresniveau

Im Jahr 2025 hat die BMW Group trotz signifikanter Zollbelastungen erneut ein Konzernergebnis vor Steuern (EBT) von mehr als 10 Milliarden Euro erzielt (10,2 Mrd. Euro; 2024: 11 Mrd. Euro / -6,7 Prozent). Die EBT-Marge im Konzern erreichte mit 7,7 Prozent (2024: 7,7 Prozent) das Vorjahresniveau. Der Konzernüberschuss übertraf mit 7,5 Milliarden Euro (2024: 7,7 Mrd. Euro / -3,0 Prozent) erneut 7 Milliarden Euro.

Die BMW Group beteiligt ihre Anteilseigner kontinuierlich am Unternehmenserfolg. Die Ausschüttungsquote liegt mit 36,6 Prozent im oberen Bereich des Korridors von 30-40 Prozent des den Aktionären der BMW AG zurechenbaren Jahresüberschusses. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung im Mai eine Dividende von 4,40 Euro je Stammaktie (2024: 4,30 Euro) und 4,42 Euro je Vorzugsaktie (2024: 4,32 Euro) vorschlagen.

2026 startet der Hochlauf der Neuen Klasse

Im laufenden Geschäftsjahr beschleunigt sich der Hochlauf der Neuen Klasse beginnend mit zwei Modellen aus dem Herzen der Marke BMW: Der vollelektrische SUV iX3 erfreut sich seit seiner Weltpremiere auf der IAA im vergangenen September bereits einer überaus starken Nachfrage – unter den vorbestellten, vollelektrischen BMW-Fahrzeugen in Europa ist seither jedes dritte ein iX3. Aufgrund der hohen Nachfrage läuft das Werk in Debrecen (Ungarn) bereits im Zweischichtbetrieb. Das zweite Neue Klasse Modell feiert in der kommenden Woche seine Designpremiere in München: der vollelektrische BMW i3.

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„Mit dem erfolgreichen Start der Neuen Klasse haben wir 2025 gezeigt, wie wir die Marke BMW mit den neuen Technologie-Clustern und der neuen Designsprache in die Zukunft führen. Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach dem ersten Modell, dem iX3, beweist: Pioniergeist, Innovationskraft und Mut zahlen sich aus“, sagte BMW-Chef Zipse. Die Technologien der Neuen Klasse sollen nach und nach ins gesamte Portfolio wandern: „Bis 2027 stellen wir mehr als 40 neue und überarbeitete Modelle vor. Dazu zählen auch der 3er und der X5: zwei vollkommen neue Modelle in zwei unserer wichtigsten Segmente – und zwar mit allen Antriebsvarianten. So läuten wir eine neue Ära der Technologieneutralität bei der BMW Group ein“, so Zipse weiter.

Prognose für das Geschäftsjahr 2026

Die BMW Group prognostiziert für das Geschäftsjahr 2026 folgende Entwicklungen: Angesichts der aktuellen Konjunkturerwartungen für 2026 sollten sich die weltweiten Automobilmärkte stabil entwickeln. Für Europa und USA insgesamt geht das Unternehmen von Wachstumspotenzialen aus. Auf Basis des durchschnittlichen Absatzvolumens der vergangenen Monate könne in China ein Absatz in etwa auf Vorjahresniveau erreicht werden. Weltweit rechnet das Unternehmen mit Auslieferungen auf Vorjahresniveau und einem Absatzanteil vollelektrischer Fahrzeuge auf Vorjahresniveau.

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet die BMW Group weiter mit einer Belastung aus erhöhten Zöllen von rund 1,25 Prozentpunkten der EBIT-Marge im Segment Automobile. Neben den genannten Zollbelastungen werde das EBIT des Automobilsegments im Vorjahresvergleich durch höhere negative Effekte aus Währungen und Rohstoffen, durch steigende Abschreibungen und eine signifikant niedrigere Aktivierungsquote sowie durch insgesamt geringere Erlöse aus dem rückläufigen Gebrauchtwagenmarkt beeinflusst. In China dürften die beschlossenen Preis- und Produktmaßnahmen zur Stabilisierung der Transaktionspreise insbesondere im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich negativ wirken, so BMW. Das Konzernergebnis vor Steuern soll angesichts der prognostizierten Entwicklungen 2026 moderat sinken.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 12.03.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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