Skoda liefert sein Elektroauto Enyaq bilanziell CO2-neutral aus

Skoda liefert sein Elektroauto Enyaq bilanziell CO2-neutral aus
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der neue Skoda Enyaq ist nicht nur auf der Straße lokal emissionsfrei: Der Hersteller liefert sein neues elektrisches Flaggschiff bilanziell CO2-neutral an seine Kunden aus, wie einer aktuellen Mitteilung zu entnehmen ist. Skoda dokumentiert demnach den CO2-Ausstoß während des gesamten Produktionsprozesses ISO-zertifiziert und reduziere mit zahlreichen Maßnahmen wirksam die Freisetzung von Kohlendioxid bei der Herstellung.

Den bisher nicht zu vermeidenden Ausstoß von CO2 während der Fertigung gleicht Skoda mit zertifizierten Klimaschutzprojekten aus, etwa dem Aufbau eines Windparks in Indien. So können Fahrer des Enyaq zu 100 Prozent ,grün‘ unterwegs sein, wenn sie das SUV ausschließlich mit regenerativ erzeugtem Strom laden.

Rein batterieelektrische Fahrzeuge wie der neue Skoda Enyaq sind im laufenden Betrieb lokal und bei Nutzung von Ökostrom sogar vollständig emissionsfrei unterwegs. Zu ihrem ökologischen Fußabdruck gehören allerdings auch jene CO2-Emissionen, die während der Herstellung anfallen. Durch zahlreiche verschiedene Maßnahmen ist Skoda laut eigener Aussage jedoch in der Lage, den neuen Enyaq bilanziell CO2-neutral an seine Kunden auszuliefern.

Optimierung eigener Fertigungsprozesse

Dafür optimiere das Unternehmen kontinuierlich den Betrieb sowie die Fertigungsprozesse in seinen eigenen Fabriken. Das Komponentenwerk Vrchlabí produziert bereits seit Ende des Jahres 2020 als erster Skoda Standort CO2-neutral. Der Enyaq entsteht im Skoda Stammwerk Mladá Boleslav, hier baut der tschechische Automobilhersteller mit dem Energiedienstleister Čez die größte Photovoltaik-Dachanlage in Tschechien auf. Im Laufe dieses Jahrzehnts soll die gesamte zur Fertigung benötigte Energie in den tschechischen Werken von Skoda aus CO2-neutralen Quellen stammen.

Wie sich mit cleveren Ideen auch im Detail Emissionen einsparen lassen, zeige die von Skoda entwickelte App Optikon. Sie sorge mithilfe von Künstlicher Intelligenz für die bestmögliche Ausnutzung des Platzes in Transportcontainern. Auf diese Weise konnten allein im ersten Halbjahr 2020 mehr als 150 Containertransporte und damit 80 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Monitoring der CO2-Emissionen entlang der gesamten Lieferkette

Skoda nimmt neben der Optimierung der eigenen Produktionsabläufe auch die CO2-Emissionen bei seinen Zulieferern und Partnern in den Blick. Das Unternehmen stelle sicher, dass die CO2-Emissionen in der Lieferkette, im gesamten Herstellungsprozess und in der Logistik unter anderem durch die Verwendung von Ökostrom anteilig vermieden oder reduziert werden. So garantiere beispielsweise der Zulieferer LG die Verwendung von ,grünem Strom‘ bei der Produktion der Antriebsbatterien für den Enyaq. Auch viele weitere Partner sollen umweltfreundliche Produktionsabläufe zugesichert haben.

Die Berechnung der verbleibenden CO2-Emissionen erfolgt auf Basis der spezifischen Ökobilanz des Enyaq. Diese Bilanz ist vom TÜV Nord zertifiziert, der auch die weiterführenden Emissionen verifiziert. Der TÜV Nord bestätigt in Zertifikaten die korrekte Erfassung aller CO2-Emissionen über den Lebenszyklus hinweg sowie die Einstufung des Enyaq als bilanziell CO2-neutrales Produkt bei der Auslieferung an die Kunden.

Recycling von Fahrzeug und Batterien

Zum CO2-Ausstoß über den gesamten Lebenszyklus hinweg zählt auch das Recycling des Enyaq. Die Antriebsbatterien werden nach ihrer Verwendung im Fahrzeug zunächst einem zweiten Leben in stationären Energiespeichern zugeführt, die unter anderem bei Skoda-Händlern aufgebaut werden. Diese Maßnahme verlängert die Nutzungsdauer der Batterien und verbessert so ihren ökologischen Fußabdruck. Anschließend werden sie recycelt und die eingesetzten Rohstoffe wiederverwertet.

Auch der CO2-Ausstoß durch das Recyceln des Fahrzeugs ist bereits einkalkuliert: Eine hohe Recyclingquote und der weitreichende Einsatz von bereits wiederverwerteten oder recycelbaren Materialien sollen dazu beitragen, die Emissionen zu senken.

Emissionsausgleich mit zertifizierten Projekten

Ein Teil der CO2-Emissionen, die während der Produktion (Lieferanten und Produktion) eines Skoda Enyaq anfallen, lässt sich aktuell noch nicht vermeiden. Skoda kompensiert sie durch den Kauf von zertifizierten Carbon Credits. Dabei handelt es sich um die Unterstützung zertifizierter Klimaschutzprojekte wie etwa den Aufbau eines großen Windparks in Indien. Der Park in Tamil Nadu im Süden des Landes soll 100 Windräder umfassen. Mit einer Gesamtkapazität von 200 Megawatt werde er saubere Energie für 600.000 Haushalte liefern.

Quelle: Skoda – Pressemitteilung vom 04.06.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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