Großes Vorkommen an Seltenerdmetallen in Schweden entdeckt

Großes Vorkommen an Seltenerdmetallen in Schweden entdeckt
Copyright:

shutterstock / 1531484729

Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 2 min

Es ist eine erfreuliche Nachricht für die europäische Industrie, auch wenn sie auf die Produktion von Elektroautos – entgegen der medialen Meinung – wahrscheinlich nur wenig Einfluss haben wird: in Schweden wurde ein bedeutendes Vorkommen an Seltenerdmetallen entdeckt. Diese gar nicht so seltenen Metalle – vorwiegend Neodym – stecken überall drinnen, wo starke Magnetfelder benötigt werden, also beispielsweise in den Elektromotoren in Elektroautos. Die überwiegende Menge allerdings wird für Elektronikprodukte oder Windkraftanlagen genutzt. Das neu entdeckte Vorkommen könnte jedenfalls die Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern, die aktuell bis zu 90 Prozent des Jahresbedarfs an Neodym decken, senken. Lithium zählt übrigens nicht zu den Seltenerdmetallen.

Das staatliche schwedische Berbauunternehmen LKAB meldete nach erfolreicher Exploration ein Vorkommen von mehreren Millionen Tonnen der Seltenerdoxide in der Gegend von Kiruna, der nördlichsten Stadt in Schweden. Dabei soll es sich um die größte bekannte Lagerstätte dieser Art in Europa handeln, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar ist, wie groß das Vorkommen tatsächlich ist. Unklar ist auch, welche Metalle das Gestein tatsächlich enthält. Das Vorkommen könnte aber ausreichen, um einen Großteil des künftigen Bedarfs an Magneten in der EU zu decken. Die Entdeckung könnte daher „ein wichtiger Baustein für die Produktion der kritischen Rohstoffe werden, die für den grünen Übergang absolut entscheidend sind„, so der Vorstandschef von LKAB, Jan Moström.

Bis in Nordschweden tatsächlich Seltenerdmetalloxide abgebaut werden, wird es aber noch dauern: noch 2023 will man die Abbauzulassung beantragen, das Genehmigungsverfahren wird aber mindestens zehn bis 15 Jahre in Anspruch nehmen. Dennoch gibt man sich in Schweden sehr zuversichtlich: „Schweden ist buchstäblich eine Goldmine„, erklärte die schwedische Energieministerin Ebba Busch im Rahmen einer Veranstaltung in der Mine. Im nächsten Schritt wird sich die LKAB von der bestehenden Eisenerzmine aus durch weitere Grabungen in einer Tiefe von 700 Metern in Richtung des nach dem schwedischen Mineralogen Per Geijer benannten Vorkommens vorarbeiten. Erst wenn alle Herausforderungen im Zusammenhang mit der Landnutzung und den Auswirkungen der Entwicklung der Mine gelöst seien, könne man einen Umweltprüfungsantrag stellen.

Quelle: electrive.net – Großes Vorkommen an Seltenen Erden in Schweden entdeckt

Worthy not set for this post
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Mehr als 100 Länder weltweit wollen die Elektromobilität stark ausbauen

Mehr als 100 Länder weltweit wollen die Elektromobilität stark ausbauen

Michael Neißendorfer  —  

Knapp zwei Drittel davon verfolgen konkrete Ausbauziele für E-Autos, so viele wie nie zuvor, darunter auch Exoten wie Barbados, Kuba, Nepal und Ruanda.

ZDK: Autobranche fordert Verlässlichkeit für Elektromobilität

ZDK: Autobranche fordert Verlässlichkeit für Elektromobilität

Daniel Krenzer  —  

Beim ZDK-Neujahrsgipfel fordert das Kfz-Gewerbe klare Rahmenbedingungen, verlässliche E-Auto-Förderung und mehr Planungssicherheit für die Mobilitätswende.

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Bund startet Förderprogramm für H2-Tankstellen und -Lkw

Tobias Stahl  —  

Das Verkehrsministerium fördert den Bau von Wasserstofftankstellen und die Anschaffung von H2-Lkw mit 220 Millionen Euro. Die wichtigsten Details zur Förderung.

Südafrika denkt über höhere Zölle auf Autos aus China und Indien nach

Südafrika denkt über höhere Zölle auf Autos aus China und Indien nach

Daniel Krenzer  —  

Die Regierung prüft Berichten zufolge höhere Importzölle auf Fahrzeuge aus China und Indien.

Umfrage zu E-Autos: Günstiger Strompreis sticht Kaufprämie aus

Umfrage zu E-Autos: Günstiger Strompreis sticht Kaufprämie aus

Michael Neißendorfer  —  

Für den Erfolg der Elektromobilität ist weniger die kommende Kaufprämie entscheidend, sondern vielmehr der Strompreis an der Ladesäule, so eine Umfrage.

Energiewende kostet jetzt – und spart später Geld

Energiewende kostet jetzt – und spart später Geld

Sebastian Henßler  —  

Die Energiewende macht Strom teurer? Vattenfalls Deutschlandchef widerspricht und zeigt, warum Preise langfristig sinken dürften, trotz hoher Kosten heute.

Robotaxis passieren Schulbusse: US-Sicherheitsbehörde prüft Waymo

Robotaxis passieren Schulbusse: US-Sicherheitsbehörde prüft Waymo

Tobias Stahl  —  

Weil seine Robotaxis wiederholt haltende Schulbusse passieren, muss Waymo sich in den USA einer Untersuchung stellen. Das Unternehmen wiegelt ab.