Rio Tinto erweitert seine Lithiumkapazität in Argentinien um jährlich 25.000 Tonnen. Diese Menge, gemessen in Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE), sollen die Erweiterung Fénix 1B und das neue Werk Sal de Vida in der Provinz Catamarca liefern, sobald beide vollständig hochgefahren sind. Die Produktion lief in beiden Anlagen bereits im zweiten Quartal an, und zwar früher als geplant. Seitdem wird die Förderung schrittweise gesteigert. Insgesamt investierte der Konzern in die zwei Projekte rund 1,25 Milliarden Euro.
Ein Blick auf die einzelnen Standorte zeigt, wie sich der Zuwachs verteilt. Fénix 1B ergänzt den bestehenden Betrieb um 10.000 Tonnen LCE jährlich, womit die angestrebte Gesamtkapazität dort auf etwa 40.000 Tonnen steigt. Sal de Vida liegt ungefähr 20 Kilometer nordöstlich davon und ist als neue Anlage für Lithiumcarbonat ausgelegt. Für sie nennt das Unternehmen eine Zielkapazität von 15.000 Tonnen im Jahr.
Mit Fénix knüpft Rio Tinto an eine lange Tradition an. Der Standort nahm 1997 als erster kommerzieller Lithiumbetrieb Argentiniens die Arbeit auf. Konzernchef Simon Trott verwies bei der Eröffnung darauf, dass die neuen Vorhaben auf fast drei Jahrzehnten Lithiumproduktion in Catamarca und auf der Expertise der argentinischen Belegschaft aufbauen. Beide Projekte belegen nach seinen Worten die Stärke des Unternehmens bei der Umsetzung großer Bauvorhaben.
Eingebettet sind die Anlagen in eine übergeordnete Strategie. Bis 2028 will Rio Tinto weltweit eine jährliche Produktionskapazität von 200.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent erreichen, wie Trott erklärte. Das argentinische Lithiumgeschäft umfasst Betriebe und Projekte in den Provinzen Catamarca, Jujuy und Salta, darunter das Lithiumprojekt Rincon. Ziel sei es, die eigene Rolle als globaler Lieferant weiter zu stärken. Nach Darstellung des Unternehmens festigen die zusätzlichen Kapazitäten zugleich die Stellung Argentiniens als Lieferland für die Weltmärkte.
Hoher Besuch zur Eröffnung in Catamarca
Zur offiziellen Einweihung kamen Argentiniens Präsident Javier Milei und Raúl Jalil, Gouverneur von Catamarca. Gemeinsam mit Trott besichtigten sie Fénix, anschließend folgte eine Feier mit Vertreter:innen nationaler und provinzieller Behörden, Beschäftigten, Zulieferbetrieben sowie lokalen und indigenen Gemeinschaften. Milei bezeichnete die Erweiterung als „historischen Meilenstein“, der das Potenzial des argentinischen Bergbausektors zeige. Trott dankte den Gästen aus Politik und Verwaltung dafür, die Arbeit hinter beiden Projekten gemeinsam zu würdigen.
Hinzu kommt aus Sicht des Präsidenten eine politische Botschaft. Möglich geworden sei das Projekt, weil Argentinien wieder Anreize für die Förderung von Ressourcen geschaffen habe, die für die moderne Welt unverzichtbar seien. Er zeigte sich stolz darauf, dass ein Unternehmen dieser Größe das Land erneut als „verlässlichen Partner“ sehe. Dies bestätige aus seiner Sicht die Entscheidungen, die seine Regierung in den vergangenen Jahren getroffen habe.
Auch die heimische Wirtschaft soll von dem Ausbau profitieren. Für sein gesamtes Lithiumgeschäft in Argentinien plant Rio Tinto Wachstumsinvestitionen von rund 3,6 Milliarden Euro. Etwa 70 Prozent dieser Summe sollen nach Unternehmensangaben an lokale Zulieferbetriebe gehen. Damit stärke das Wachstum des Konzerns das Zuliefernetz des Landes, heißt es in der Mitteilung.
Als nächsten Schritt richtet Rio Tinto den Fokus auf einen sicheren Hochlauf der Produktion an beiden Standorten. Trott kündigte an, Kund:innen zuverlässig mit hochwertigem Lithium versorgen und dauerhaften Wert für Aktionär:innen und Argentinien schaffen zu wollen. Die erfolgreiche Umsetzung führte er auf den Einsatz der Mitarbeitenden, die Fähigkeiten argentinischer Zulieferbetriebe und die Partnerschaften mit Gemeinden und Regierungen zurück.
Quelle: Rio Tinto – Pressemitteilung








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