Für gewerbliche Flotten rechnet Renault beim neuen Trafic E-Tech elektrisch mit Nutzungs- und Gesamtbetriebskosten, die um bis zu zehn Prozent unter denen eines vergleichbar großen Diesel-Transporters liegen sollen. Inzwischen stehen auch die Preise fest. Mit der 60-kWh-Batterie beginnt die Liste bei 41.900 Euro, die Version mit 81 kWh kostet ab 47.400 Euro. Zur Wahl stehen zwei Ausstattungsvarianten, Advance und Extra. Erst kürzlich wurde der Transporter zum “International Van of the Year 2027” gewählt.
Die Markteinführung erfolgt gestaffelt. Bestellungen für die Modelle mit größerem Akku sollen bereits in den kommenden Wochen möglich sein, während die Variante mit 60 kWh im Frühjahr 2027 folgt. Für den deutschen Markt liegt allerdings noch keine Homologation vor, verkauft wird das Auto bislang nicht. Technische Daten sowie Verbrauchs- und Emissionswerte werden erst im Zuge der Typgenehmigung vor Verkaufsstart endgültig bestimmt.
Den Einstieg bildet die sogenannte Comfort Range Batterie mit 60 kWh. Sie ermöglicht laut Renault 350 Kilometer im kombinierten WLTP-Zyklus, für den reinen Stadtbetrieb sind bis zu 510 Kilometer angegeben. Der Hersteller sieht diese Version für den gewerblichen Einsatz in der Stadt und im Umland ausgelegt. Wer häufiger längere Strecken fährt, greift zur Long Range Batterie mit 81 kWh, die auf 470 Kilometer kombiniert und bis zu 690 Kilometer innerorts kommt. Beide Stadtwerte stehen unter dem Vorbehalt der finalen Typgenehmigung.
Technische Grundlage für kurze Standzeiten ist eine 800-Volt-Architektur. In der Version mit großem Akku lädt der Transporter mit bis zu 190 kW Gleichstrom. Innerhalb von 20 Minuten lässt sich so Energie für 280 Kilometer nach WLTP-Mischzyklus nachladen, im Stadtverkehr entspricht das 380 Kilometern. Zum niedrigen Verbrauch von 17,2 kWh je 100 Kilometer trägt außerdem die Aerodynamik bei, Renault nennt einen cwA-Wert von 1,073.
Software soll Ausfallzeiten spürbar senken
Als erstes leichtes Nutzfahrzeug in Europa basiert der Trafic E-Tech elektrisch auf einer SDV-Architektur (Software Defined Van). Das Fahrzeug lässt sich damit individuell anpassen und während seines gesamten Lebenszyklus mit neuen Funktionen versorgen. Nach Angaben des Unternehmens wirkt sich das beim Wiederverkauf positiv auf den Restwert aus.
Auf dieser Basis setzt das Programm Renault Uptimize an, das 2027 starten soll. Echtzeitdaten aus den Transportern und künstliche Intelligenz sollen die Wartung nicht mehr reaktiv, sondern vorausschauend steuern. Angestrebt wird, Werkstattbesuche zu reduzieren und Ausfallzeiten zu halbieren. Fuhrparkverantwortliche sollen so eine höhere Verfügbarkeit und bessere Auslastung ihrer Flotte erreichen.
Ergänzend kündigt Renault die App “Energy & Safety Control” an. Flottenmanager:innen können damit definierte Vorgaben für Effizienz, Leistung und Sicherheit automatisch auf ausgewählte Autos übertragen. Dazu zählen Einstellungen zu Energiemanagement, Fahrmodi und Höchstgeschwindigkeit. Profitieren sollen davon Reichweite und betriebliche Effizienz, ebenso die Sicherheit für Fahrer:innen und andere Verkehrsteilnehmende.
Viel Serienausstattung schon im Basismodell
Bereits die Einstiegsversion Advance bringt eine Wärmepumpe, eine Schnellladefunktion und ein bidirektionales Ladegerät für Vehicle-to-Load (V2L) mit. Hinzu kommen eine Keycard für schlüssellosen Zugang und Start, Klimaanlage, adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie das Multimediasystem openR evo mit 12,3-Zoll-Bildschirm. Unterstützung beim Rangieren bieten eine Rückfahrkamera und Parksensoren vorne, hinten und an den Seiten. Voll-LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten sind ebenfalls Serie, der Laderaum erhält einen 8 Millimeter starken Holzboden mit sechs im Boden verankerten Befestigungspunkten.
Die höhere Linie Extra ergänzt eine Klimaautomatik, ein mobiles Büro und ein Multimediasystem mit integrierten Google-Diensten einschließlich Google Gemini sowie HERE-Navigation. Das V2L-System verfügt hier über eine 230-Volt-Steckdose. In der Trennwand sitzt eine Ladeklappe, durch die sich lange Gegenstände transportieren lassen. Zehn seitliche Verzurrpunkte, eine weitere V2L-Steckdose mit 230 Volt und 16-Zoll-Vollradkappen runden das Paket ab.
Quelle: Renault – Pressemitteilung








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