Die Renault Group hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Elektroautos abgesetzt als ein Jahr zuvor. Die Verkäufe rein elektrischer Modelle legten nach Unternehmensangaben um 84,7 Prozent zu, der Elektroanteil am Konzernabsatz kletterte um 12,2 Prozentpunkte auf 25,8 Prozent. Damit entfällt inzwischen gut jedes vierte verkaufte Auto des Konzerns auf einen Stromer. Zählt man Hybride und Plug-in-Hybride hinzu, lag der Anteil elektrifizierter Pkw bei 54,9 Prozent.
Der Hersteller führt die Entwicklung darauf zurück, schnell auf die wachsende Nachfrage nach E-Autos in Europa reagiert zu haben. Vertrieb und Produktion seien entsprechend angepasst worden. Insgesamt ging der Absatz im Quartal allerdings um sechs Prozent zurück, wobei sich Marken und Regionen unterschiedlich entwickelten. Beim Umsatz zeigte sich dennoch ein stabiles Bild: Mit 11,6 Milliarden Euro übertraf er das Vorjahresquartal um 1,5 Prozent.
Ein Blick auf die einzelnen Marken verdeutlicht die Spannbreite. Renault verkaufte zwischen Juli und September 2,9 Prozent weniger Autos als im Vorjahr, in Europa hingegen 4,6 Prozent mehr. Bei Dacia betrug das Minus 12,8 Prozent, was das Unternehmen auch auf die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahresquartal zurückführt. Alpine wuchs dagegen um 58,4 Prozent.
Über die ersten neun Monate betrachtet steigerte die Marke Renault ihre Verkäufe um 1,1 Prozent und rückte damit nach eigenen Angaben auf Rang zwei in Europa vor. Getragen werde dies von einer erneuerten und zunehmend elektrifizierten Modellpalette. Dacia verzeichnete im selben Zeitraum einen Rückgang um 9,7 Prozent, den der Konzern mit dem laufenden Produkt- und Antriebswechsel bei gleichzeitig stark steigender Elektronachfrage erklärt. Alpine legte vor allem dank des A290 um 65,6 Prozent zu.
Private Käufer:innen rücken in den Mittelpunkt
Neben dem Elektroschub hält der Konzern an seiner wertorientierten Vertriebsstrategie fest. In Europa stiegen die Verkäufe an Privatkund:innen um fünf Prozent, ihr Anteil am Gesamtabsatz erhöhte sich um 4,6 Prozentpunkte auf 64,8 Prozent. Kanäle mit geringerer Wertschöpfung fuhr der Hersteller dagegen weiter zurück. So schrumpfte das Geschäft mit Kurzzeitvermietern und Vorführwagen um 18 Prozent.
Hinzu kommen Restwerte, die laut Unternehmen weiterhin fünf bis 13 Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt liegen. Die Gesamtbestände bezifferte der Konzern zum 30. September auf 532.000 Einheiten und bezeichnete dieses Niveau als gesund. Der Auftragsbestand in Europa entsprach zugleich einem Verkaufsvolumen von rund zwei Monaten.
In den ersten neun Monaten 2026 erzielte die Gruppe einen Konzernumsatz von 41,8 Milliarden Euro, ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum 7,6 Prozent. Auf das Automobilgeschäft entfielen 36,6 Milliarden Euro (plus 6,6 Prozent), auf die Finanzsparte Mobilize Financial Services 5,2 Milliarden Euro (elf Prozent mehr).
Im Quartalsvergleich stammte das Umsatzplus vor allem aus dem Finanzgeschäft. Das Automobilgeschäft kam auf 9,8 Milliarden Euro und lag damit exakt auf Vorjahresniveau, währungsbereinigt ergab sich ein leichtes Minus von 0,2 Prozent. Die Finanztochter steigerte ihre Erlöse hingegen um elf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.
Prognose steht, die Modelloffensive läuft weiter
Für das Gesamtjahr bestätigt die Gruppe ihren Finanzausblick, obwohl sie das Umfeld selbst als herausfordernd beschreibt. Angepeilt wird eine operative Marge von rund 5,5 Prozent des Konzernumsatzes sowie ein frei verfügbarer Mittelzufluss im Automobilgeschäft (Automotive Free Cash Flow) von etwa einer Milliarde Euro. Im zweiten Halbjahr erwartet das Management eine leichte Verbesserung der Marge gegenüber dem ersten. Der übliche saisonale Anstieg dürfte nach eigener Einschätzung wegen höherer Rohstoffkosten und der Inflation jedoch schwächer ausfallen als in früheren Jahren.
Zugleich setzt der Konzern seine Produktoffensive fort, die in der zweiten Jahreshälfte ausschließlich elektrifizierte Modelle umfasst. Dazu zählen bei Renault der neue Megane E-Tech elektrisch, der Trafic Van E-Tech elektrisch und der Duster E-Tech Hybrid. Von Dacia kommen der Sandero Hybrid, der neue Spring und der Striker hinzu.
Quelle: Renault – Pressemitteilung








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