Der Anteil vollelektrischer Autos am Absatz der Porsche AG ist in den ersten drei Quartalen des Jahres gesunken. Von allen ausgelieferten Autos der Automobilsparte entfielen 21,7 Prozent auf reine E-Autos, nach 23,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr peilt der Stuttgarter Sportwagenhersteller weiterhin einen Elektro-Anteil zwischen 24 und 26 Prozent an. Damit liegt der bisher erreichte Wert unterhalb des selbst gesteckten Korridors.
Als Grund für die höhere Quote im Vorjahr nennt das Unternehmen den starken Hochlauf des vollelektrischen Macan im Vorjahr. Hinzu kommt ein insgesamt deutlich geringeres Volumen. Die Auslieferungen an Kund:innen fielen um 16,0 Prozent auf rund 178.500 Autos, nach knapp 212.500 im Vorjahr.
Volumenstärkste Vertriebsregion bleibt Nordamerika mit gut 56.000 ausgelieferten Autos. In China beschreibt Porsche das Marktumfeld als unverändert anspruchsvoll und hält dort an seiner Value-over-Volume-Strategie fest. Die langfristige Entwicklung der Marke soll Vorrang vor kurzfristigen Volumenzielen haben. Bewusst setzt der Hersteller auf eine ausgewogene Balance zwischen Angebot und Nachfrage.
Beim Umsatz fällt der Rückgang geringer aus als bei den Stückzahlen. Der Konzernumsatz sank um 5,9 Prozent auf 25,28 Milliarden Euro (Vorjahr: 26,86 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis erreichte 1,74 Milliarden Euro, nach lediglich 0,04 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Laut Porsche stützen ein höherer Anteil margenstarker Modelle sowie positive Preis- und Mixeffekte die Entwicklung.
Hinter dem Gewinnsprung stecken auch Sondereffekte
Die operative Umsatzrendite kletterte von 0,2 auf 6,9 Prozent. Porsche führt die deutliche Steigerung auch auf die Vergleichsbasis zurück: Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen Aufwendungen für die strategische Neuausrichtung von 2,7 Milliarden Euro verbucht, in den ersten neun Monaten 2026 lagen diese bei etwa 500 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge der Automobilsparte stieg auf 17,3 Prozent (Vorjahr: 11,9 Prozent).
Ähnlich verhält es sich beim Netto-Cashflow Automobile, der auf 2,50 Milliarden Euro wuchs (Vorjahr: 1,34 Milliarden Euro). Wesentlicher Treiber war der im September vollzogene Verkauf der Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group, der dem Konzern 984 Millionen Euro an Zahlungsmitteln einbrachte. Der Veräußerungsgewinn von 593 Millionen Euro wirkte sich im Wesentlichen auf das Finanzergebnis aus.
Belastend wirkten im dritten Quartal 200 Millionen Euro aus US-Zöllen, 250 Millionen Euro für die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen sowie 100 bis 200 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Neuausrichtung. Unterm Strich erreichte die Netto-Cashflow-Marge 11,3 Prozent nach 5,6 Prozent im Vorjahr. Die Netto-Liquidität der Automobilsparte stieg bis Ende September um 884 Millionen Euro auf 8,23 Milliarden Euro.
Finanzvorstand Jochen Breckner sieht das Unternehmen „auch in einem herausfordernden Marktumfeld“ finanziell robust aufgestellt. Grundlage dafür seien ein solides operatives Ergebnis und ein starker Netto-Cashflow in Kombination mit einer belastbaren Bilanz. Die Jahresprognose werde bestätigt.
Porsche trennt sich von Beteiligungen und Beratung
Parallel treibt Porsche die Konzentration auf das Kerngeschäft voran. Neben dem Ausstieg bei Rimac unterzeichnete der Hersteller im August einen Kaufvertrag mit Tata Consultancy Services (TCS) über die hundertprozentige Tochter MHP, eine Management- und IT-Beratung. Beide Seiten planen eine Zusammenarbeit bei digitalen Lösungen und Künstlicher Intelligenz. Der Abschluss hängt von mehreren Vollzugsvoraussetzungen ab und wird innerhalb der kommenden zwölf Monate erwartet.
Vorstandschef Michael Leiters verweist auf die Strategie „Sportwagenschmiede ’35“, mit der das Portfolio um neue emotionale Produkte erweitert und das Unternehmen schlanker aufgestellt werden soll. Ziel seien „höhere Profitabilität und stärkerer Netto-Cashflow bei geringerer Kapitalintensität“. Wie Porsche seine Identität als Sportwagenhersteller mit neuen Produkten und Technologien schärfen will, soll zudem das Visionsmodell Mission S zeigen.
Insgesamt rechnet Porsche 2026 mit einem Konzernumsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro. Für Umsatzrendite und Netto-Cashflow-Marge gilt jeweils eine Spanne von 5,5 bis 7,5 Prozent, wobei letztere im September nach dem Rimac-Verkauf angehoben wurde. Bei der EBITDA-Marge Automobile erwartet das Unternehmen 15 bis 17 Prozent. An der Zielspanne für den Elektro-Anteil von 24 bis 26 Prozent hält Porsche fest.
Quelle: Porsche – Pressemitteilung








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