Elektro-Neuauflage des Porsche 550 Spyder ab 81.000 Euro

Elektro-Neuauflage des Porsche 550 Spyder ab 81.000 Euro
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Hedley Studios x Porsche

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Hedley Studios hat gemeinsam mit Porsche den Porsche 550 J vorgestellt, eine elektrisch angetriebene Neuinterpretation des legendären Porsche 550 Spyder, die mit 2,9 Metern Länge rund 80 Prozent der Originalmaße erreicht. Das britische Unternehmen aus Oxfordshire limitiert die Fertigung auf 250 Exemplare. Der Zweisitzer kombiniert originalgetreue Proportionen mit einem Elektroantrieb und richtet sich an Sammler:innen sowie Enthusiast:innen abseits des öffentlichen Straßenverkehrs. Bestellungen sind ab sofort möglich, die ersten Auslieferungen sind für das Frühjahr 2027 vorgesehen.

Entwickelt wurde der 550 J in enger Zusammenarbeit mit Porsche-Expert:innen in Stuttgart und von Hand gefertigt in Oxfordshire. Grundlage der Konstruktion bilden 3D-Scans von Originalfahrzeugen aus dem Porsche-Museum sowie technische Zeichnungen aus dem Konzernarchiv. Dieser Zugriff auf Originalunterlagen ermöglichte eine detailgetreue Nachbildung von Karosserieform und technischen Details, etwa den Kühllamellen über dem einstigen Vierzylinder-Boxermotor. Der Einstiegspreis liegt bei rund 81.000 Euro zuzüglich lokaler Steuern.

Ein Elektroantrieb mit dem Geist des Rennsports

Der Antrieb basiert auf einem 8-kW-Elektromotor (11 PS) mit 48-Volt-System und einer kompakten Lithium-Ionen-Batterie, die hinter den Sitzen verbaut ist. Damit erreicht der 550 J eine Höchstgeschwindigkeit von 65 Kilometern pro Stunde und eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Wer mehr Leistung wünscht, kann das optionale RS-Paket wählen: Zusätzliche Batteriekapazität erhöht die Leistung auf 16 kW (21 PS), während gelochte Bremsscheiben und einstellbare Bilstein-Dämpfer hinzukommen. Mit dem RS-Paket steigen Höchstgeschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde und Reichweite auf bis zu 80 Kilometer.

Hedley Studios x Porsche | Original und E-Variante nebeneinander

Das Fahrwerk stützt sich auf ein leichtes Gitterrohrrahmen-Chassis aus hochfestem, WIG-geschweißtem Stahl, das sich am späteren Porsche 550 A orientiert. Die Karosserie besteht komplett aus Carbon anstelle der ursprünglichen Aluminiumbleche und folgt damit dem Leichtbauprinzip des Originals. Mehr als 1300 neu entwickelte Bauteile kamen zum Einsatz, darunter Räder, Radaufhängung und Schalter. Ergänzt wird das Paket durch zeitgemäße Komponenten wie Bilstein-Federbeine, Eibach-Federn, Brembo-Bremsen und eigens für den 550 J entwickelte Reifen von Continental.

Ein Vorbild mit mehr als tausend Rennsiegen

Vorbild des 550 J ist der Porsche 550 Spyder, der 1953 sein Rennsportdebüt feierte und als erster eigens für den Motorsport konzipierter Porsche gilt. 1954 sicherte sich Hans Herrmann mit dem Modell einen Klassensieg bei der Carrera Panamericana in Mexiko. Zwei Jahre später gewann Umberto Maglioli mit einem 550 A Spyder die Targa Florio, damals eines der anspruchsvollsten Straßenrennen. Über seine gesamte Renngeschichte hinweg, einschließlich der Nachfolgemodelle bis zum 718 RSK, kam die Baureihe auf mehr als 1000 Siege in den Händen von Werks- und Privatfahrer:innen.

Hedley Studios x Porsche

Ben Hedley, Gründer von Hedley Studios, ordnet den 550 Spyder als „einen entscheidenden Moment in der Firmengeschichte“ ein, weil er der erste eigens für den Rennsport gebaute Porsche gewesen sei und mit der Weltspitze mithalten konnte. Beim 550 J habe man diesen Geist bewahren und zugleich für eine neue Generation zugänglich machen wollen, erklärt Hedley, unter anderem durch moderne Materialien, elektrischen Antrieb und den verkleinerten Maßstab.

Deniz Keskin, zuständig für Markenführung und Partnerschaften bei Porsche AG, beschreibt den 550 Spyder als Ausdruck des Pioniergeists und der Innovationskraft, die die Marke seit ihren Anfängen prägen. Der 550 J hole diese Geschichte laut Keskin „auf zeitgemäße und inspirierende Weise“ zurück.

Hedley Studios x Porsche

 

Hedley Studios x Porsche

Das Interieur orientiert sich am reduzierten Charakter des Rennwagens, mit Schalensitzen und einem Drei-Rund-Instrumentenpanel, dessen einstiger Choke-Hebel nun als Fahrmodus-Wähler dient und dessen Tankanzeige durch einen Batterieladestand ersetzt wurde. Ein holzbekranztes Lenkrad von Nardi, dem einstigen Original-Zulieferer von Porsche, rundet die Optik ab. Kund:innen können zwischen historischen Lackierungen und dem vollständigen Paint-to-Sample-Programm wählen, wodurch kaum zwei Exemplare identisch ausfallen.

Hedley Studios x Porsche

Die offizielle Weltpremiere findet Ende November im Rahmen der Veranstaltung Icons of Porsche in Dubai statt. Bis zum Produktionsstart im Frühjahr 2027 bleibt die Bestellliste geöffnet. Jedes der 250 Exemplare entsteht in den Werkstätten von Hedley Studios in Oxfordshire, wo Fertigung und individuelle Ausstattung nach Kundenwunsch erfolgen.

Neben der schwachen Reichweite und Leistung hat der kleine Elektro-Porsche allerdings noch einen weiteren Haken: Für den öffentlichen Straßenverkehr ist das Modell nicht zugelassen – vorgesehen ist die Nutzung auf privaten Strecken und Gelände.

Hedley Studios x Porsche

Quelle: Hedley Studios – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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