Porsche und Tesla trotzen Corona mit hohen Gewinnen pro Fahrzeug

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Das Center for Automotive Research (CAR) hat analysiert, wie sich die Kaufzurückhaltung bei Automobilen aufgrund der Corona-Pandemie auf die Gewinne der einzelnen Hersteller auswirkt. Dafür haben die Marktforscher des CAR die Gewinne bzw. Verluste aus dem reinen Autogeschäft (ohne Nutzfahrzeuge, Banksparten, etc.) im ersten Halbjahr 2020 jeweils durch die Zahl der verkauften Fahrzeuge geteilt. Spitzenreiter und zugleich einziger deutscher Hersteller mit positiver Halbjahresbilanz ist demnach Porsche mit einem Plus von 9853 Euro pro verkauftem Auto. Elektroauto-Primus Tesla auf Platz 2 kommt auf 2890 Euro Gewinn pro Modell.

General Motors, die VW-Tochter Skoda, der französische PSA-Konzern (mit Peugeot, Citroen, DS und Opel) sowie Toyota sind ebenfalls im dreistelligen Eurobereich im Plus. Alle anderen untersuchten Marken, darunter die deutschen Hersteller VW, Audi, BMW, Mercedes-Benz sowie Volvo, Ford und Seat haben im ersten Halbjahr mit jedem Auto Verlust gemacht. Besonders die VW-Luxustochter Bentley traf es mit einem Minus von fast 20.000 Euro pro Fahrzeug besonders hart.

Die sehr unterschiedlichen Halbjahresergebnisse legen nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer „verdeckte Probleme“ offen. Der Autoabsatz des VW-Konzerns etwa sei um 28 Prozent, jener von Toyota um 29 Prozent eingeknickt. Volkswagen allerdings habe pro Auto 415 Euro Verlust gemacht, während Toyota mit jedem Auto 533 Euro Gewinn erwirtschaftet habe. Das zeige, „dass im VW-Konzern sicher stärkere Anpassungen als bei Toyota erfolgen müssen“, so Dudenhöffer. Die Kennziffer Gewinn beziehungsweise Verlust pro Fahrzeug erlaube es, „ähnliche Autobauer vergleichbarer zu machen“.

Strukturelle Schwächen der deutschen Hersteller seien auch in der Premiumklasse festzustellen: Der Verlust pro verkauftem Auto betrage bei BMW 1135 Euro, bei Mercedes und Audi weniger als 600 und bei Volvo nur 343 Euro, obwohl alle Hersteller ähnliche Absatzeinbrüche hatten. Hohe Verluste in der Corona-Krise seien „ein Indikator für den Anpassungsbedarf der einzelnen Unternehmen“, so Dudenhöffer weiter.

Bei den fast 3000 Euro Gewinn pro verkauftem Elektroauto von Tesla sei der Verkauf von CO2-Zertifikaten an andere Autobauer mit eingerechnet, so Dudenhöffer. Im Gegensatz zu allen anderen Herstellern investiere Tesla auch während der Corona-Krise in neue Werke – etwa in Grünheide bei Berlin, wo der Aufbau des Standorts in Rekordzeit vonstattengeht.

Quelle: RND – Corona-Krise: Hohe Verluste von VW und BMW zeigen “verdeckte Probleme” // Ecomento – Trotz Corona: Porsche und Tesla schaffen hohe Gewinne pro Fahrzeug

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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