Porsche Cayenne nicht vor 2030 ausschließlich elektrisch

Porsche Cayenne nicht vor 2030 ausschließlich elektrisch
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Daniel Krenzer
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Zwar wird die Neuauflage des Porsche Cayenne ab Mitte des Jahrzehnts auch als vollelektrische Version angeboten. Bis voraussichtlich 2030 will der schwäbische Autobauer beim SUV-Modell aber auch an Verbrennungsmotoren festhalten. Das sagte Unternehmenschef Oliver Blume nun der Automobilwoche. In Shanghai wurde das aktuelle Facelift des Cayenne erstmals vorgestellt

Vorerst gibt es das knapp fünf Meter lange SUV aus Zuffenhausen wahlweise mit einem 3,0-Liter-Sechszylinder oder einen 4,0-Liter-Achtzylinder als Motor. Auch ein Plug-in-Hybrid mit 25,9 kWh fassendem Akku und etwa 90 Kilometern Reichweite ist vorgesehen. Der Vollstromer soll sich dann in zwei bis drei Jahren hinzugesellen. „Mitte des Jahrzehnts bringen wir den Elektro-Cayenne“, bestätigte Blume der Automobilwoche. Wie auch beim Macan soll dies aber zunächst nur eine Erweiterung des Angebots sein, die Verbrenner sollen weiterhin im Portfolio bleiben.

Die letzte Generation des Verbrenner-Cayenne soll von den Abgaswerten her fit bis 2030 sein. Da es sich lediglich um ein Facelift des Modells handelt, das seit 2017 auf dem Markt ist, würde die Laufzeit des Modells ungewöhnlich lange 13 Jahre betragen. Die GT-Version mit 660 PS wird in Europa hingegen nicht mehr angeboten, da das Einhalten einer Abgasnorm Euro 7 wohl aussichtslos wäre.

Porsche ist offen für E-Fuels

Der E-Cayenne soll jedoch nicht 1:1 auf dem aktuellen Verbrennermodell fußen, sondern wird eigenständig auf einer Elektro-Plattform entwickelt. Gebaut werden soll er ebenfalls in Bratislava, wo auch die bisherigen Cayennes vom Band laufen.

Porsche als Hersteller von besonders sportlichen Fahrzeugen hat sich mit Blick in die Zukunft offenbar zweispurig aufgestellt. Zum einen wird die Elektrifizierung vorangetrieben – nach dem reinen Elektro-Modell Taycan folgen Macan und eben der Cayenne in den kommenden Jahren. Zum anderen ist Porsche einer der wenigen Hersteller, die sich offen für E-Fuels äußern. In Chile wurde zudem in eine Pilotanlage investiert.

Mit den synthetischen Kraftstoffen könnten Verbrennerfahrzeuge künftig ebenfalls klimaneutral betrieben werden – wenn auch zu einem voraussichtlich eher hohen Preis. Doch das ist ein Argument, das bei Kunden von Luxus-Fahrzeugen eher nicht an allererster Stelle stehen dürfte.

Quelle: Automobilwoche – „Porsche-Chef Oliver Blume: Verbrenner-Cayenne wird noch bis 2030 weitergebaut“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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