Polestar tritt Exponential Roadmap Initiative und Race to Zero Kampagne der UNO bei

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Polestar

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Polestar wurde 2017 als eigenständige Automarke unter dem Dach des Mutterkonzerns Geely gegründet, um den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen. Vor wenigen Tagen trat der schwedische Elektroautohersteller der Exponential Roadmap Initiative bei. Die Initiative verbindet innovative, transformative und disruptive Unternehmen, die sich verpflichtet haben, Maßnahmen im Einklang mit dem 1,5-Grad-Klimaziel durch exponentielle Klimaschutzmaßnahmen und -lösungen zu ergreifen.

Das im Pariser Abkommen festgelegte Ziel beabsichtigt, einen globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Dies wird entscheidend sein, um einige der schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abzuwehren und irreversible Schäden für die Gesellschaft, Volkswirtschaften und die Natur zu vermeiden.

Durch den Beitritt zur Initiative verpflichtet sich Polestar, über die Dekarbonisierung seiner eigenen Produkte und die Reduzierung der Emissionen der Wertschöpfungskette hinauszugehen. Die Automarke zielt darauf ab, Klimaschutzmaßnahmen tief in ihre Geschäftsstrategie zu integrieren und gleichzeitig daran zu arbeiten, die Gesellschaft insgesamt in Richtung Netto-Null zu beeinflussen.

Als reiner Elektroautohersteller ist es die wichtigste Aufgabe von Polestar, das Geschäft exponentiell zu steigern, um einen schnelleren Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe zu ermöglichen. Die Reduktionsziele seien daher relativ und konzentrieren sich auf die Senkung der Emissionen jedes einzelnen Fahrzeugs, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Polestar verpflichtet sich außerdem, die Entwicklung im Hinblick auf einen minimalen Kohlenstoff-Fußabdruck für Material und bei der Herstellung, eine verstärkte Nutzung der Autos, umweltfreundliches Laden und auf eine vollständige Kreislaufwirtschaft hin anzuführen.

Im April 2021 kündigte Polestar mit dem Polestar 0 Projekt ein sogenanntes Moonshot-Ziel an: Die Vision, bis 2030 ein wirklich klimaneutrales Auto zu schaffen ohne Kompensation durch Maßnahmen wie das Pflanzen von Bäumen. Polestar strebt an, bis 2040 in seiner gesamten Wertschöpfungskette vollständig klimaneutral zu sein.

Wir hören auf die Wissenschaft, die uns sagt, dass wir uns nicht schnell genug bewegen, um das 1,5-Grad-Klimaziel einzuhalten. Der Automobilsektor kann hier einen großen Einfluss haben, und wir müssen uns engagieren“, sagt Thomas Ingenlath, CEO von Polestar. Die Partnerschaft mit der Exponential Roadmap Initiative gebe dem Hersteller die Möglichkeit, gemeinsam mit Unternehmen, die diese Ambitionen teilen, an Klimastrategien zu arbeiten. Polestar hoffe, diese Plattform auch nutzen zu können, um Einfluss auf Entscheidungsträger und die Klimapolitik zu nehmen.

Johan Falk, Leiter der Exponential Roadmap Initiative, kommentiert, dass es bei der Race to Zero Kampagne um eine rasche Dekarbonisierung gehe, „bei der alle Unternehmen dazu beitragen müssen, die globalen Emissionen bis 2030 zu halbieren und auf globaler Ebene Netto-Null zu erreichen“. Weiter gehe es „um exponentielles Wachstum, bei dem Innovatoren und Disruptoren durch exponentielle Klimalösungen und Maßnahmen eine Schlüsselrolle spielen“. Er sei erfreut darüber, dass sich ein Vorreiter wie Polestar der Initiative anschließt.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 15.06.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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