Pierburg, Tochterunternehmen des Technologiekonzerns Rheinmetall, stellt zwei neue Varianten seines Ladebordsteins vor. Mit einer gusseisernen sowie einer flächenbündigen Ausführung erweitert das Unternehmen sein bestehendes Portfolio rund um die in den Bordstein integrierte Ladelösung für Elektroautos.
Die gusseiserne Variante ergänzt die bislang verfügbare Betonversion und setzt auf eine Materialanmutung, die an Gullydeckel erinnert. Sie ist wahlweise in Betongrau lackiert erhältlich und soll durch ihre Robustheit eine besonders langlebige Nutzung ermöglichen. Beide Ausführungen fügen sich laut Hersteller nahezu unsichtbar in das Straßenbild ein, ohne die Einschränkungen klassischer Ladesäulen zu verursachen.
Flächenbündige Lösung für Logistikstandorte
Die zweite neue Variante richtet sich an Betreiber moderner Logistikflächen. Die überfahrbare Ladelösung mit einer Ladeleistung von 22 kW kommt ohne Poller aus und ermöglicht ein sicheres Rangieren auf engen Stellflächen. Zielgruppe sind Lieferwagen, Kurzstrecken-Lkw und andere Flottenfahrzeuge mit langen täglichen Standzeiten. Ein austauschbares Elektronikmodul soll schnelle Wartungsarbeiten mit minimalen Ausfallzeiten sicherstellen.
Grundlage für beide Varianten ist das sogenannte CurbSwap-System: Das verbaute Elektronikmodul lässt sich vollständig entnehmen und durch ein Austauschmodul ersetzen. Eine Schnellkupplung stellt die Verbindung zum Niederspannungsnetz in kurzer Zeit wieder her. Durch die Möglichkeit, bei Tiefbauarbeiten sogenannte Dummy-Einheiten vorzusehen, sollen sich zudem Kostensynergien bei der Installation heben lassen.
Technisch ist der Ladebordstein für verschiedene Umgebungsbedingungen ausgelegt. Ein Kühlkonzept verhindert Überhitzung bei hohen Außentemperaturen, ein eingebautes Heizsystem sorgt bei Minusgraden für eisfreie Bedienbarkeit. Die Elektronikkomponenten sind nach IP68 gekapselt, die Ladebuchse mit Dichtungen und Wasserabläufen versehen. Ein Wasserstandssensor unterbricht den Ladevorgang bei stehendem Wasser, bevor ein FI-Schutzschalter auslöst. Ergänzend bieten Überspannungsschutz sowie eine permanente Schutzleiter-Überwachung zusätzliche Sicherheit.
Städte und Kommunen zeigen wachsendes Interesse
Für die Kommunikation zwischen Ladepunkt und Backend-Systemen setzt Pierburg auf den zertifizierten OCPP-1.6-Standard sowie ein integriertes 4G-Modem und Ethernet. Darüber ermöglichen Over-the-Air-Updates, den Ladebordstein softwareseitig aktuell zu halten. Echtzeitinformationen über Ladesitzungen, Reservierungen und den Zustand der Ladepunkte lassen sich so jederzeit abrufen.
Das System ist nach Unternehmensangaben bereits in mehreren deutschen Städten verbaut oder befindet sich im Aufbau, darunter Köln, Neuss, Düsseldorf und Dortmund. Neben Kommunen zeigen demnach auch Betreiber von Geschäfts- und Mitarbeiterparkplätzen sowie Interessenten aus dem europäischen und internationalen Ausland Interesse an der Lösung.
Quelle: Rheinmetall – Pressemitteilung









Wird geladen...