Alpitronic ermöglicht E-Auto laden auf Megawatt-Niveau

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Elektroauto-News | Ladevorgang mit Xpeng G9 am HYC1000

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Zehn Minuten laden, weiterfahren. Was bislang eher Versprechen als Realität war, rückt mit einem neuen Gerät des Südtiroler Ladeinfrastruktur-Herstellers Alpitronic ein Stück näher. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bozen erweitert sein Ladesystem HYC1000 um den sogenannten High Performance Dispenser, kurz HP Dispenser. Das Gerät kann E-Autos mit bis zu 1000 kW laden, also einem Megawatt, und soll die Batterie kompatibeler E-Autos in weniger als zehn Minuten von zehn auf 80 Prozent bringen.

Zum Vergleich: Die meisten heutigen Schnellladesäulen liefern zwischen 150 und 350 kW. Ein Megawatt ist das Drei- bis Siebenfache davon. Voraussetzung ist allerdings, dass das E-Auto selbst eine entsprechend hohe Ladeleistung verarbeiten kann. Diese Fähigkeit bringen bislang vor allem Fahrzeuge aus dem Premiumsegment mit, die auf modernen 800-Volt-Plattformen basieren. Für sie könnte der Ladestopp auf der Autobahn künftig so kurz ausfallen wie ein klassischer Tankstopp. Davon konnte sich Elektroauto-News im Testlabor von Alpitronic selbst überzeugen.

Flexibel kombinierbar, auch mit herkömmlichen Ladepunkten

Der HP Dispenser ist kein eigenständiges Gerät, sondern eine Erweiterung der bestehenden HYC1000-Plattform. Im Hintergrund arbeitet ein zentrales Stromverteiler-Schrank (Power Cabinet), der insgesamt ein Megawatt bereitstellt und verschiedene Dispenser-Typen speisen kann. Betreiber:innen können so an einem einzigen Standort sowohl gewöhnliche Schnellladepunkte für alle E-Autos als auch einen Ultraschnell-Ladepunkt für besonders leistungsfähige Fahrzeuge anbieten. Eine mögliche Konfiguration: drei herkömmliche Ladepunkte mit je zwei Anschlüssen und ein HP Dispenser, der bis zu einem Megawatt liefert.

CEO Philipp Senoner begründet die Entwicklung mit einer schlichten Beobachtung: „Kurze Ladezeiten sind für viele eine zentrale Voraussetzung für den Umstieg auf Elektromobilität.“ Der HP Dispenser solle das ultraschnelle Laden dabei als europäische Entwicklung voranbringen, so Senoner weiter.

Bevor das Gerät in Serie ging, testete Alpitronic einen Prototypen unter harten Bedingungen. 2025 kam er auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im italienischen Nardò zum Einsatz, wo er über acht Tage hinweg Ladestopps mit durchschnittlich rund 850 kW ermöglichte. In einem Folgetest erreichte der Prototyp kurzzeitig 1041 kW bei einem Spitzenstrom von 1176 A. Die Erkenntnisse aus diesen Tests sind nach Unternehmensangaben in die Serienentwicklung eingeflossen.

In Europa soll der HP Dispenser als erstes verfügbar sein. Die Markteinführung in den USA und Kanada ist für 2027 geplant. Für E-Autofahrer:innen auf europäischen Autobahnen könnte das Gerät mittelfristig bedeuten, dass Ladestopps spürbar kürzer werden, sofern das eigene E-Auto die nötigen technischen Voraussetzungen mitbringt.

Quelle: Alpitronic – Pressemitteilung, 22. Juni 2026

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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