Peugeot E-3008 Dual Motor: Danke für die Vitamine

Peugeot E-3008 Dual Motor: Danke für die Vitamine
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Wolfgang Gomoll
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Zugegeben: Optisch macht der Peugeot 3008 schon was her. Kantig, wuchtig und präsent steht der französische Kompakt-Crossover da. Doch die Elektro-Version mit 170 kW / 231 PS lässt dem markanten Auftritt nur bedingt dynamische Taten folgen. Das ist auch in Frankreich angekommen. Deshalb haben die Techniker der Löwenmarke dem VW ID.4-Konkurrenten einen zweiten Elektromotor an der Hinterachse mit 83 kW / 112 PS spendiert. Das Resultat ist eine Systemleistung von 239 KW / 325 PS. Klingt ja schon mal ganz ordentlich. Bleibt nur die Frage, wie viel von dem gallischen Leistungs-Zaubertrank auf dem Asphalt ankommt.

Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein Blick auf die Technik des Elektro-SUV. Der Peugeot E-3008 basiert auf der STLA-Medium-Plattform des Stellantis-Konzerns. Bei beiden Elektromotoren handelt es sich um PSM-Maschinen (permanent erregte Synchronmaschine). Damit geht Peugeot einen anderen Weg als etwa Audi, die beim Q4 e-tron die Vorderachse mit einem Asynchronmotor (ASM) bestücken und die Hinterachse mit einem PSM-Triebwerk. Der ASM kann sich schnell vom Antriebsstrang abkoppeln und unbestromt ohne wesentliche Schleppverluste mitlaufen. Ein Vorteil der PSM-Triebwerke ist die größere Leistungsdichte. Somit können diese kompakter gestaltet sein, um die gleiche Leistung zu erbringen. Ein weiterer Vorteil ist die Effizienz. Darauf kommen wir später zurück.

Ein Blick auf die Leistungen der beiden Maschinen verdeutlicht die unterschiedliche Gewichtung. Der E-Motor vorne bleibt im E-3008 unverändert. Also leistet dieser auch bei Dual-Motor-Version 157 kW / 213 PS (bei 104 bis 6000 U/min). Hinten sind 83 kW / 112 PS (bei 14.000 U/min). Der Blick auf die Drehmomentkurve ist deswegen interessant, da es hier Unterschiede gibt. Während der vordere Motor zwischen 250 und 4370 U/min genau 343 Newtonmeter bereitstellt, sind es beim hinteren 166 Newtonmeter, die ab 1000 bis 4375 U/min anliegen. Das zeigt schon, dass die Vorderachse der Chef im Ring ist. Das ist vor allem beim Fahrmodus Eco der Fall, bei dem sich der hintere Motor nur dann einschaltet, wenn es die Traktion oder die Fahrsituation erfordert, oder wenn der Fahrer den spürbaren Druckpunkt im Gaspedal „überfährt“. Insgesamt stehen vier Fahrmodi zur Verfügung, die sich spürbar voneinander unterscheiden. Normal ist ausgewogen und bei 4WD ist die Kraftverteilung paritätisch.

Wählt man Sport, verschiebt sich das Verhältnis auf 60 Prozent an der Vorderachse und 40 Prozent an der Hinterachse. Dann liegt die volle Leistung an und man merkt, dass dem Peugeot E-3008 diese Vitaminspritze gut tut. Die Dual-Motor-Version ist deutlich ambitionierter unterwegs als die Modelle mit Frontantrieb. Auch auf kurvigen Serpentinen hat man deutlich mehr Spaß. Zudem ist das Bremsgefühl definierter, nicht so weich, und der Pedalweg kürzer, als das bei den anderen Fahrprogrammen der Fall ist. Auch die Lenkung ist etwas direkter als sonst.

In den Kurven verhält sich der fast 2,3 Tonnen schwere Peugeot 3008 neutral und gutmütig. Wir waren zumeist im Normal-Modus unterwegs und fühlten uns nie untermotorisiert. Wenn man alles aus dem Antriebsstrang herausholt, sprintet der Peugeot E-3008 in sechs Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo und ist bis zu 180 km/h schnell. Zwar keine Hyper-Sportwagen-Werte, aber geschmeidig genug, um entspannt unterwegs zu sein.

Peugeot 3008 Electric 325 Dual Motor Allrad Test
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Bleibt noch das versprochene Thema Effizienz. Nach unserer Testfahrt, die uns sowohl über Autobahnen als auch kurvenreiche Bergaufpassagen führte, benötigten wir 19,8 kWh/100 km. Das sind 1,9 kWh/100 km mehr als Peugeot veranschlagt. Die WLTP-Reichweite beträgt 490 Kilometer. Das ist ok, aber nicht rekordverdächtig.

Warum der Allrad E-3008 den kleinen Akku hat

Dieser Wert wird klarer, wenn man weiß, dass der Peugeot 3008 Electric 325 Dual Motor mit der kleineren Batterie der STLA-Medium-Plattform bestückt ist. Das bedeutet mit einer Netto-Kapazität von 73 Kilowattstunden anstelle von 96,9 kWh beim großen Energiespeicher. Die Plattform würde trotz des Allradantriebs hergeben. Emmanuel Varene erklärt den freiwilligen Verzicht mit dem Preis und der Positionierung der Marke Peugeot und des 3008. „Mit der 96,9-Kilowattstunden-Batterie wäre das Auto schlichtweg zu teuer“, so der Produktchef.

Peugeot 3008 Electric 325 Dual Motor Allrad Test Cockpit
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Verständlich: Mit 59.900 Euro muss man für den Peugeot 3008 Electric 325 Dual Motor die Kasse schon gehörig plündern. Dafür erhält man aber auch „volle Hütte“, lediglich die Lederbezüge kosten extra. Der Innenraum unterscheidet sich nicht von dem der anderen Versionen. Also blickt man auf das i-Cockpit mit dem gebogenen 21-Zoll-Bildschirm und einem kleinen Bedienungs-Display darunter. Alles schick und ansehnlich. An das kleine oben und unten abgeflachte Lenkrad gewöhnt man sich. Allerdings ist die Bedienung des Infotainments nicht auf Anhieb eingängig und die Displays sind mit zu vielen Anzeigen überfrachtet. Auch ein Head-up-Display ist nicht vorhanden.

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Wolfgang Gomoll beschäftigt sich mit dem Thema Elektromobilität und Elektroautos und verfasst für press:inform spannende Einblicke aus der E-Szene. Auf Elektroauto-News.net teilt er diese mit uns. Teils exklusiv!

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