NOW: E-Autos nach 44.000 Kilometern klimafreundlicher als Benziner

NOW: E-Autos nach 44.000 Kilometern klimafreundlicher als Benziner
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Daniel Krenzer
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Elektroautos verursachen bei ihrer Herstellung zunächst mehr CO₂ als vergleichbare Verbrenner. Dieser sogenannte CO₂-Rucksack ist jedoch deutlich schneller ausgeglichen, als häufig behauptet wird. Nach Berechnungen der NOW GmbH fährt ein batterieelektrischer Pkw selbst bei nicht-optimalen Annahmen bereits nach rund 44.000 Kilometern klimafreundlicher als ein vergleichbarer Benziner.

Für die Untersuchung betrachtet die Nationale Organisation für den Wandel in der Mobilität den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge. Einbezogen werden somit nicht nur die Emissionen während der Fahrt, sondern auch Rohstoffgewinnung, Fahrzeug- und Batterieproduktion, Energiebereitstellung sowie Recycling und Entsorgung. Das Ergebnis: Unter realistischen Annahmen hat ein 2024 produziertes Elektroauto seinen anfänglichen Nachteil nach etwa dreieinhalb Jahren oder 44.000 Kilometern ausgeglichen. Über die gesamte Nutzungsdauer weisen batterieelektrische Pkw laut NOW die niedrigsten CO₂-Emissionen aller in größerem Maßstab nutzbaren Antriebsarten auf.

Die Berechnung ist dabei keineswegs auf ein besonders kleines oder sparsames Elektroauto zugeschnitten. Im Realszenario setzt die NOW ein gut zwei Tonnen schweres Fahrzeug mit einer 82 kWh großen, in China produzierten Batterie und einem Verbrauch von 19,75 kWh je 100 Kilometer an. Geladen wird mit dem deutschen Strommix. Als Vergleich dient ein deutlich leichterer Benziner mit einem Verbrauch von 7,9 Litern E10 je 100 Kilometer. Beide Fahrzeuge werden über 200.000 Kilometer betrachtet.

Bei effizienten E-Autos geht es deutlich schneller

Die 44.000 Kilometer sind deshalb keine allgemeingültige Aussage. Bei effizienteren Elektroautos mit kleinerem Akku, europäischer Batterieproduktion und einem hohen Anteil erneuerbarer Energien kann der Klimavorteil wesentlich früher eintreten. Im Best-Case-Szenario der NOW sinkt der Wendepunkt auf 28.500 Kilometer beziehungsweise weniger als zweieinhalb Jahre.

Andere wissenschaftliche Auswertungen kommen sogar auf noch niedrigere Werte. Das International Council on Clean Transportation (ICCT) errechnete 2025 für ein durchschnittliches, in der EU verkauftes Elektroauto der Mittelklasse, dass dessen höhere Produktionsemissionen bereits nach etwa 17.000 Kilometern ausgeglichen sind. Über den gesamten Lebenszyklus liegen dessen Treibhausgasemissionen demnach 73 Prozent unter denen eines vergleichbaren Benziners. Die unterschiedlichen Kilometerwerte sind kein Widerspruch, sondern das Ergebnis verschiedener Annahmen zu Fahrzeuggröße, Batterie, Strommix, Verbrauch und Lebensdauer. Der deutsche Automobilhersteller BMW will bei seinen neuen Elektroautos diese „magische Schwelle“ bereits nach einem Jahr erreichen.

Europäische Batterieproduktion erstrebenswert

Damit liefert die NOW als bundeseigene Gesellschaft und Beraterin der Bundesregierung eine institutionell gewichtige Bestätigung zahlreicher früherer Studien. Auch eine umfangreiche Untersuchung des Umweltbundesamtes hatte für ein batterieelektrisches Kompaktklasseauto des Baujahrs 2020 bereits 41 Prozent geringere Lebenszyklusemissionen als für einen Benziner ermittelt. Bei Fahrzeugen des Baujahrs 2030 wächst der Vorteil durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien weiter.

Das NOW-Factsheet zeigt zugleich, an welchen Stellen weiteres Potenzial besteht. Eine europäische Batterieproduktion verursacht demnach rund 30 Prozent weniger Emissionen als eine Fertigung in China. Ein 50-kWh-Akku spart gegenüber einer 80-kWh-Batterie etwa 1,8 Tonnen CO₂ in der Produktion. Ein elektrischer Kleinwagen verursacht über seinen Lebenszyklus rund sieben Tonnen weniger CO₂ als ein Oberklassemodell. Den größten Hebel bildet jedoch der Ladestrom: Mit erneuerbarer Energie lassen sich gegenüber dem deutschen Strommix rund zehn Tonnen beziehungsweise 37 Prozent der Lebenszyklusemissionen einsparen.

Quelle: NOW GmbH – CO2-Bilanz von batterieelektrischen Pkw

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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