Nissan hat in Cambridge das Forschungsprojekt „ADventure“ begonnen, um zu untersuchen, wie ein autonomer Mobilitätsdienst unter realen Bedingungen funktionieren kann. Der japanische Autohersteller wolle damit nach eigenen Angaben der Frage nachgehen, wie zukünftige Technologien für autonomes Fahren gesellschaftlichen Mehrwert schaffen, die Mobilität und Zugänglichkeit verbessern und zur Lösung lokaler Verkehrsprobleme beitragen können. Nach früheren Projekten wie HumanDrive, ServCity und evolvAD handelt es sich um ein weiteres Projekt von Nissan im Bereich des autonomen Fahrens.
Cambridge werde für dieses Projekt zum realen Testfeld und der dabei entstehende Mobilitätsdienst solle schließlich für ganz Großbritannien skalierbar sein, so die Pressemitteilung. Für die Stadt habe man sich aufgrund ihres Rufs und ihrer Fachkompetenz als eines der führenden Zentren Großbritanniens für Verkehrsinnovation und Forschung im Bereich der autonomen Mobilität entschieden.
Großbritannien will führende Rolle beim autonomen Fahren
Der Hersteller Nissan, der ein großes Werk im britischen Sunderland betreibt, arbeitet dabei mit verschiedenen Unternehmen sowie lokalen Behörden zusammen. „Mit der Unterstützung der britischen Regierung erweitern wir die Forschung im Bereich autonomer Fahrzeuge über das Zentrum Londons hinaus auf eine weitere Stadt. Dadurch gewinnen wir Erkenntnisse darüber, wie diese Dienste für verschiedene Bevölkerungsgruppen und im realen Alltag funktionieren können“, sagt David Moss, Senior Vice President für Forschung und Entwicklung von Nissan für die Region Afrika, den Nahen Osten, Indien, Europa und Ozeanien. „Wir nutzen unsere Erfahrungen und kombinieren sie mit dem umfassenden Wissen unserer Partnerunternehmen, um noch tiefer zu ergründen, wie selbstfahrende Fahrzeuge die Vernetzung, die Zugänglichkeit und die Lebensqualität im Alltag verbessern können“, so Moss weiter.
Das Projekt werde vom Ingenieursteam des Nissan Technical Centre Europe in Cranfield geleitet und über das Advanced Propulsion Centre UK in Zusammenarbeit mit Innovate UK und ausländischen Investoren umgesetzt. Außerdem wird es finanziell vom britischen Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Wissenschaft und Handel unterstützt, da die britische Regierung ein politisches Interesse daran hat, die Entwicklung und Einführung vernetzter und autonomer Mobilitätstechnologien zu beschleunigen.
Großbritannien erhebt für den Bereich des autonomen Fahrens sogar Führungsanspruch, wenn es nach dem Minister für Reindustrialisierung, Blair McDougall, geht: „Unsere ‚Modern Industrial Strategy‘ bringt Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um Innovatoren zu unterstützen, die die Zukunft des Verkehrs gestalten. Indem wir Spitzentechnologien mit den notwendigen Investitionen zur Skalierung wichtiger Projekte fördern, unterstützen wir Unternehmen wie Nissan dabei, Wachstum voranzutreiben und Arbeitsplätze im ganzen Vereinigten Königreich zu schaffen“, so McDougall.
Projektziele: Entwicklung, Vertrauen und Erprobung
Mit dem Projekt „ADventure“, dessen Name sich auf die englische Übersetzung des autonomen Fahrens „Autonomous Driving“ bezieht, werden drei zentrale Ziele verfolgt. Erstens sollen Mobilitätsdienste für Städte und Gemeinden entwickelt werden, wobei autonome Mobilität bestehende Verkehrsnetze ergänzen und auf lokale Bedürfnisse eingehen kann. Zweitens soll ein Vertrauensaufbau bei Fahrgästen erreicht werden, sodass sie sich bei der Nutzung künftiger autonomer Mobilitätsdienste gut informiert, sicher und integriert fühlen. Drittens soll die Technologie unter realen Bedingungen erprobt werden, sodass autonome Fahrsysteme im öffentlichen Straßenverkehr sicher und effektiv funktionieren können. Zum Abschluss von „ADventure“ ist eine Demonstrationsfahrt auf öffentlichen Straßen in Cambridge geplant, um die Technologie zu präsentieren.
Im Rahmen des Projektes wird ein bereits vorhandenes Testfahrzeug genutzt auf Basis des Nissan Leaf des Modelljahres 2022. Es sei der Pressemitteilung zufolge bereits in früheren Forschungsprojekten in Großbritannien zum Einsatz gekommen und werde nun mit der von Nissan entwickelten fortschrittlichen Technologie für autonomes Fahren ausgestattet. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Serienproduktion des neuen Leaf in Sunderland nach Verzögerungen anlief. Das Werk wird zudem in Zukunft gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Chery genutzt. Die Nutzung fortschrittlicher Fahrzeugtechnologien und ihre Implementierung in realen Mobilitätsdiensten gehöre nach eigenen Angaben zu Nissans Unternehmensstrategie.
Quelle: Nissan – Pressemitteilung vom 28. September 2026









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