Mit der neu beschlossenen Förderung für Elektroautos hat sich der Leasingmarkt innerhalb kurzer Zeit spürbar verändert. Während Kaufentscheidungen weiterhin von Unsicherheiten geprägt sind, rückt das Leasing für viele Haushalte stärker in den Fokus. Hintergrund ist die Kombination aus staatlicher Unterstützung und einer zunehmenden Bereitschaft der Hersteller, diese Impulse in ihre Angebotsstruktur einzubauen. Erste Marktbeobachtungen zeigen, dass sich dadurch neue Preisregionen eröffnen, die bislang kaum erreichbar waren.
Ausgangspunkt der aktuellen Entwicklung ist eine maximale Fördersumme von 6000 Euro, gekoppelt an eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten. In dieser Konstellation lassen sich auf großen Online-Marktplätzen bereits deutlich reduzierte Monatsraten beobachten. So werden kompakte Elektroautos wie der Leapmotor T03 aktuell zu Raten um 18 Euro pro Monat angeboten. In einer anderen Klasse bewegt sich der Volkswagen ID.3, der mit Monatsraten von rund 99 Euro in das Blickfeld vieler Privatkunden rückt. Auch höher positionierte Modelle wie der Cupra Tavascan, bislang eher im oberen Leasingsegment verortet, erreichen mit etwa 154 Euro monatlich ein neues Preisniveau.
Diese Zahlen sind Momentaufnahmen eines dynamischen Marktes, dessen Angebote sich tagesaktuell verändern können. Dennoch gelten die genannten Größenordnungen als repräsentativ für das aktuelle Umfeld. Nach Einschätzung von Andreas Jans, Director Sales bei LeasingMarkt.de, exklusiv für Elektroauto-News sorgt die Förderentscheidung vor allem für Klarheit. „Mit der nun beschlossenen E-Auto-Förderung herrscht endlich Klarheit im Markt. Das schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass der Leasingmarkt für Elektroautos spürbar an Fahrt aufnimmt“, sagt Jans und zieht Parallelen zur Phase des früheren Umweltbonus.
Hersteller nutzen Förderung gezielt für zusätzliche Anreize
Gleichzeitig reagierten viele Hersteller strategisch auf die staatliche Unterstützung. Neben der Prämie für förderberechtigte Haushalte seien zusätzliche Boni geplant, die sich an der Höhe der Förderung orientieren, aber auch Kund:innen ohne Anspruch einbeziehen. Dadurch entstehe eine breitere Angebotsbasis, die vor allem im mittleren Preissegment neue Spielräume eröffne. „Für förderberechtigte Haushalte führt die Förderung dazu, dass Modelle erschwinglich werden, die bislang finanziell kaum erreichbar waren“, so der Director Sales von LeasingMarkt.de. Der ID.3 sei ein Beispiel dafür, wie bekannte Autos plötzlich in deutlich niedrigere Monatsraten rutschen.
Für Verbraucher:innen ergibt sich daraus eine günstige, aber erklärungsbedürftige Situation. Jans weist darauf hin, dass die Förderung in Leasingangebote unterschiedlich integriert werde. Teilweise werde sie rechnerisch als Sonderzahlung berücksichtigt, was sehr niedrige Monatsraten ermögliche, jedoch eine Vorfinanzierung durch den Kunden voraussetze. Alternativ könne ein Leasing ohne Sonderzahlung gewählt werden, bei dem die staatliche Förderung später als Einmalbetrag ausgezahlt werde. Entscheidend sei in jedem Fall die Mindesthaltedauer sowie die Prüfung persönlicher Voraussetzungen wie Einkommen und Familiensituation.
Kurzfristig keine grundlegende Änderung der Angebotslage zu erwarten
Hinsichtlich der zeitlichen Perspektive rechnet Jans kurzfristig nicht mit einer grundlegenden Veränderung. Solange die Förderprämie unverändert bleibe, dürfte sich das aktuelle Preisniveau stabil halten. Zwar seien zusätzliche Herstelleraktionen häufig befristet, bei Dacia etwa bis Ende Februar, doch das Zusammenspiel aus Förderung und Marktstrategie werde das Leasingangebot weiter prägen. „Die aktuellen Leasingkonditionen sind das neue Normal, solange die staatliche Förderung gilt“, sagt Jans.
Eine übergeordnete Einordnung liefert Stefan Schneck, Vertriebsleiter bei AutoScout24. Er spricht von einem starken psychologischen Effekt, da viele Käufer das Gefühl hätten, doppelt zu sparen. Hersteller nutzten dieses Momentum gezielt, um Marktanteile auszubauen oder den Einstieg in das Elektrosegment zu beschleunigen. Daraus ergebe sich eine verschärfte Preiskonkurrenz, deren Dauer stark von individuellen Strategien abhänge. Kritisch sieht Schneck allerdings, dass gebrauchte Elektroautos von der Förderung ausgeschlossen bleiben, was den Druck auf deren Restwerte weiter erhöhen dürfte.








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