Elektro-VAN Mercedes VLE fährt Stuttgart – Rom mit nur zwei kurzen Ladestopps

Elektro-VAN Mercedes VLE fährt Stuttgart – Rom mit nur zwei kurzen Ladestopps
Copyright ©

Mercedes-Benz

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Elektroautos sind nicht für die Langstrecke gemacht? Von wegen: Knapp 1100 Kilometer lang war die Fahrt von Stuttgart nach Rom, die zwei Mercedes‑Benz VLE Erprobungsträger absolviert haben – und das mit nur zwei kurzen Ladestopps von jeweils 15 Minuten, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Das Routenprofil war abwechslungsreich, mit kurvigen und steilen Passstraßen über die Alpen, langen Autobahnabschnitten und stark befahrenen Landstraßen.

Im Fokus des Tests des kommenden Elektro-Vans standen die Alltagstauglichkeit mit Blick auf Effizienz des elektrischen Antriebsstrangs sowie Rekuperation, Thermomanagement und Auswirkungen der Hinterachslenkung auf das Fahrzeug-Handling. Die Erprobungsträger legten die 1090 Kilometer lange Strecke von Stuttgart nach Rom demnach in rund 13 Stunden im fließenden Verkehr zurück. Geladen wurde unterwegs nur zwei Mal für jeweils nur 15 Minuten. Beim Start in Stuttgart betrug die Außentemperatur 11 Grad Celsius, die Ankunft in Rom erfolgte bei 33 Grad. Auf Komfort wurde dabei nicht verzichtet, während der gesamten Strecke wurde der Innenraum auf 22 Grad klimatisiert.

Die Hinterachslenkung habe sich insbesondere auf kurvenreichen Passstraßen und in engen Gassen bewährt. Sie werde für Agilität und damit ein stressfreies Handling im Alltag sorgen, ist sich der Hersteller sicher. „Unsere künftigen Großraumlimousinen haben erneut eindrucksvoll ihre Alltagstauglichkeit auf der Langstrecke bewiesen. Mit nur zwei kurzen Ladestopps von Stuttgart über die Alpen bis nach Rom – damit demonstriert der Mercedes‑Benz VLE eine beeindruckende Effizienz der neuen Van Electric Architecture“, kommentiert Dr. Andreas Zygan, Head of Development Mercedes-Benz Vans.

Testfahrten wie die Langstrecke von Stuttgart nach Rom sind Teil eines umfassenden Programms zur Erprobung der Leistungsfähigkeit des Gesamtfahrzeugs, das zahlreiche Klimazonen und Routenprofile umfasst. Neben digitaler Absicherung des Reifegrads und Tests in hochmodernen Testanlagen im Mercedes‑Benz Vans Entwicklungscampus in Stuttgart/Untertürkheim, werden die Entwicklungsfahrzeuge im realen Betrieb auf der Straße auf Herz und Nieren erprobt.

Um detaillierte Einblicke in die Praxistauglichkeit zu erlangen und den Entwicklungsprozess hin zur Serienreife zu beschleunigen, führen die Entwickler und Ingenieure von Mercedes‑Benz zahlreiche Entwicklungsfahrten durch. So fuhren erste Technologieträger des VLE zum Beispiel vor gut einem Jahr von Stuttgart bis ans Nordkap in Norwegen, im Winter 2025 wurden umfangreiche Kälteerprobungen in Schweden durchgeführt.

Der Beginn einer neuen Ära

Ab 2026 will Mercedes‑Benz Fahrzeuge auf Basis seiner neu entwickelten, modularen und skalierbaren Van Architektur auf den Markt bringen – und damit eine neue Ära einläuten. Die Van Architektur, bekannt als Van.EA, ermögliche eine klare Differenzierung zwischen privat positionierten Grand Limousines und gewerblich genutzten Transportern. Bei der Entwicklung der Van Architektur habe der Kunden-Mehrwert die zentrale Rolle gespielt, daher sollen die künftigen Grand Limousines und Transporter – mit Blick auf Design, Funktionalität und Alltagstauglichkeit – perfekt auf die Kundenwünsche und -anforderungen abgestimmt sein.

Mercedes-Benz

Dass bei Mercedes‑Benz Vans ab 2026 eine neue Ära beginnt, soll auch die Namensgebung der künftigen, privat positionierten Grand Limousines unterstreichen. Während der Mercedes‑Benz VLE mit bis zu 8 Sitzen von flexiblen Fahrzeugen für Familien und freizeitaktive Kunden bis hin zu exklusiven VIP‑Shuttles reichen werde, richte sich der Mercedes‑Benz VLS an Kunden mit höchsten Ansprüchen an luxuriösen, automobilen Raum. Erstmals werde Mercedes‑Benz auch in den USA, Kanada und China vollelektrische Grand Limousines anbieten.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 02.07.2025

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Public Charging Study 2025: Autobahnen top, Städte schwach

Public Charging Study 2025: Autobahnen top, Städte schwach

Daniel Krenzer  —  

Studie zu 2025: Schnellladen auf Autobahnen top, urbane Ladeinfrastruktur schwach. Die Autoren fordern mehr und schnellere Ladepunkte in Städten.

Wie Bundesländer und Städte Wallboxen weiter fördern

Wie Bundesländer und Städte Wallboxen weiter fördern

Sebastian Henßler  —  

Zwar ist die staatliche Förderung für private Wallboxen – vorerst – Geschichte. Aber manche Länder, Städte und Kommunen unterstützen weiterhin.

Entspannt durch den Stromausfall dank Elektroauto

Entspannt durch den Stromausfall dank Elektroauto

Daniel Krenzer  —  

Elektroautos werden zukünftig bei Stromausfällen wie zuletzt in Teilen Berlins nicht zum Problem, sondern zur entspannten Lösung.

Alpitronic-Chef: Ladeproblem ist kein Infrastrukturmangel

Alpitronic-Chef: Ladeproblem ist kein Infrastrukturmangel

Sebastian Henßler  —  

Europas Schnelllader sind da, doch sie bleiben oft ungenutzt. Alpitronic-CEO Senoner erklärt, warum fehlende E-Autos pro Ladepunkt das eigentliche Problem sind.

Sungrow: Wie der chinesische Ladehersteller Europa anpackt

Sungrow: Wie der chinesische Ladehersteller Europa anpackt

Sebastian Henßler  —  

Christos Tsegkis erklärt, warum Sungrow auf offene Software, Batteriespeicher und Megawatt Charging setzt und welche Rolle Europa in der Strategie spielt.

E-Lkw: Neue Fallstudien zeigen Lösungen für Fernverkehr und Depots

E-Lkw: Neue Fallstudien zeigen Lösungen für Fernverkehr und Depots

Michael Neißendorfer  —  

Zwei neue Fallstudien des Öko-Instituts kommen zu dem Ergebnis, dass die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs grundsätzlich technisch machbar ist.

Endlich zu Hause laden: Unser Weg zur eigenen Wallbox

Endlich zu Hause laden: Unser Weg zur eigenen Wallbox

Sebastian Henßler  —  

Vom öffentlichen Laden zur eigenen Wallbox: Warum private Ladeinfrastruktur mehr Planung erfordert als gedacht – und warum 11 kW im Alltag oft reichen.