Made-in-EU-Regelung: Britische Autobauer wollen Klarheit

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Nissan

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 2 min

Angesichts des Industrial Accelerator Acts (IAA) der Europäischen Kommission herrscht bei britischen Autoherstellern Unsicherheit. Am Donnerstag erklärte der dortige Automobilverband The Society of Motor Manufacturers and Traders, dass die britische Industrie Klarheit darüber brauche, ob Großbritannien im Rahmen der geplanten Regelung ebenfalls als „Made in Europe“ gelten wird.

Die geplanten Regeln der Europäischen Kommission sollen die europäische Industrie stärken und im Fall der Automobilbranche insbesondere vor günstigen Elektroautos aus China schützen. Daher ist eine Quote für die Komponenten der Stromer vorgesehen: Diese müssen zu mindestens 70 Prozent in der EU produziert werden, damit der Hersteller sich für mögliche E-Subventionen qualifiziert. Neben reinen Elektroautos soll die Quote auch für Plug-in-Hybride gelten.

Ausnahmen für Nicht-EU-Länder geplant

Der Geschäftsführer der SMMT, Michael Hawes, erklärte gegenüber Reportern, die „Made in Europe“-Regelung ziele ursprünglich darauf ab, die europäische Industrie vor der Konkurrenz aus weit entfernten Niedriglohnländern zu schützen. „Wir sind kein Niedriglohnland. Diese Verordnung sollte den Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich nicht beeinträchtigen“, merkte Hawes an.

Der Vorschlag zum IAA sieht vor, dass nicht nur die 27 EU-Mitgliedstaaten als „Made in EU“ eingestuft werden sollen, sondern auch Länder, mit denen die EU enge Beziehungen pflegt, etwa in Form von abgeschlossenen Handelsabkommen. Konkret will sich die Europäische Kommission zu etwaigen Ausnahmen jedoch erst nach Verabschiedung des IAA äußern, was noch mindestens ein Jahr dauern könnte.

Unklarheit schafft Verunsicherung

Für die britische Automobilindustrie dauert dies zu lange, wie Hawes sagte. Eine politische Erklärung sollte bestenfalls noch vor dem EU-UK-Gipfel erfolgen, der für Juni oder Juli erwartet wird. Die Unklarheit, ob britische Autos als „Made in Europe“ gelten werden oder nicht, sorge zudem für Unsicherheit und könnte unter anderem Investitionen verzögern.

„Solange es also nicht von Anfang an klare Signale gibt, wird dies für einige Jahre einen Schatten auf die britische Automobilindustrie werfen. Es ist schwieriger, Investitionen in Großbritannien auf die Tagesordnung der Vorstandssitzungen zu setzen, wenn man die Zukunft nicht kalkulieren kann. Wir versuchen, jetzt eine klare politische Stellungnahme zu erhalten“, sagte der Geschäftsführer des Automobilverbands.

Laut der SMMT belief sich der Automobilhandel zwischen der EU und Großbritannien auf rund 80 Milliarden Euro im Jahr. Zudem stellten beide Seiten nach wie vor den jeweils größten Pkw-Markt des anderen dar. Mit Berufung auf Daten der Vereinten Nationen weist die SMMT außerdem darauf hin, dass das Vereinte Königreich der größte Abnehmer von Autokomponenten aus der EU ist.

Quelle: Reuters – British carmakers sek clarity on ‚Made in EU‘ rule as trade risks grow

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