Neue E-Auto-Prämie kann ab Mai rückwirkend beantragt werden

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Tobias Stahl
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Im Herbst 2025 hatte die Bundesregierung die Entwicklung eines neuen Förderprogramms für den Kauf von Elektroautos beschlossen. Nun steht fest: Autokäufer in Deutschland können die neue Elektroauto-Prämie ab Mai beantragen. Das Förderprogramm kann wie von der Bundesregierung angekündigt rückwirkend für Zulassungen seit Jahresanfang 2026 in Anspruch genommen werden.

E-Auto-Prämie: Bis zu 6000 Euro Zuschuss für den Kauf eines Stromers

Autokäufer erhalten im Rahmen der Förderung bis zu 6000 Euro beim Kauf eines neuen Elektroautos. Auch der Kauf von Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Range-Extender wird bezuschusst, hier sind maximal 4500 Euro Förderung möglich. Die genaue Förderhöhe richtet sich nach dem zu versteuernden jährlichen Haushaltseinkommen und der Anzahl an Kindern unter 18 Jahren im Haushalt.

Die Basisförderung für den Kauf eines reinen Elektroautos beträgt 3000 Euro. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von maximal 60.000 Euro erhalten 4000 Euro, Haushalte mit maximal 45.000 Euro jährlichem Einkommen 5000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um weitere 500 Euro, insgesamt jedoch um maximal 1000 Euro. Die Basisförderung für den Kauf von Plug-in-Hybriden oder E-Fahrzeugen mit Range Extender beträgt 1500 Euro.

Bundesumweltminister Carsten Schneider kündigte am Freitag an, dass das bislang noch nicht verfügbare Förderportal im Laufe ​des Monats Mai freigeschaltet werden soll. „Die Energiekrise macht einmal mehr deutlich, wie hart ‌die Abhängigkeit von Öl und Gas uns alle trifft“, so Schneider im Anschluss eines Treffens mit Arbeitsministerin Bärbel Bas sowie den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der Auto- und Zulieferindustrie. Umso wichtiger sei es, jetzt an ​Lösungen zu arbeiten, damit die nächste Energiekrise weniger weh tue.

E-Auto-Nachfrage hatte schon in den vergangenen Monaten wieder angezogen

IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte, es sei aus Sicht der Beschäftigten gut, dass die Bundesregierung weiter die Elektromobilität unterstütze, ​gerade jetzt, wo sich mehr und mehr Menschen dafür interessierten. Schon in den ​vergangenen Monaten hatte die Nachfrage nach Elektroautos laut einem Reuters-Bericht deutlich angezogen. Von den steigenden Absatzzahlen profitierten laut dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller VDIK vor ⁠allem ausländische Hersteller, deren Marktanteil im ersten Quartal um 3,7 Prozentpunkte auf 42,7 Prozent stieg.

Schneider betonte, der Kurs der Bundesregierung bei der Flottenregulierung sei pragmatisch, aber führe zum klaren Ziel der Elektromobilität. „Wir setzen uns in Brüssel für etwas mehr Flexibilität im ​Übergang ein, und zwar ​aus einem guten ⁠Grund: Die Unternehmen sollen in schwierigen Zeiten die Luft zum Atmen bekommen, die sie brauchen für Investitionen in Elektromobilität“, so der SPD-Politiker. „Meine ​Erwartungshaltung ist klar: Diese Investitionen müssen dann auch in Deutschland ​erfolgen.“

Ende vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, das harte Verbrenner-Aus im Jahr 2035 aufzuweichen und auch danach die Zulassung von einigen Autos mit Benzin- oder Dieselmotor zuzulassen, maßgeblich aufgrund starken Drucks aus Deutschland. Gleichzeitig sollen für ⁠Flottenbetreiber zum Teil schon früher schärfere Emissionsregeln gelten. In Europa machen Flottenbetreiber den überwiegenden Teil der Neuzulassungen aus, in Deutschland entfallen allein zwei Drittel der Neuzulassungen auf gewerbliche Halter.

Till Steffen von den Grünen hatte schon im Rahmen der Bundestagsdebatte im vergangenen Jahr kritisiert, dass mit der Förderung von Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Range-Extender die „absolut falschen Anreize“ gesetzt würden, da diese im Prinzip mit Benzin fahren würden. Von der Kaufprämie profitierten zudem Besserverdienende, sagte Steffen. Von der Regierungskoalition forderte der Grünen-Politiker mehr Unterstützung für Haushalte mit niedrigeren Einkommen: „Wir brauchen ein Angebot, wo sich eben auch die Krankenschwester auf dem Land ein günstiges, kleines Elektroauto leisten kann. Die lassen Sie im Regen stehen.“

Quellen: Reuters – Schneider: Elektroauto-Förderung kann ab Mai beantragt werden / Heise – E-Auto-Prämie wie angekündigt im Bundestag beschlossen – Kritik an Förderregeln

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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