Lucid bekommt einen neuen Chef: Silvio Napoli wird künftiger Chief Executive Officer des US-amerikanischen Elektroautoherstellers und tritt gleichzeitig dem Verwaltungsrat bei. Napoli, derzeit in der Schweiz ansässig, wird in die USA umziehen. Der bisherige Interims-CEO Marc Winterhoff übernimmt die Rolle des Chief Operating Officers.
Napoli war zuletzt als Chairman und CEO der Schindler Group tätig, einem der weltweit führenden Industrietechnologieunternehmen. Verwaltungsratsvorsitzender Turqi Alnowaiser hebt seine Erfahrung in der Führung technologiegetriebener Organisationen hervor: „Silvio ist eine bewährte globale Führungspersönlichkeit mit umfassender Erfahrung in der Leitung komplexer, technologiegetriebener Organisationen in Phasen schnellen Wachstums.“ Seine Stärken in Kapitalallokation, operativer Effizienz und globaler Fertigung sollen Lucid beim weiteren Wachstum und auf dem Weg zur Profitabilität unterstützen. Winterhoff, der das Unternehmen laut Alnowaiser durch eine „außerordentlich herausfordernde Phase“ geführt hat, bleibt dem Unternehmen erhalten.
Napoli selbst betonte, sein Fokus werde auf „konsequenter Umsetzung, finanzieller Disziplin“ sowie der Überführung der technologischen Stärken von Lucid in langfristigen Unternehmenswert liegen.
Uber verdoppelt Fahrzeugbestellung und Kapitaleinsatz
Parallel zur Personalie gibt Lucid eine deutliche Ausweitung seiner Partnerschaft mit Uber bekannt. Der Fahrtenvermittler erhöht sein Kaufversprechen auf mindestens 35.000 Lucid-Fahrzeuge, die ausschließlich für den künftigen globalen Robotaxi-Dienst vorgesehen sind. Gleichzeitig investiert Uber weitere 170 Millionen Euro in das Unternehmen – womit sich das Gesamtinvestment auf rund 425 Millionen Euro summiert. Auch die Ayar Third Investment Company, ein Tochterunternehmen des saudi-arabischen Staatsfonds PIF, stockt ihr Engagement auf: Die neu angekündigte Investition beläuft sich auf rund 467 Millionen Euro.
Die Vereinbarung knüpft an eine im Juli 2025 bekanntgegebene Kooperation zwischen Lucid, dem Robotik-Unternehmen Nuro und Uber an. Damals kündigten die drei Unternehmen die gemeinsame Entwicklung eines Robotaxi-Dienstes in der San Francisco Bay Area an, der noch in diesem Jahr kommerziell starten soll. Als Fahrzeugbasis dient der SUV Lucid Gravity. Autonome Tests auf öffentlichen Straßen, geleitet von Nuro, begannen im Dezember 2025; die Auslieferung aller Testfahrzeuge durch Lucid wurde im Februar abgeschlossen.
Uber-CEO Dara Khosrowshahi begründete das vertiefte Engagement mit dem bisherigen Fortschritt der Zusammenarbeit: „Wir vertiefen unsere Verpflichtungen gegenüber Lucid und Nuro, weil beide Unternehmen außerordentlich gute Arbeit leisten.“ Die Midsize-Plattform schaffe zudem einen „noch klareren Weg zu besseren Stückkosten“, so Khosrowshahi.
Midsize-Plattform als Schlüssel zur Skalierung
Für die Skalierung des Robotaxi-Geschäfts setzt Lucid künftig auf seine sogenannte Midsize-Plattform. Die Fahrzeuge dieser Baureihe sollen eine mit Wettbewerbern vergleichbare Reichweite bei kleineren Akkupacks erreichen und gleichzeitig mehr Innenraumkomfort sowie schnellere Ladezeiten bieten. Der geplante Einstiegspreis liegt bei unter rund 42.500 Euro – ein Wert, der das Modell sowohl für Privatkund:innen als auch für Flottenoperatoren attraktiv machen soll. Lucid produziert derzeit den Lucid Air sowie den Lucid Gravity und arbeitet an der Midsize-Plattform als nächstem Schritt der Modelloffensive.
Quelle: Lucid – Pressemitteilung vom 14.04.2026








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