Der US-amerikanische Elektroautohersteller Lucid Motors lieferte im ersten Quartal weniger Autos aus als prognostiziert, wie am vergangenen Freitag bekannt wurde. Dazu haben laut einem Bericht von Reuters vor allem ein vorübergehender Verkaufsstopp und ein Rückruf beigetragen, die auf einen nicht genehmigten Lieferantenwechsel zurückzuführen waren.
Insgesamt hat Lucid im ersten Quartal laut eigenen Angaben etwa 5500 Elektroautos produziert und knapp 3100 Einheiten ausgeliefert. Im Voraus hatten Analysten der Finanzdatenplattform Visible Alpha erwartet, Lucid würde rund 6000 Autos produzieren und etwa 5250 ausliefern.
Die Auslieferungen des Lucid Gravity wurden im Februar laut Geschäftsführer Marc Winterhoff stark beeinträchtigt. Nachdem aufgefallen war, dass die Schweißnähte bei den Sicherheitsgurten nicht den Qualitätsstandards entsprachen, wurde die Produktion für 29 Tage unterbrochen. Dadurch habe das Unternehmen die Kundennachfrage nur eingeschränkt bedienen können.
Die Änderung seitens des externen Zulieferers sei ohne Autorisierung durch Lucid erfolgt. Während der Produktionspause habe man die Änderung rückgängig gemacht und bereits produzierte Einheiten überprüft. Darüber hinaus hat der Elektroautohersteller Anfang letzter Woche aufgrund der mangelhaften Sicherheitsgurte fast 4500 Gravity-Modelle zurückgerufen, die zwischen Dezember 2024 und Februar 2026 gebaut wurden.
Angesichts der nachlassenden Nachfrage nach hochpreisigen Elektroautos hat Lucid, wie andere junge Elektroautohersteller, mit der anhaltenden Kluft zwischen der Produktionskapazität und den tatsächlichen Auslieferungen an Kunden zu kämpfen. Um sein Geschäft zu stabilisieren und profitabler zu werden, hatte das Unternehmen im Februar bekanntgegeben, rund 12 Prozent der Mitarbeiter in den USA entlassen zu wollen.
In 2025 hat sich Lucids Produktion mit 17.840 Elektroautos gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Für 2026 strebt das Unternehmen laut Winterhoff mit 25.000 bis 27.000 Einheiten erneut ein Wachstum von rund 50 Prozent an. Gleichzeitig gibt der Geschäftsführer zu, dass Versorgungsprobleme weiterhin ein Grund zur Sorge sind.
Im vergangenen Jahr führten anhaltende Probleme bei der Beschaffung von Halbleitern und seltenen Erden, aber auch der Kostenanstieg durch die Einfuhrzölle und die daraus resultierende Belastung für den Produktionsablauf zu einem geringeren Anstieg der Fertigung bei den Modellen Air und Gravity als ursprünglich geplant.
Quelle: Reuters – Lucid misses first-quarter vehicle delivery estimates on supplier disruptions







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